Steffen im Interview: "Wollen uns in der 3. Liga etablieren" | OneFootball

Steffen im Interview: "Wollen uns in der 3. Liga etablieren"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Horst Steffen, Trainer des Drittliga-Aufsteigers SV Elversberg aus der Regionalliga Südwest, über die noch fehlende Kirsche auf der (Aufstiegs-)Torte, personelle Veränderungen in der neuen Saison und die Ziele mit der SVE in der 3. Liga.

"Der Trainer kann bestimmt auch etwas"

liga3-online.de: Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg, Herr Steffen! Im achten Anlauf hat es für die SV Elversberg für den Aufstieg in die 3. Liga gereicht. Wie groß war die Erleichterung, als das Werk dann endlich vollbracht war?

Horst Steffen: In den letzten Jahren haben wir mit der Mannschaft immer wieder gezeigt, dass ein zweiter Platz ein gutes Ergebnis ist. Im Endeffekt zählt aber nur Rang eins, um die Liga zu verlassen. Von daher sind wir sehr froh, dieses Ziel nun endlich erreicht zu haben. Es ist eine Menge Druck von den Schultern gefallen. Ich lasse den Druck während der Saison zwar nicht an mich heran, jetzt wo er aber weg ist, fühlt man sich doch erleichtert (lacht).

Damit es in dieser Saison zur Meisterschaft reicht, musste der Punkteschnitt auf überragende 2,22 Zähler pro Spiel hochgeschraubt werden. Was hat die Mannschaft in dieser Saison so stark gemacht?

Das ist immer etwas schwierig zu beantworten. Es ist nicht die eine Stärke, die den Erfolg mitbringt. Vielmehr sind es viele kleine Komponenten, die eine große Wirkung haben. Es kommt unter anderem auf das Budget an, das zu Verfügung steht und wie dieses für die Kaderplanung eingesetzt wird. Es muss eine Harmonie nicht nur innerhalb der Mannschaft und dem Trainerteam, sondern auch mit den Verantwortlichen und auch den Fans geben. Aber auch andere Faktoren, wie zum Beispiel der Wintertransfer von Carlo Sickinger oder auch die Rückkehr nach Verletzung von unserem Kapitän Kevin Conrad, sind Aspekte, die eine Rolle gespielt haben. Und der Trainer kann bestimmt auch etwas (lacht).

Die Feierlichkeiten halten sich sicherlich noch im Rahmen. Schließlich steht am Samstag, 14.15 Uhr, noch das Endspiel das Saarlandpokals gegen den Ligakonkurrenten FC 08 Homburg auf dem Programm. Wäre der Pokalsieg und damit auch der erneute Einzug in den DFB-Pokal die Kirsche auf der Torte?

Wir sind froh, dass wir das Endspiel erneut erreicht konnten und damit wieder die Chance auf den Einzug in den DFB-Pokal haben. In den vergangenen Jahren haben wir mit den Spielen gegen den FC St. Pauli und gegen den FSV Mainz 05 tolle Duelle gehabt. Daher ist das Ziel klar: Wir wollen und auch zum dritten Mal in Folge für den DFB-Pokal qualifizieren.

Und danach kann die ganz große Party steigen?

Es ist nicht so, dass wir nicht schon in den vergangenen beiden Wochenenden schon gut gefeiert haben (lacht). Ich weiß gar nicht, ob man diese Partys noch übertreffen kann. Aber dann ist die Saison auch endgültig beendet. Das haben sich die Spieler verdient. Nach zwei Jahren unter Corona-Bedingungen mal wieder richtig die Sau rauszulassen, ist auch mal schön.

"Dürfen uns auf einige tolle Spiele freuen"

Mit Blick auf die 3. Liga: Wie gut ist die SV Elversberg für die neue Herausforderung gewappnet? Das letzte Drittliga-Spiel liegt mittlerweile schon acht Jahre zurück.

Bis vor wenigen Tagen habe ich mich noch getraut, so weit in die Zukunft zu blicken. Dafür genießen wir derzeit noch das Hier und Jetzt. Es ist aber so, dass viele Jungs bereits gültige Verträge für die 3. Liga besitzen. Von daher steht das Grundgerüst bereits. Sicherlich halten wir Ausschau nach Spielern, die wir für die kommende Saison verpflichten können. Da legen wir aber klar den Fokus auf qualitative Verstärkungen. Wenn wir uns in der 3. Liga behaupten wollen, haben wir nicht viel Zeit, erst einmal Spieler ein halbes Jahr auf das Niveau zu bringen.

Nach dem letzten Aufstieg reichte es nur für einen einjährigen "Kurzauftritt" in der 3. Liga. Wie will es die SVE dieses Mal schaffen, sich im Profifußball zu etablieren?

Ich bin kein Freund davon, Vergleiche mit Spielzeiten von vor acht Jahren zu ziehen. Dafür hat sich viel zu viel verändert. Es sind nun ganz andere Voraussetzungen als damals. Aber selbst, wenn man sich gut aufgestellt sieht, kann es dennoch schnell anders aussehen. Dafür sind die Teams in der 3. Liga viel zu eng beieinander.

Immerhin haben Sie bereits mit dem Chemnitzer FC, Preußen Münster und den Stuttgarter Kickers reichlich Erfahrung in der 3. Liga gesammelt. In weit hilft Ihnen diese Erfahrung nun mit Elversberg?

Ich habe bereits im Juniorenbereich, in der Landesliga und in der 3. Liga gearbeitet. Überall standen ähnlich Aufgaben auf dem Programm. Das Einzige, was sich unterscheidet, ist das Drumherum. Aber auch an vollere Stadien und längere Auswärtsfahrten müssen sich die meisten Spieler erst einmal gewöhnen. Ich habe echt viel Spaß gehabt in der 3. Liga zu arbeiten. Es war mein persönliches Ziel, wieder dorthin zurückzukehren.

Wie genau haben Sie denn die 3. Liga in den zurückliegenden Jahren verfolgt?

Wenn es möglich war und ich nicht selbst an der Seitenline stand, habe ich versucht, so viele Begegnungen wie möglich zu schauen. Zum Beispiel habe ich das Spiel zwischen dem der U23 von Borussia Dortmund und dem SC Verl verfolgt und war beeindruckt, wie stark ein Abstiegskandidat in der Liga sein kann. Wir dürfen uns auf einige tolle Spiele freuen.

Es heißt, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Wie wollen Sie den Aufstieg mit der SVE jetzt noch toppen?

Warten Sie mal ab. Jetzt kommt erst einmal das Pokalfinale (lacht). Aber im Ernst: Wir wollen uns in der 3. Liga langfristig etablieren. Ich gehe davon aus, dass dann noch einige überragende Momente folgen werden.

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