
Rund um den Brustring
·5. April 2025
Rund um das Spiel in Bochum

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·5. April 2025
Tief im Westen geht es für den VfB Stuttgart weiter. Nachdem man die Niederlagenserie beendete und ins Finale des DFB-Pokals einzog, geht man mit breiter Brust ins Ruhrstadion.
Wie schnell sich die Stimmung verändern kann. Letzte Woche nach der verdienten Niederlage gegen Frankfurt lag die Saison in Trümmern, Europa rückte in weiter ferne und überhaupt sollte man froh sein nicht im Abstiegskampf festzustecken. Und jetzt? Zwischen uns und Europa steht “nur” noch ein Drittligist, die Saison kann ein voller Erfolg werden und sowieso ist der VfB der beste Verein der Welt, faktisch gesehen natürlich. Dabei war das Spiel gegen Leipzig nicht wesentlich besser als gegen Frankfurt. Der Unterschied liegt darin, dass Leipzig seine Chancen nicht genutzt hat und der VfB dagegen seinen Chancenwucher und seine Standardschwäche überwinden konnte. Wobei die Tore dann doch etwas glücklich fielen. Stiller erwischt nicht jede Woche den Ball so perfekt und das Gestochere beim 3:1 hätte auch gut und gerne daneben gehen können. Gleichzeitig hatte Leipzig genügend Torchancen um mindestens drei Tore zu erzielen. Vielleicht war es am Ende Glück oder der Fußballgott wollte endlich mal wieder ein Duell zweier Traditionsvereine im DFB-Pokalfinale sehen, doch ich würde nüchtern betrachtet nicht von einer fußballerischen Trendwende sprechen. 9:25 Torchancen, 0,9:2,1 xG und 33 % (!) Ballbesitz sind erschreckend schwache Statistiken. Moralisch war der Sieg wichtig, versteht mich nicht falsch. Vielleicht kann man die Energie daraus wieder in Selbstbewusstsein umwandeln und mit dem Tabellensechszehnten kommt ein vermeintlich schwacher Gegner, doch die Vorzeichen bereiten mir Sorgen. Bochum ist in Aufwind, sind konnten die Bayern und Dortmund schlagen und haben kürzlich mit Trainer Hecking — Klassenerhalt vorausgesetzt — verlängert. Zeitgleich bereitet mir unsere
große Sorgen. Mit Mittelstädt und Stiller fehlen gleich zwei wichtige Spieler gelbgesperrt und kaum ist Al-Dakhil von der Verletztenliste runter, fehlt er rotgesperrt. Dazu kommt, dass Vagnoman nach wie vor verletzt fehlt. Hoeneß muss, was unsere Defensive angeht, kreativ werden, denn auch so ist sie sehr fehleranfällig. Ja, auf dem Papier sind wir der Favorit und eigentlich ist alles andere als ein Sieg eine Enttäuschung, aber mich würde eine Unentschieden oder gar Niederlage nicht überraschen. Und dann geht es wieder mit dem Gemecker — berechtigt oder unberechtigt — wieder von vorne los.
Ich denke Millot wird Stiller auf der Doppelsechs ersetzen. Dafür wird Führich wieder in die Startelf rücken und ich bin mal so mutig und sehe Jaquez statt Stergiou in der Startelf.
In 71 Spielen konnte der VfB sich 37 mal durchsetzen. Nur 16 Mal gingen die Bochumer als Sieger hervor. Eindeutige Statistik, oder? Doch Vorsicht ist geboten: Überraschenderweise sind wir gegen Bochum auswärtsschwach. Im Bochumer Ruhrstadion konnten wir nur 11 Mal gewinnen. Satte 11 der 16 Bochum-Siege gelangen den Revierclub anne Castroper. Das letzte Duell bei den Bochumern verlor der VfB denkbar knapp mit 0:1. Das war der erste Bochumer Sieg gegen den VfB seit 2005.
Klassisches Trap-Game. Der VfB könnte zu übermütig nach einem schmeichelhaften Sieg gegen die Leipziger sein und dann in Bochum wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht werden. Andererseits könnte der Halbfinalsieg neue Kräfte entfachen und wir sehen den Beginn einer Aufholjagd Richtung Europa, denn wie heißt es so schön? Kommt Frühling, kommt VfB!
Titelbild: © Christof Koepsel/Getty Images