Schwäbe: "Kürzester Weg zu einer Trophäe" | OneFootball

Schwäbe: "Kürzester Weg zu einer Trophäe"

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Besiegt der 1. FC Köln diesmal seinen Achtelfinalfluch im DFB-Pokal? Die vergangenen sieben Spiele in der Runde der letzten 16 gingen allesamt verloren. Am Dienstag (ab 18.30 Uhr, live bei Sky) trifft der viermalige Pokalgewinner zuhause auf den Hamburger SV. Im DFB.de-Interview spricht FC-Keeper Marvin Schwäbe (26) mit Mitarbeiter Tobias Gonscherowski über seine bisherige Pokalsaison, den Kampf um die Nummer eins im Kölner Tor und seinen besonderen Karriereweg.

DFB.de: Marvin Schwäbe, vor der Saison war beim 1. FC Köln die Rollenverteilung bei den Torhütern klar: Timo Horn ist die Nummer eins und spielt Bundesliga, Sie sind sein Herausforderer und kommen im DFB-Pokal zum Einsatz. Inzwischen hat sich die Situation geändert. Das Rennen um die Nummer eins ist offen, derzeit habe Sie die Nase vorn. Wie lief denn die Pokalsaison bislang für Sie?

Marvin Schwäbe: Grundsätzlich positiv. Das erste Spiel in Jena war mein Debüt im Trikot des 1. FC Köln. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl, obwohl wir in Rückstand geraten sind. Wir haben es dann geschafft, den Ausgleich zu erzielen und ins Elfmeterschießen zu kommen. Da konnte ich mich dann zweimal auszeichnen - das ist super gelaufen für mich. Ebenso das zweite Spiel gegen den VfB Stuttgart. Wieder gewonnen, zu Null gespielt, eine Runde weitergekommen. Das bedeutete für mich, dass ich mein drittes Spiel auch noch bekomme. Und mit dem HSV wartet nun ein weiterer spannender Gegner auf uns.

DFB.de: Wie stark schätzen Sie die Hamburger ein?

Schwäbe: Der HSV ist ein starker und ambitionierter Gegner, der zurück in die Bundesliga will. Wir müssen aufpassen. Die Mannschaft hat ihre Stärken, sie spielt auch guten Fußball. Daher müssen wir auf alles gefasst sein. Die Videoanalysen stehen aber noch aus, so dass ich noch nicht zu sehr in den Details bin. Wir werden den HSV auf keinen Fall unterschätzen.

DFB.de: Was wird der Schlüssel zum Sieg sein?

Schwäbe: Wir müssen unseren Fußball durchziehen und von der ersten bis zur letzten Minute alles geben. Wir wollen positiv und mutig nach vorne agieren und dem HSV so wenig Möglichkeiten wie möglich geben. Wir wollen das Spiel dominieren.

DFB.de: Wie hoch siedeln Sie den DFB-Pokal persönlich an?

Schwäbe: Für mich persönlich ist er sehr wichtig. Und wie Sie eingangs erwähnt haben, sollte der DFB-Pokal mein Wettbewerb werden. Deshalb ist der Stellenwert in dieser Saison noch etwas höher. Und es ist der kürzeste Weg zu einer Trophäe. Wir wollen Runde für Runde überstehen.

DFB.de: An welche Pokalspiele, die Sie selbst bestritten haben, denken Sie vor allem zurück?

Schwäbe: Sportlich gab es für mich viel Auf und Ab. Als Torwart des VfL Osnabrück habe ich 2015 gegen RB Leipzig gespielt. Das Spiel wurde in der 71. Minute abgebrochen, nachdem der Schiedsrichter von einem Feuerzeug getroffen worden war (die Partie wurde dann 2:0 für Leipzig gewertet; Anm. d. Red.). Die Erinnerung an das Spiel ist trotzdem positiv, weil wir zum Zeitpunkt des Abbruchs 1:0 geführt haben. Ein Jahr später bin ich mit Dynamo Dresden wieder auf Leipzig getroffen. Diesmal haben wir sie im Elfmeterschießen rausgehauen. Grundsätzlich verbinde ich positive Erinnerungen mit dem DFB-Pokal.

DFB.de: Nach der zwischenzeitlichen Verletzung des Stammkeepers Timo Horn sind Sie auch in der Bundesliga beim 1. FC Köln die Nummer eins. Mit welchen Erwartungen wechselten Sie im Sommer von Bröndby zum FC?

Schwäbe: Mir wurde damals klar gesagt, dass Timo die Nummer eins ist, ich für Konkurrenz sorgen soll und meine Chance bekomme, wenn ich das gut mache. Jetzt bin ich froh, dass ich auch das kommende Bundesligaspiel im Tor stehe. Das ist für mich persönlich super. Es ist besser gelaufen, als es geplant war.

DFB.de: Wie ist Ihr Verhältnis zu Timo Horn?

Schwäbe: Ganz normal, wir haben ein gutes Verhältnis, auch wenn wir Konkurrenten sind. Ich denke, dass ist nicht in allen Keeperteams so.

DFB.de: Wenn man sich Ihre Vita anguckt, erkennt man eine kontinuierliche Weiterentwicklung, von der 3. Liga über die 2. Bundesliga bis hin zum dänischen Topverein Bröndby IF. Dort standen Sie drei Jahre unter Vertrag und wurden Meister. Wie wichtig war diese Auslandserfahrung für Sie?

Schwäbe: Es lief für mich persönlich sehr gut. Die Zeit hat mir viel gegeben. Wie Sie schon sagten, ging es für mich darum, immer einen Schritt weiterzugehen, regelmäßig zu spielen, mich nicht auf die Bank zu setzen und nur auf die Chance zu warten. Dementsprechend habe ich nach den drei Jahren in Dänemark und der Meisterschaft den nächsten Schritt gewagt. Es gibt in der Bundesliga nur 18 Mannschaften und 18 Plätze für Torhüter. Der 1. FC Köln war seit über einem Jahr an mir dran und wollte mich verpflichten. Speziell Torwarttrainer Andreas Menger hat oft angerufen und mir ein gutes Gefühl gegeben. Daher habe ich mich relativ frühzeitig für den FC entschieden.

DFB.de: Sie waren damit mehr oder weniger Nachfolger eines Weltmeisters, denn Ron-Robert Zieler war Ihr Vorgänger als Nummer zwei in Köln. Überhaupt kann der FC auf eine lange Tradition großer Keeper zurückblicken. Haben Sie schon mal Toni Schumacher kennengelernt?

Schwäbe: Die Tradition und die großen Namen sind mir definitiv bekannt. Aber Toni Schumacher durfte ich bis jetzt leider noch nicht kennenlernen.

DFB.de: Wie haben Sie das erste halbe Jahr in Köln erlebt? Wie sehr haben Sie mitbekommen, welche Bedeutung der Klub für die Stadt hat?

Schwäbe: Ich fühle mich sehr wohl hier und wurde sehr gut aufgenommen von der Mannschaft, dem Klub und allen Leuten drumherum. Ich weiß, dass die Stadt den Verein lebt. Aber wenn man das alles vor Ort mitbekommt, ist das noch einmal etwas anderes - viel intensiver, als man sich das vorstellen kann.

DFB.de: Inklusive 4:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach.

Schwäbe: Das war das absolute Highlight bisher. Es war leider das vorerst letzte Spiel mit voller Hütte. Von daher habe ich aus dem Spiel eine sehr gute Erfahrung mitgenommen.

DFB.de: Wenn der 1. FC Köln sich im Pokal gegen den Hamburger SV durchsetzen sollte, stünde er bereits im Viertelfinale. Ist da schon ganz fern am Horizont das Finale in Berlin in Sicht?

Schwäbe: Man versucht, das Ziel vor Augen zu haben, aber es ist noch weit weg. Deswegen sollte man von Spiel zu Spiel gucken. Man darf sich im Pokal keinen Ausrutscher leisten.

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