Seifert wirft Abbruch-Befürwortern vor: „Je nach Tabellenplatz entdeckt man plötzlich die Moral“

fussball.news

Artikelbild: Seifert wirft Abbruch-Befürwortern vor: „Je nach Tabellenplatz entdeckt man plötzlich die Moral“

Die Bundesliga hat mit dem ersten Spieltag unter besonderen Corona-Bedingungen allen Unkenrufen zum Trotz einen Erfolg gelandet. Dennoch ist klar, dass ein Saison-Abbruch vorstellbar bleibt. Christian Seifert attackiert allerdings die Klubs, die sich von vornherein dafür aussprechen.

„Blicken Sie nach England oder in die 3. Liga hierzulande, dann drängt sich der Eindruck auf: Je nach Tabellenplatz entdeckt man plötzlich die Moral“, so der DFL-Geschäftsführer gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Sowohl in der Premier League, als auch in Liga drei regt sich lautstarker Widerstand gegenüber Plänen, die Saison auf dem Platz beenden zu wollen. Für Seifert lauert dahinter ein simples Kalkül, den sportlich womöglich bevorstehenden Abstieg zu verhindern.

„Unannehmbar, um die Goldene Ananas zu spielen“

Dies trifft gerade auf die Klubs in England zu. Dort regte sich der Widerstand schließlich vornehmlich unter den Teams am Tabellenende, die eine gesellschaftliche Unverantwortlichkeit des Spielbetriebs kundtaten. Diese vermeintlichen Sorgen teilen die übrigen Vereine nicht. Seifert erkennt daher „ein wichtiges Zeichen“ darin, dass sich alle 36 Bundesliga-Klubs unisono auf eine Fortsetzung der Spielzeit geeinigt haben und es dabei auch um alle sportlichen Entscheidungen geht. Denkbar hätte ja auch sein können, den Abstieg auszusetzen. „Es wäre unannehmbar, wenn wir von vornherein sagen würden: Die Fernsehpartner und Sponsoren sollen bezahlen, aber eigentlich wollen wir nur um die Goldene Ananas spielen und ein bisschen Auslaufen veranstalten“, argumentiert Seifert.

Seifert wittert „Betrug am Fan“

Für den 51-Jährigen wäre diese Vorgehensweise „Betrug am Fan“. Indirekt richtet sich dieser Vorwurf also auch an die Befürworter eines Abbruchs in England und der 3. Liga, die außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der DFL liegt. Der Ligaverband hat sich laut Seifert nicht näher damit beschäftigt, ein entsprechendes Szenario zu entwerfen. „In der Situation haben wir nicht gedacht: Was passiert, wenn wir abbrechen? Sondern: Was müssen wir tun, um wieder zu spielen? Zumal wenn man weiß, dass für einige Klubs die Uhr tickt.“ Für Seifert bleibt die Rückkehr auf den Platz alternativlos.