Rekordjagd in Europas Topligen: Diese Bestmarken könnten noch fallen

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Matti Peters

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Die Saison 2020/2021 befindet sich in den europäischen Topligen im Endspurt. Mit Ausnahme der Premier League sind die nationalen Titelkämpfe auch noch komplett offen. Das Rennen um Europa bzw. die Abstiegszonen versprechen ebenfalls noch einige Überraschungen.

Wer noch zusätzlichen Anreiz benötigt, der sollte hier mal einen Blick auf die Rekorde werfen, die in dieser Spielzeit noch geknackt werden können. Die Möglichkeiten sind prinzipiell unbegrenzt, wir haben es deshalb auf die halbwegs realistischen Bestmarken beschränkt.


Bundesliga

Lewandowski jagt den „Bomber der Nation“

Die 40 Tore von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 galten über Jahrzehnte als uneinholbar. Da hat man die Rechnung aber nicht mit Bayerns Tormaschine Robert Lewandowski gemacht. Nach 26 Spieltagen steht der Pole bereits bei 35.

Hätte sich RL9 nicht beim Länderspiel gegen Andorra verletzt, hätte er diese Bestmarke wohl in den Schredder gepackt. Nun geht man in München aber von einem Ausfallzeitraum bis Ende April aus. Je nach Heilungsverlauf hätte Lewandowski also noch drei bis eventuell fünf Partien um die fehlenden sechs Tore zu erzielen.

Bayern erneut über 100 Tore?

In der vergangen Saison verpassten die Münchner ihre eigene Bestleistung aus der Saison 1971/72 um genau einen Treffer. 102 Buden sind bis Ende Mai aber so realistisch wie noch nie zuvor. 78 mal haben Lewandowski, Müller und Co. bislang bereits genetzt. Das ergibt einen Durchschnitt von exakt drei Toren pro Spiel.

Diesen müssten sie halten, um am Ende einen neuen Rekord aufzustellen. Der Ausfall von Lewandowski ist auf dem Weg dahin natürlich eine ordentliche Hypothek, aber um es mit Thomas Müllers Worten zu sagen: „Jetzt muss Leon zum Scoretzka werden.“


Doppelpacker vom Dienst

Wer viele Tore schießt, trifft zwangsläufig auch ab und zu mehrfach. Erling Haaland und Robert Lewandowski haben in dieser Spielzeit acht und neunmal mindestens zwei Treffer in einem Spiel erzielt. Gerd Müller (Wer auch sonst?) kam in seiner Fabelsaison 1971/72 auf insgesamt 12 Spiele mit mindestens zwei Toren. Sowohl Haaland, als auch Lewandowski ist diese Marke bis zur Euro noch zuzutrauen.

Schalke droht ein historischer Stempel

In der Bundesliga-Historie gab es nur zwei Klubs, die innerhalb einer Spielzeit nur zwei Siege einfahren konnten: Tasmania Berlin (1965/66) und der Wuppertaler SV (1974/75). Schalke 04 steht aktuell bei nur einem Erfolg. Sollte das 4:0 gegen Hoffenheim tatsächlich der einzige Ligasieg 2020/21 sein?

Außerdem könnte Schalke zum ersten Klub in der Bundesliga-Geschichte werden, bei dem innerhalb einer Saison gleich 37 Spieler zum Einsatz kamen. Aktuell steht Königsblau bei 35. Die selbe Anzahl schickte Eintracht Frankfurt unter Trainer Felix Magath um die Jahrtausendwende nach und nach aufs Spielfeld.

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Magath ist quasi Experte in Sachen Mega-Kader. Er hat offenbar gerne die Qual der Wahl, denn beim VfL Wolfsburg stellte er in der Saison 2010/11 den bisherigen Rekord auf. 36 Profis liefen damals im Verlauf der Spielzeit für die Wölfe auf. Machbar für Schalke, die angesichts der aussichtslosen Lage schon mal den Nachwuchs für die 2. Bundesliga testen könnten.

Müller kann sich nur selbst schlagen

In der vergangenen Saison lieferte Thomas Müller historische 21 Torvorlagen. Diese Bestleistung könnte am Ende ebenfalls fallen. Aktuell liegt der „Nationalspieler im Wartestand“ bei 14 Assists. Wenn er seine Form über die Länderspielpause konservieren konnte, erscheint eine pro Spiel bis Ende Mai durchaus machbar. Wenn er überraschend noch auf den EM-Zug aufspringen will, muss er Jogi Löw wohl auch noch weiter beeindrucken. An der Motivation sollte es also nicht scheitern.


Premier League

Sheffield mit Ladehemmung

Im verflixten zweiten Jahr taumelt Sheffield United dem Abstieg in die zweite Liga entgegen. Ausschlaggebend dafür ist auch die äußerst dürftige Ausbeute vor dem gegnerischen Tor. 16 magere Treffer hat das Tabellenschlusslicht der Premier League nach 30 Spieltagen erst auf dem Konto.

Das ergibt einen Torschnitt von 0,53 pro Spiel. Sollte die Blades den 38. Spieltag mit weniger als 20 Toren abschließen, hätten sie Derby Countys Horror-Saison 2007/08 unterboten und einen neuen Rekord aufgestellt.

Kane/Son vs. Drogba/Lampard

Toptorjäger Harry Kane allein hat in der laufenden Spielzeit schon öfter das Netz zappeln als Sheffield United. Nicht selten glänzte Sturmpartner Heung-min Son als Vorbereiter. Eine derart tödliche Kombo sucht man in der Historie der Premier League beinahe vergebens.

Einzig die Chelsea-Legenden Didier Drogba und Frank Lampard legten sich in ihrer gemeinsamen Zeit mehr Treffer gegenseitig auf. 36 kombinierte Tore um genau zu sein. Kane und Son stehen mittlerweile schon bei 34. Diese historische Bestmarke könnte als noch bis zum Saisonende sprichwörtlich Geschichte sein.

Dominanter Meister

Manchester City hat bis zur Pleite im Stadtderby eine sagenhafte Serie von 21 Siegen in Folge hingelegt. Entsprechend groß ist auch der Abstand zum Zweitplatzierten Manchester United. 14 Punkte liegen mittlerweile schon zwischen den beiden Lokalrivalen.

Sollten die Skyblues diese Differenz bis zum Saisonabschluss auf 20 Punkte ausgebaut haben, hätten sie ihre eigene Bestmarke aus der Saison 2017/18 verbessert. Liverpool gewann in der Vorsaison mit 18 Punkten Vorsprung und scheiterte somit knapp.


Ligue 1

Ein Jahr zum vergessen für Dijon

Das Schalke 04 des französischen Fußballoberhauses heißt FCO Dijon. Der Klub aus der Bourgogne kann in dieser Spielzeit noch zahlreiche negative Rekorde aufstellen.

  • Die meisten Niederlagen in Folge – Zehn Ligapleiten reihte Dijon vor der Länderspielpause aneinander. CA Paris kassierte 1933-1934 mal 12 Niederlagen in Serie. Dijons nächste Gegner lauten Marseille und Monaco. Hier besteht akute Gefahr für einen neuen Rekord.
  • Die meisten Heimspiele in Folge ohne Sieg – DFCO hat in dieser Saison in 16 Heimspielen noch keinen Sieg feiern dürfen. Damit haben sie diesen Rekord bereits eingestellt. Sollten sie also auch nur eine der drei verbleibenden  Partien im Stadion Gaston-Gérard nicht gewinnen, gibt es den unrühmlichen Geschichtsbucheintrag.
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  • Die wenigsten Siege in einer Saison – Nîmes, Lens, Reims, Arles-Avignon und Troyes halten aktuell den Rekord mit nur drei Saisonsiegen innerhalb einer Spielzeit. Dijon steht derzeit bei zwei.
  • Die wenigsten Punkte in einer Saison – Lens sammelte 1988-89 nur 17 Punkte in 38 Spieltagen. Dijon hat momentan 15 Zähler und bräuchte mindestens einen Sieg oder drei Remis, um diesem Rekord noch aus dem Weg zu gehen.

La Liga

Villarreal die Remiskönige?

Villarreal wird umgangssprachlich auch als „gelbes U-Boot“ bezeichnet. In der laufenden Saison ist die Mannschaft von Trainer Unai Emery auch schon häufig abgetaucht. In Sachen Punkteteilung schwimmen sie aber ganz klar an der Oberfläche. 13 Mal spielten sie bereits Unentschieden.

Deportivo La Coruña schaffte 2015/16 mal 18 Remis. Alles noch machbar in neun verbleibenden Partien. Kurios: Trotz des Status als „Remiskönige“ ist Villarreal noch voll im Rennen um die Teilnahme am Europapokal.

Barça auswärts eine Macht

Die Katalanen haben zuletzt einen richtigen Auswärtslauf in LaLiga hingelegt. Neun Spiele in Folge konnte die Koeman-Elf für sich entscheiden. In der Saison 2010/2011 stellte Barcelona mit insgesamt 12 Auswärtssiegen in Serie einen neuen Vereinsrekord auf.

Dieser könnte also noch ausgebaut werden. Der Weg dahin wird aber denkbar schwer. Am 10. April wartet El Clásico in Madrid. Danach bekommen die Blaugrana es auswärts mit Villarreal, Valencia und Levante zu tun.

Barça keine One-Man-Show mehr?

Zum Abschluss noch eine etwas überraschende Erkenntnis: Der FC Barcelona ist offenbar gar nicht so unfassbar abhängig von Lionel Messi, wie es immer den Anschein erweckt.

Zumindest nicht in den letzten beiden vergangenen Spielzeiten. In 2019/20 trafen insgesamt 18 verschiedene Spieler in der Liga und stellten damit einen neue Klubbestmarke auf. Zuvor hielten die Barça-Teams von 1984/85 und 1995/96 den Rekord mit 17 verschiedenen Torschützen.

In der laufenden Saison steht man zehn Spieltage vor Ende erneut bei 18 Profis. Sollte sich also einer Herren Piqué, Umtitti, Aleñá, Busquets oder Pjanić noch einen Treffer gönnen, wäre auch dieser Rekord gebrochen.