Real Madrids "Galacticos" als Vorbild für PSG?

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Paris Saint-Germain plant mit den Star-Transfers von Gianluigi Donnarumma, Sergio Ramos, Achraf Hakimi und Georginio Wijnaldum den Großangriff auf den lang ersehnten Champions-League-Titel. Ähnlich ambitioniert ging es bei Real Madrid Anfang der 2000er-Jahre mit der "Galactico"-Ära sowie im turbulenten Transfersommer 2009 zu. Doch spätestens nach dem Abgang 2018 von Cristiano Ronaldo gen Juventus Turin verblasst der Schein des weißen Balletts immer mehr, während PSG allmählich zur Großmacht im europäischen Fußball aufsteigen will.

Klappt es bei Paris Saint-Germain nun endlich mit dem Champions-League-Titel? 2020 im Finale knapp gegen den FC Bayern München gescheitert (0:1), schieden die Franzosen in der Vorsaison im Halbfinale gegen Manchester City aus. Nach der Übernahme 2011 durch die Unternehmensgruppe Qatar Sports Investments, dessen Vorsitzender Nasser Al-Khelaifi ist, wurden bis dato Investitionen in Höhe von über einer Milliarde Euro getätigt. Außer nationalem Erfolg sprang international allerdings noch kein Titel heraus.

Mbappe und Neymar allein reichen nicht

Spätestens in der neuen Saison soll sich dies jedoch ändern - oder besser gesagt: muss es angesichts der Ausgaben sogar. Die beiden Offensiv-Superstars Kylian Mbappe und Neymar kamen bereits 2017 nach Paris, kosteten zusammen rund 400 Millionen Euro, erzielten unzählige Treffer, doch konnten sie PSG bislang noch nicht den Henkelpott erbringen.

Weil PSG zu oft nicht als Mannschaft funktionierte und der Fokus vor allem nur auf eine starke Offensive gerichtet war? Die bislang in diesem Sommer getätigten Transfers zeigen immerhin: Cheftrainer Mauricio Pochettino bekommt seinen Defensivverbund gestärkt. Für die Torhüter-Position wurde Europameister Gianluigi Donnarumma verpflichtet, für die Verteidigung respektive die Außenbahn Sergio Ramos (Real Madrid), Danilo Pereira (FC Porto) und Achraf Hakimi (Inter). Um im Mittelfeld für die nötige Stabilität zu sorgen, ist Georginio Wijnaldum (FC Liverpool) hinzugestoßen. Kostenpunkt: 76 Millionen Euro für die Vergoldung eines ohnehin schon namhaften Kaders, der womöglich - zumindest auf dem Papier - sogar der beste der Welt ist.

Geld bringt nicht immer Erfolg

Das Vorgehen von PSG erinnert doch stark an jenes von Real Madrid. Als Florentino Perez bei den Königlichen im Juli 2000 erstmals zum Präsidenten bei den Madrilenen gewählt wurde, kündigte er die Transfers von Starspielern an, holte im selben Sommer noch Luis Figo, ein Jahr später Zinedine Zidane - und bescherte Real Madrid 2002 damit den neunten Champions-League-Titel. Wurden daraufhin noch Stars wie David Beckham, Michael Owen, Ronaldo oder Robinho verpflichtet, konnten die Blancos in den Folgejahren aber nicht mehr an den internationalen Erfolg von 2002 anknüpfen.

Perez, der 2006 nach sportlichem Misserfolg sein Amt niederlegte, kehrte 2009 als Präsident zurück, wobei "La Decima", der zehnte Titel in der Champions League ganz oben auf der Agenda stand. Dementsprechend ambitioniert ließen sich die Königlichen im Sommer 2009 die Dienste von Stars wie Xabi Alonso, Kaka, Karim Benzema und Cristiano Ronaldo allein 230,5 Millionen Euro kosten. Doch mit dem internationalen Erfolg war weiter Geduld gefragt, mussten die Madrilenen fünf Jahre bis 2014 warten, ehe der zehnte Henkelpott in das Trophäen-Kabinett der Spanier gestellt werden konnte.

Der Glanz der alten Real-Tage ist vorbei

Zwischen 2016 und 2018 sollten gar noch drei Champions-League-Titel in Folge hinzukommen, der Kern aus Sergio Ramos, Raphael Varane, Marcelo, Daniel Carvajal, Luka Modric, Casemiro, Toni Kroos und vor allem der Offensivreihe "BBC" um Gareth Bale, Karim Benzema und Cristiano Ronaldo sorgte für ein Erfolgsnovum im europäischen Vereinsfußball.

Doch hat sich seither vieles getan: Ronaldo verließ Real bereits 2018 in Richtung Juventus Turin, seither schafften es die Madrilenen nicht mehr ins Endspiel der Königsklasse. Kompensiert wurde der Abgang des Portugiesen bis heute nicht, nun ging in diesem Sommer auch Sergio Ramos, der zuvor 16 Jahre das Trikot des "weißen Balletts" trug, ausgerechnet zu PSG.

Causa Mbappe: Das Blatt kann sich wieder wenden

Ramos soll seine Erfahrung in Paris einbringen, um mit den Franzosen den europäischen Fußballolymp zu erstürmen, während sein Ex-Klub von diesem Ziel weit entfernt zu liegen scheint. Doch sei gesagt, dass sich das Blatt schnell wenden kann: PSG-Superstar Kylian Mbappe soll seinen 2022 auslaufenden Vertrag in Paris nicht verlängern wollen und einen Wechsel zu Real Madrid anstreben. Geht der Wechsel diesen oder spätestens kommenden Sommer über die Bühne, beginnt womöglich wieder eine neue "galaktische" Ära in Madrid, während in Paris dann ein bedeutendes Puzzlestück verloren gehen könnte. Vorerst aber kann man die Paris-Profis durchaus als die neuen Galaktischen des europäischen Spitzenfußballs bezeichnen.

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