So läuft die Saison für den VfB (Teil II) | OneFootball

So läuft die Saison für den VfB (Teil II)

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Mit 14 Punkten aus 9 Spielen surft der VfB Stuttgart auf einer Welle des Erfolgs in den gefürchteten Herbst. Die Stimmung ist gut. Doch der Herbst steht vor der Tür – traditionell nicht die beste Jahreszeit für den VfB.

10. Spieltag: Der VfL Bochum ist in seiner zweiten Saison eingebrochen. Der scheidende Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz als Lame Duck, viele Leistungsträger verloren, Trainer Thomas Reis am 8. Spieltag entlassen. Seit dem ist Philipp Förster ein wichtiger Faktor für den Teamgeist: Alle Spieler tragen einen Schnauzer, vor allem bei Takuma Asano sieht das lustig aus. Die VfB-Spieler kommen während des Spiels aus dem Lachen nicht heraus und retten erst in der Nachspielzeit einen Punkt: Mavropanos verwandelt einen Elfmeter humorlos.

11. Spieltag: Bei Dortmund läuft es nicht rund. In der letzten Sekunde konnte man den Haller-Ausfall zwar überraschend mit Timo Werner ersetzen, doch die Küche im Ruhrpott ist zu viel für den des Steinhaldenfelder. Das Resultat: zu viele Pfunde, zu wenig Tore. Der VfB hingegen rollt und jedes Spiel zaubert Matarazzo einen anderen Spieler aus dem Hut, der begeistert. In Dortmund ist es Tanguy Coulibaly, der Süle und Hummels Knoten in die Beine spielt und zwei Treffer erzielt. Nach Nico Schlotterbecks Anschlusstreffer bleibt es dennoch lange Zeit spannend, bevor Thomas Kastanaras mit seinem ersten Bundesligator den Sack zumacht.

12. Spieltag: Der VfB liegt auf Platz 6 und eine Welle der Euphorie schwappt durch Stuttgart. Daran ändert auch die neue Anweisung der DFL nichts. Um Energie zu spren, werden alle Partien bei Tageslicht ausgetragen, das Flutlicht bleibt aus. Statt am Sonntag Abend um 17:30 wird das Spiel gegen Augsburg deswegen schon um 10:30 angepfiffen. Leider kommen nur 25.000 Zuschauer und die Partie endet 0:0.

13. Spieltag: Auch in Gladbach läuft es nicht rund. Nach einem katastrophalen Fehlstart hat man Daniel Farke bereits entlassen. Sein Nachfolger: Jos Luhukay. Er ist nicht der einzige Rückkehrer, auch Max Eberl ist zurück! “Ein Leben ohne Fußball ist möglich, aber sinnlos” wird der alte neue Sportdirektor zitiert. Den Gladbachern gelingt mit einem 2:1 gegen den VfB der Befreiungsschlag.

14. Spieltag: Felix Magath hat Hertha BSC bereits am 6. Spieltag wieder übernommen, wobei er nur auf der Bank sitzt, die Aufstellung macht Kevin Prince Boateng. Der stellt sich meistens selbst auf, so auch gegen den VfB. Dass Hertha damit nur zu zehnt spielt, nutzt der VfB aus: Er spielt verstärkt durch die Mitte, am Ende steht ein ungefährdeter 2:0-Sieg (Tore: Churlinov, Führich). Die VfB-Fans singen „HaHoHe – wer ist schlechter als Hertha BSC“, Selke meldet sich via Instagram („Das ist respektlos“).

15. Spieltag Der VfB Stuttgart hat sich in den Top 7 der Tabelle festgesetzt. Das liegt vor allem an einer stabilisierten Defensive und einem starken Keeper. Flo Müller spielt eine so gute Saison, dass sich die Stimmen mehren, Hansi Flick müsse ihn mit zur WM nehmen. Auch gegen Leverkusen hält er herausragend und ist am Ende der Grund, warum die Partie 0:0 endet.

WM-Break In der Winterpause soll der Vertrag mit Sven Mislintat verlängert werden. Er will das, Alexander Wehrle will das, eigentlich alle wollen das, nur im Aufsichtsrat gibt es vereinzelt Bedenken: Grund ist eine Klausel Mislintats, dass er ein Sonderkündigungsrecht hat, wenn er nicht so viele französisch-sprachige Spieler verpflichten kann, wie er will. Die Verhandlungen stocken. Thomas Hitzlsperger rät seinem Nachfolger davon ab, öffentliche Briefe zu schreiben.

16. Spieltag Im ersten Spiel nach der gefühlt 3-monatigen WM-Pause wird es laut wie nie. Das liegt aber nicht an der Cannstatter Kurve, sondern ausnahmsweise an der Haupttribüne. Der Grund: Die Bauarbeiten sind stark im Verzug, die pünktliche Fertigstellung zur EM stark gefährdet. Deswegen wird im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr gearbeitet – auch während der Spiele. Da Matarazzos verzweifelte Kommandos für die Spieler nicht zu hören sind, spielt der VfB zeitweise in einem 2-3-5-System und unterliegt Mainz (im fluiden 2-1-2-1-1-3) am Ende mit 4:7. Ein Wahnsinn!

17. Spieltag Um die herausragende Hinrunde gebührend zu feiern, kooperieren die Cannstatter Kurve und Critical Mass. Das Ergebnis ist die “Karadwane”, ein drei Kilometer langes Peloton über die B10, A81 und A6. Der Winter ist so mild wie nie, am Spieltag herrschen 21 Grad. Weil man zu spät aufgebrochen ist, muss richtig in die Pedale getreten werden. Das Motto: “Alle in Schweiß”. Die VfB-Spieler sind beeindruckt und liefern ebenfalls: Am Ende steht es 3:0 (Perea, Kalajdzic, Stenzel), der VfB beendet die Hinrunde auf Platz 8. Sportdirektor Mislintat ist so euphorisiert, dass er sich nach einem Siegerbierchen spontan bereit erklärt, die Rückfahrt ebenfalls mit dem Ebike anzutreten.

Zum Weiterhören: Der Rasenfunk sieht den VfB in seiner Saisonvorschau zwischen Platz 10 und 16. Die Analyse bleibt ein bisschen an der Oberfläche und es wird m.E. zu stark auf „Erfahrung“ und Leader“ herumdiskutiert. Aber das werden hier wahrscheinlich einige gerne hören ;-)

Bilder: Getty Images

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