Roundup: S04 siegt klar, HSV hadert mit Chancenverwertung

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Zum Abschluss des 2. Spieltags der 2. Bundesliga waren gleich mehrere Schwergewichte und Aufstiegsfavoriten im Einsatz. Der FC Schalke 04 holte bei Holstein Kiel ein 3:0, der Hamburger SV daheim gegen Dynamo Dresden nur 1:1, während der FC St. Pauli bei Erzgebirge Aue 0:0 spielte.

Schalke erlebte an der Förde einen Traumstart. Bereits in der 2. Minute lag der Ball im Netz der Störche. Thomas Ouwejan hatte per Freistoß geflankt, Simon Terodde zu viel Freiraum genießen dürfen und aus kurzer Distanz im Fallen getroffen. Gemessen an den Spielanteilen war Kiel durchaus gut dabei, die Gefahr ging aber beinahe ausschließlich von Schalke aus. Der aktive Ouwejan traf per Flatterball die Latte (16.), dann wiederholten sich die Ereignisse. Erneut schickte der Linksverteidiger einen Freistoß vor den Kasten, wo Terodde einmal mehr ohne enge Bewachung zum Abschluss kam. Der Direktabnahme des Torjägers ging zur Höchststrafe auch noch durch die Beine von Torhüter Ioannis Gelios ins Netz (21.). Sechs Minuten später traf ausgerechnet Ex-Schalker Steven Skrzybski ins Netz der Knappen, wegen einer vorangegangenen Abseitsposition von Fabian Reese, übrigens ebenfalls mit Schalker Vergangenheit, fand der Treffer aber keine Anerkennung. Die Szene zeigte aber, dass Kiel nach dem zweiten Gegentreffer nicht aufsteckte und durchaus druckvoll auf den Anschluss sinnte. Der Anschlusstreffer noch vor der Halbzeitpause wäre keineswegs unverdient gewesen, gelang aber auch in der zweiminütigen Nachspielzeit nicht.

Nach dem Seitenwechsel stand erneut ein Freistoß von Ouwejan im Fokus, Gelios parierte den diesmal direkten Versuch stark (50.). Im Nachschuss scheiterte Terodde am Keeper, nachdem er mehrere Meter im Abseits gestanden hatte. Dominick Drexler hätte ebenfalls zum Schuss kommen können und stand wohl nicht in der verbotenen Zone. Auch Holstein Kiel brauchte nur wenig Anlauf, um in Halbzeit zwei zu Chancen zu kommen. Skrzybski, Patrick Erras und Finn Bartels kamen aber noch nicht entscheidend durch (53., 54.), Michael Langer fischte zudem einen Kopfball von Alexander Mühling aus der Luft (56.). Die Zwei-Tore-Führung des FC Schalke 04 lebte nun aber so gefährlich wie nie. Wie es aber so oft kommt, machte Schalke dann das dritte Tor. Marius Bülter nutzte einen schlimmen Ballverlust von Hauke Wahl im Alleingang zur Vorentscheidung (67.). Kiel steckte weiterhin nicht auf, kam durch einen Kopfball von Joshua Mees dem Ehrentreffer nahe (75.). Der Joker traf in der 83. Minute auch noch per feinem Schlenzer den Pfosten. Es sollte aber einfach nicht sein.

Schalke holt sich so einen deutlich zu hohen Auswärtssieg, Kiel liegt nach zwei Spieltagen auf Tabellenplatz 18.

HSV lässt zu viel liegen

Nach den überzeugenden Siegen zum Auftakt gingen der Hamburger SV und Dynamo Dresden gleichermaßen mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Davon war allerdings zunächst nur bei den Hausherren etwas zu sehen. Die Elf von Tim Walter übernahm früh das Heft des Handelns und belohnte sich schon nach fünf Minuten. Eine Hereingabe von Manuel Wintzheimer ging im Strafraum an Freund und Feind vorbei, Ludovit Reis kam letztlich ziemlich frei zum Schuss und traf mit etwas Fortune unter Kevin Broll hindurch ins Tor. Die Rothosen blieben am Drücker und zeigten die deutlich ausgereiftere Spielanlage als der Aufsteiger. Eine Mehrfach-Chance für Robert Glatzel hätte das verdiente 2:0 bringen können, der Angreifer scheiterte aber erst an Broll und setzte dann per Absatzkick den Ball knapp neben den Pfosten (18./19.). Erst in der Folge gelang es Dynamo besser, sich aus dem HSV-Druck zu befreien. Dennoch blieben die Hausherren gefährlicher, Glatzel und Wintzheimer versuchten sich etwa kurz nacheinander aus der Distanz mit Schlenzern (34., 35.), die Broll souverän entschärfte. Der Keeper reagierte auch gegen David Kinsombi aus spitzem Winkel hervorragend und hielt seine Mannschaft so im Spiel (38.). Die Chancenverwertung war der einzige Makel in einer beeindruckenden Vorstellung der Hanseaten.

In der zweiten Hälfte kam Dynamo mit zwei eingewechselten Kräften gut aus der Kabine. Ransford Königsdörffer kam dabei zur ersten nennenswerten Torchance der Sachsen, Jan Gyamerah blockte entscheidend (48.). Vier Minuten später musste Daniel Heuer Fernandes gegen Joker Panagiotis Vlachodimos parieren. Von der beinahe überforderten Gäste-Mannschaft aus dem ersten Durchgang war nichts mehr zu sehen. Nicht unverdient folgte der Ausgleich für die Gäste. Dabei traf Tim Knipping nach einer Ecke von rechts mustergültig per Kopf ins lange Eck (68.). Der HSV schüttelte sich durchaus eine Zeit lang, kam in der Schlussphase aber nochmal kräftig. Kinsombi scheiterte per Aufsetzer an Kinsombi (82.), Sonny Kittels flacher Freistoß trudelte am Tor vorbei (84.), Glatzel verpasste den Ball am zweiten Pfosten knapp, stand aber auch im Abseits (85.). Dynamo Dresden lauerte stattdessen auf den womöglich spielentscheidenden Konter. In der fünfminütigen Nachspielzeit blieb der HSV am Drücker, Dynamo bekam aber in den entscheidenden Situationen immer ein Körperteil dazwischen, zudem war Broll noch zweimal zur Stelle.

Beide Teams liegen nach zwei Spieltagen mit vier Punkten unter den Top 5 der Tabelle.

Aue wieder torlos

Anders als in Kiel und Hamburg nahmen sich die Teams von Erzgebirge Aue und des FC St. Pauli zu Spielbeginn mehr Zeit für Highlights. Nach 15 Zeigerumdrehungen erzielte Guido Burgstaller das vermeintliche 1:0 für die Gäste, der Angreifer hatte aber vor seinem sehenswerten Treffer beim starken Anspiel von Luca Zander den berühmten Schritt zu weit vorne gestanden, sodass eine Abseitsposition den Torjubel verstummen ließ. Die Erzgebirger kamen erst kurz vor der Halbstunden-Marke zu einer guten Gelegenheit, dabei scheiterte Omar Sijaric aus spitzem Winkel an St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj. Der Schlussmann war auch bei einem Abschluss von Ben Zolinski kurz vor der Pause zur Stelle. Der ausgeglichene Halbzeitstand ging trotz des leichten Chancenplus der Hausherren durchaus in Ordnung.

In Durchgang zwei dauerte es erneut einige Minuten für ein Highlight. Dann aber kam Finn Ole Becker nach feinem Solo zur besten Chance der Partie. Im Fallen spitzelte der Mittelfeldmann die Kugel denkbar knapp am Pfosten vorbei (54.). Insgesamt machte St. Pauli nach dem Seitenwechsel den etwas druckvolleren Eindruck, die Spannung ergab sich aber in erster Linie aus dem Spielstand. Joker Lukas Daschner hatte für die Hamburger bereits in der Schlussphase den nächsten Hochkaräter, verzog aber in der 84. Minute knapp neben den Kasten. 

Dabei blieb es, sodass Aue am zweiten Spieltag das zweite 0:0 erzielt. St. Pauli kann mit vier Punkten wohl ganz gut leben.

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