Süle-Vertragsverlängerung: Warum lassen sich die Bayern so viel Zeit? | OneFootball

Süle-Vertragsverlängerung: Warum lassen sich die Bayern so viel Zeit?

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Die Vertragsverlängerungen mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka sind in trockenen Tüchern. Mit Serge Gnabry soll der nächste Leistungsträger beim FC Bayern langfristig gebunden werden. Eine Personalie bereitet den Verantwortlichen allerdings weiterhin Kopfzerbrechen – Niklas Süle. Der 26-jährige stellt scheinbar einen Sonderfall dar und genießt nicht das gleiche Vertrauen wie Kimmich, Goretzka & Co. 

Süle zählt zu den größten Gewinnern unter Neu-Trainer Julian Nagelsmann. Beide kennen sich noch bestens aus gemeinsamen Zeiten in Hoffenheim. Der junge Coach baute zuletzt auf Süle und der Innenverteidiger zahlt das Vertrauen mit formidablen Leistungen zurück. Mit Upamecano bildet der 26-jährige ein kopfballstarkes, bulliges Duo im Abwehrzentrum. Nach seinem Kreuzbandriss Ende 2019 und einer durchwachsenen Comeback-Saison 2020/21 ist der deutsche Nationalspieler wieder „zurück in der Spur“. In dieser Form würde vermutlich die wenigstens Klubs freiwillig auf Süle verzichten. In München hat man jedoch, allen Anschein nach, nach wie vor Bedenken gegenüber dem deutschen Nationalspieler.

Vom Streichkandidaten zum Leistungsträger

Süles Formkurve verläuft seit Wochen steil nach oben. Das war allerdings letzte Saison genau umgekehrt der Fall. Der alternde Jerome Boateng bekam in wichtigen Spielen den Vorzug vor Süle. Hinter Alaba, Boateng und Hernandez hatte Süle nur Rang vier in der Hackordnung inne. Das gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Die Abwehrkante ist unter Nagelsmann gesetzt. Und der FC Bayern? Der denkt mittlerweile wieder über eine Vertragsverlängerung nach. Der laufende Kontrakt endet im Sommer 2022. Sportvorstand Hasan Salihamidzic reagierte bei der Pressekonferenz anlässlich der Verlängerung Leon Goretzkas dennoch verhalten auf eine Nachfrage zur aktuellen Situation rund um Süle: „Ich schaue jetzt natürlich, wie die Monate verlaufen, wir sind im Austausch. Da gibt es jetzt nichts Neues.“

Worauf warten die Bayern?

Bereits im Februar hatte sich Ex-Klubchef Karl-Heinz Rummenigge keine klaren Aussagen zur Personalie Süle entlocken lassen: „Wenn wir eine Lösung finden, sind wir grundsätzlich gern bereit, den Vertrag zu verlängern, aber das wird nur zu gewissen Konditionen möglich sein.“ Die schwankenden Leistungen des Innenverteidigers hatten die Bayern-Bosse damals zu Skepsis veranlasst. Gerüchten zufolge gibt es FCB-intern immer wieder Zweifel daran, ob Süle das „Bayern-Gen“ besitzt. Demnach wünschen sich die Verantwortlichen mehr Professionalität von dem Spieler.

Zwischenzeitlich kursierten sogar Gerüchte über einen vorzeitigen Abgang des Abwehrspielers. Chelsea und Manchester United sollen als Abnehmer schon bereitgestanden haben. 15-30 Mio. Euro Ablöse standen vergangenen Sommer im Raum.

Aktuellen Berichten zufolge werden die Verantwortlichen nicht vor dem Jahreswechsel eine finale Entscheidung treffen ob und wie es mit Süle an der Isar weitergeht. Die Frage sich jedoch: Warum lassen sich die Bayern so viel Zeit? Süle darf ab Januar 2022 offiziell mit anderen Klubs verhandeln und sogar entsprechende (Vor)Vereinbarungen abschließen. Ein ablösefreier Abgang kommenden Sommer ist damit nicht nur eine theoretische Option. Mit Blick auf seine aktuellen Leistungen, dürfte das Interesse an dem bulligen Verteidiger sicherlich nicht abgenommen haben.

Mit Blick auf seine sportlichen Leistungen, lässt sich die zurückhaltende Haltung gegenüber dem Abwehrspieler nur schwer erklären. Zumal Süle Teil des „95er Jahrgangs“ beim FC Bayern ist mit Spielern wie Kimmich, Goretzka, Serge Gnabry und Leroy Sane. Das Quintett bildet bereits einen festen Kern in der deutschen Nationalmannschaft und könnte dies auch beim FCB tun.

„Ich entscheide aus sportlicher und finanzieller Sicht“

Niklas Süle selbst hat sich zuletzt nicht wirklich zu seiner sportlichen Zukunft geäußert. Im März dieses Jahres deutete dieser jedoch im Gespräch mit der „SZ“ an, dass er sich durchaus damit beschäftigt: „Es ist nicht mein Stil, etwas öffentlich zu sagen, bevor ich intern mit meinem Arbeitgeber gesprochen habe. Wenn es Zeit ist, setze ich mich mit meinem Agenten und meiner Familie zusammen – und dann entscheide ich, was für mich und meine am besten ist Familie sowohl aus sportlicher als auch aus finanzieller Sicht.“

Klar ist: Je länger die Bayern mit einem konkreten Angebot warten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Süle sich nach Alternativen umschaut. Sollte er weiterhin auf seinem aktuellen Niveau spielen, wird er damit zeitgleich seinen Marktwert steigern. Dies werden auch die Bayern in potenziellen Gehaltsverhandlungen sicherlich spüren.

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