Sollte Erling Haaland bleiben oder gehen? Das Streitgespräch | OneFootball

Sollte Erling Haaland bleiben oder gehen? Das Streitgespräch

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Nach seinem Doppelpack beim 5:1 gegen Freiburg sprach Erling Haaland davon, dass ihn der Klub mit der Entscheidung nach seiner Zukunft unter Druck setze und er nur Fußball spielen wolle. Doch sollte er kommenden Sommer bleiben oder gehen? Das Streitgespräch!

Vertrag bis 2024 mit Ausstiegsklausel: Haaland hat die Fäden in der Hand

Bei Borussia Dortmund besitzt Erling Haaland noch einen Vertrag bis 2024, mitsamt einer Ausstiegsklausel in kolportierter Höhe von 75 Millionen Euro, die es ihm erlaubt, schon am Saisonende den Verein zu wechseln. Egal ob der FC Bayern, Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester City oder Paris Saint-Germain. Es gibt kaum einen Topklub in Europa, der nicht an Haaland interessiert ist.

Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Mit dieser Konstellation hat Haaland alle Fäden in der Hand. Er kann entweder in Dortmund bleiben, dann aber zu den Konditionen, die seine Seite aufstellt oder schon im Sommer wechseln. Doch welche Alternative ist in seiner Situation die sinnvollste?

Die Großklubs können warten: Erling Haaland bleibt in Dortmund

Ja, Dortmund braucht Erling Haaland. Aber wie sehr braucht Erling Haaland auch Dortmund? Anfang 2020 kam er aus Salzburg, um weltweite Bekanntheit zu erlangen. Das ist mittlerweile gelungen. In der Wahl zum Ballon d’Or verpasste er mit Platz 11 die Top 10 nur knapp, zudem wurde er neben Robert Lewandowski, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo in die FIFPro World XI gewählt.

Der Schritt zu einem großen Verein wäre nur logisch, zumal im Sommer seine Ausstiegsklausel greift. Allein, das dachte man auch bei Ousmane Dembélé, Jadon Sancho oder, wer noch etwas weiter in die Vergangenheit gehen will, Shinji Kagawa und Nuri Şahin. Erstgenannter wurde kürzlich vom FC Barcelona freigestellt. Sancho kam schon unter Ole Gunnar Solskjær kaum zu Einsatzminuten, was sich auch mit der Ankunft von Ralf Rangnick nicht geändert hat. Beim jüngsten 3:1 in Brentford stand er nicht einmal im Kader. Bei Borussia Dortmund an der Seite von weiteren Toptalenten fußballerisch heranzuwachsen ist eine Sache, für die europäische Elite der Heiland zu sein, eine andere.

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Denn nichts anderes wird von Haaland, besonders bei dem Gesamtpaket, für das er Dortmund verlassen könnte, erwartet werden. Angeblich zieht es Haaland selbst nach Spanien. Dort kämen realistischerweise nur zwei Vereine infrage, wobei bei einem – trotz vielversprechendem Jugendansatz – nicht final geklärt ist, ob das Projekt weit genug vorangeschritten ist, um in der Champions League wieder zu den Titelkandidaten zu gehören. Vor gut anderthalb Monaten flogen sie mit einem 0:3 in München hochkant aus dem Wettbewerb. Auch in der vergangenen Saison war für Barcelona im Achtelfinale Schluss, während Dortmund mit Haaland das Viertelfinale erreichte.

Bei Real Madrid könnte Haaland zusammen mit Kylian Mbappé die neue Generation einläuten. Doch bringt Karim Benzema nicht nur einen großen Status mit, sondern noch immer sehr viel individuelle Qualität. Zudem hält der Klub mit Benzema und Mbappé den Generalschlüssel zum Tresor der französischen Toptalente in der Hand. Wenngleich Florentino Pérez auch Klublegenden gerne mal durch die Hintertür verabschiedet, wird er sich dessen bewusst sein. Mbappé kann notfalls auf den Flügel ausweichen. Inwieweit Haaland dann zu Jobsharing bereit ist, muss er selbst entscheiden. Solange Benzema da ist, wird er nicht das Standing als unangefochtener Stammspieler haben, das er in Dortmund hat. Eine Lösung dafür: Noch 1-2 Jahre warten, bis Benzema seinen großen Abgang bekommt. Die Zeit kann er ja in Dortmund verbringen.

Zwei Jahre in Dortmund reichen: Erling Haaland wird im Sommer wechseln

Die Karten liegen auf dem Tisch und wenn man ehrlich ist, ist das schon seit der Verpflichtung von Erling Haaland der Fall. Um sich die Dienste des Norwegers zu sichern wich der BVB von der eigenen Maxime ab, keine Ausstiegsklauseln mehr in die Verträge ihrer Spieler zu verbauen und setzte damit der Anstellung des Shootingstars einen klaren Rahmen. Auch an dem Willen des Stürmers, den BVB nicht auf längere Zeit auf dem Platz zu vertreten, kann es wenig Zweifel geben, von alleine sind die Schwarzgelben sicherlich nicht auf die Idee mit der Klausel gekommen. Haaland ist in diesem Sommer unter Wert zu haben und er hat sich in den letzten Monaten und Jahren einen solchen Ruf aufgebaut, dass kaum vorstellbar ist, dass nicht mehrere absolute Topvereine um seine Dienste buhlen werden. Sein Ziel im Ruhrpott ist erreicht, auch wenn das der ein oder andere Fan anders sehen mag.

Die einzig wirklich realistische Situation, in der ein Abgang doch verschoben werden könnte, wäre eine Situation in der die Entwicklung des Superstars stagniert hätte. In der die passenden Angebote ausgeblieben wären und sich kein attraktiverer Standort als das Stadion des Bundesligazweiten geboten hätte. Doch das wird ziemlich sicher nicht der Fall sein. Haaland liegt in seinem Karriereplan voll in der Spur und auf dieser war ein Abgang in diesem Sommer immer schon eingeplant. Hoffnungen darauf, dass sich ein Spieler bei einem Klub so wohlfühlt, dass er auf einen Sprung zu großen Namen, Gehaltserhöhungen und fettes Handgeld verzichtet, haben sich in der Vergangenheit fast immer als Trugschluss herausgestellt. Auch wenn Haaland am Ende mit netten Worten gehen wird. Gehen wird er.

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