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·18. April 2023

"Unfug": Torwart-Legende Campos stellt sich hinter Sommer

Artikelbild:"Unfug": Torwart-Legende Campos stellt sich hinter Sommer

Der FC Bayern läuft im Champions-League-Viertelfinale am Mittwochabend einem 0:3-Rückstand gegen Manchester City hinterher. Nach dem Hinspiel in England ist eine heiße Diskussion über Yann Sommer ausgebrochen. Dem Schlussmann habe beim 0:1 durch einen Distanzschuss von Rodri schlichtweg die entscheidende Körpergröße gefehlt, so die einhellige Expertenmeinung. Jorge Campos ist einer, der das wissen müsste. Die mexikanische Torhüter-Legende hält aber dagegen.

"Haben Sie sich mal angeschaut, wer da alles nicht hingegangen ist? Wie Musiala nicht richtig hingeht, wie Kimmich sich wegdreht? Rodri hätte nie zum Schuss kommen dürfen! Aber es ist halt einfacher, sich über die Körpergröße vom Torwart zu unterhalten", so der Ex-Profi gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Mit nach eigener Aussage 1,75 Metern ist Campos noch deutlich kleiner als Sommer, es hat ihn nicht an einer großen Karriere mit 129 Länderspielen für Mexiko gehindert.


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"Konzeptionell gibt es keine 'unhaltbaren' Bälle"

In all seinen Spielen habe es nie ein Gegentor gegeben, bei dem er seine mangelnde Länge verflucht habe, sagt Campos und macht das auch für Sommer geltend. "Sich auf die Körpergröße zu kaprizieren, ist Unfug. Der Gedanke, auf dem das fußt, ist einfach falsch. Konzeptionell gibt es keine 'unhaltbaren' Bälle. Wenn man richtig steht, kann man jeden Schuss parieren", so der 56-Jährige. Zudem lautet seine Prognose, dass die Körpergröße bei den Schlussmännern in Zukunft immer weniger relevant sein werde.

"Fußball ist einer Revolution unterworfen"

"Der Fußball ist einer Revolution unterworfen. In zehn, fünfzehn Jahren wird es keine Torhüter mehr geben, die nur noch unter der Querlatte stehen und auf der Linie gut sind", so Campos. Stattdessen werde der mitspielende Keeper immer mehr salonfähig. "Der Torwart mutiert doch längst zum Libero. Er muss den Strafraum kontrollieren, den Verteidigern den Rücken freihalten. Er muss den Ball mit dem Fuß spielen können ...", erklärt der Mexikaner. Diese Qualitäten bringt Sommer mit, weswegen ihn die Bayern nach dem Ausfall von Manuel Neuer aus Gladbach geholt haben. Trotz einer Körpergröße von 'nur' 1,83 Metern.

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