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So hart ging Glasner mit seiner Mannschaft ins Gericht

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Schon auf der Pressekonferenz nach dem 1:2 gegen Hertha BSC gab Eintracht-Trainer Oliver Glasner Einblicke in sein Gefühlsleben. Der Ärger über seine Mannschaft war riesig. Und auch einen Tag danach verschonte er seine Spieler nicht vor einer knallharten Analyse.

Von der Eintracht berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

"Es ist scheißegal, in welchem System wir spielen, wenn wir unsere Aufgaben nicht erfüllen. Das war von uns allen zu wenig", sagte Oliver Glasner, Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem 1:2 in der Bundesliga gegen Hertha BSC. Dass er abschließend gar noch mutmaßte, er könne sich nach dem Spiel "einen hinter die Binde kippen", um Lösungen zu finden, demonstrierte auch die offensichtliche Wut des Trainers. Es war eine Generalabrechnung, die der 47-jährige Österreicher vollzog. Eine durchaus berechtigte, denn gegen die schlechteste Defensive der Liga fiel der Offensive der Hessen nur wenig ein und gegen den Hauptstadtklub zeigten die Spieler zudem auch defensiv eine äußerst schlechte Leistung, gepaart mit individuellen Fehlern und taktischer Disziplinlosigkeit. Dass Glasner nach dem Spiel für seine Verhältnisse der Kragen platzte, weil er das Spiel als massiven Rückschritt wahrgenommen hat, war allzu verständlich.

Rechte Seite zu offensiv

Doch auch in der Analyse am Sonntag soll der ehemalige Wolfsburg-Coach laut geworden sein und die Fehler knallhart angesprochen haben. Verschont wurde dabei kein Akteur, auch Leistungsträger wie Filip Kostic und Martin Hinteregger, die beide nicht ihren besten Tag hatten, sollen Kritik eingesteckt haben. Glasners größter Kritikpunkt: Die mangelnde taktische Disziplin. Einfache Basics, die die Spieler an die Hand bekommen haben, wurden auf dem Platz nicht umgesetzt. Nach dem Spiel kritisierte er schon auf der Pressekonferenz Rechtsverteidiger Timothy Chandler, der über weite Teile der ersten Hälfte viel zu hoch stand und die Defensive damit im Stich ließ. Den gleichen Kritikpunkt hatte der Österreicher im vorherigen Spiel schon Almamy Toure auf selbiger Seite angekreidet. Die Dreierkette kam so immer wieder in schwer zu verteidigende Situationen. Sehr wahrscheinlich werden Danny da Costa oder Erik Durm in den kommenden Spielen wieder ihre Chance erhalten. Beide sind vor allem defensiv taktisch deutlich disziplinierter.

Basics stimmen nicht

Als Anschauungsmaterial bei der Analyse dürfte unter anderem das Gegentor zum 0:1 (7. Minute) gedient haben, bei dem Berlins Vladimir Darida quasi völlig unbedrängt die Flanke auf Marco Richter schlagen konnte, der per Kopf einnickte. Chandler befand sich dort auf einer Höhe mit Jens Petter Hauge, der allerdings vor ihm spielte, und ganz weit weg vom Spielgeschehen war. In den Zweikampf musste dann gar mit Makoto Hasebe der letzte Mann und in der Mitte ließ Kostic seinen Gegenspieler Richter passieren und auch Evan N'Dicka verlor ihn aus den Augen. Abstimmung und Aufteilung stimmten in der Situation zu keiner Zeit. Gerade solche fehlenden Basics machen es Glasner aber ungemein schwer, das Team besser zu machen. Das hat der SGE-Coach seinen Spielern wohl unmissverständlich deutlich gemacht - und hofft nun am Donnerstag (21 Uhr) in der Europa League gegen Olympiakos Piräus auf eine Reaktion seiner Mannschaft, die vor der Berlin-Pleite noch in München gesiegt hatten.

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