Pione Sisto & Anders Dreyer: In Midtjylland zurück zu alter Stärke | OneFootball

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Cavanis Friseur

·5. März 2021

Pione Sisto & Anders Dreyer: In Midtjylland zurück zu alter Stärke

Artikelbild:Pione Sisto & Anders Dreyer: In Midtjylland zurück zu alter Stärke

Dreieinhalb Millionen Euro: So viel Geld nahm der dänische Meister FC Midtjylland in den letzten beiden Transferperioden in die Hand, um sich die Dienste der beiden Flügelspieler Anders Dreyer und Pione Sisto zu sichern.

Zumindest in Dänemark galten beide einmal als große Talente, nachdem sie bereits im jungen Alter in der nationalen Liga überzeugen konnten. Beide verschätzten sich aber bei ihren Wechseln in die europäischen Topligen.


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Sowohl Sisto als auch Dreyer konnten sich bei Vigo respektive Brighton nicht durchsetzen. Und so sind sie nun zurück in ihrem Heimatland, um die ins Stocken geratenen Karrieren wieder anzukurbeln.

Pione Sisto – der “verlorene Sohn” kehrt zurück

Dabei wäre es fast ganz anders gekommen, zumindest im Fall von Pione Sisto. Der 26-Jährige, zuletzt bei Celta Vigo angestellt, stand nämlich im Sommer schon kurz vor einer Einigung mit dem FC Kopenhagen, Midtjyllands größtem Rivalen.

In letzter Sekunde funkte der FC Midtjylland aber noch dazwischen und holte den 25-fachen dänischen Nationalspieler zurück. Im Sommer 2016 hatte Sisto Midtjylland gen Spanien verlassen, bei Celta Vigo konnte er die Erwartungen aber nie richtig erfüllen.

Im Gedächtnis bleibt am Ende vor allem eine kuriose Geschichte aus seiner Zeit in Spanien. Frühsommer 2019, Vigo steckt mitten im Abstiegskampf, als Sisto sich mitten in der Saison entschied, eine Fruchtdiät zu starten. In der Folge war er wenig überraschend nicht einsatzfähig.

Nachdem er in der letzten LaLiga-Saison immer sporadischer zum Einsatz kam, sah sich der in Uganda geborene Sisto nach neuen Vereinen um. Bei seiner Entscheidung für Midtjylland – und damit gegen Kopenhagen – habe er „auf sein Herz gehört“, sagt Sisto. Schon von 2010 bis 2016 hatte er für den FCM die Fußballschuhe geschnürt.

Bei seinem Jugendverein ist Sisto auf Anhieb wieder zum Stammspieler aufgestiegen, seit seinem Transfer im September verpasste er nur ein Ligaspiel. Meistens läuft er als Linksaußen auf seiner Paradeposition auf, allerdings wurde er in der laufenden Saison auch schon einige Male als Zehner eingesetzt.

Die Stärken, die einst sogar Borussia Dortmund oder Inter als Interessenten auf den Plan riefen, lässt Sisto seit seiner Rückkehr nach Dänemark wieder regelmäßiger aufblitzen. Zu zwei Assists gesellen sich in sechzehn Ligaspielen fünf Tore, darunter ein Freistoßtor – und pikanterweise ein Doppelpack im Spiel gegen den FC Kopenhagen.

Wenn er als Linksaußen aufgestellt wird, zieht der Rechtsfuß gerne nach innen und agiert als inverser Flügelspieler, manchmal sogar als verkappter Spielmacher. Er spielt viele Verlagerungen, agiert für einen Flügelspieler ziemlich zentral.

Schon sieben Großchancen konnte Sisto so in der laufenden Saison einleiten, im Schnitt legt er pro Spiel 1,6 Torschüsse auf. Im Vergleich zu vielen anderen Flügelspielern verliert er relativ wenige Bälle, er ist in der FCM-Offensive eher Strukturgeber als klassischer Flügelspieler. So passt es dann auch gut, dass Sisto immer mal wieder als Zehner eingesetzt wird.

Anders Dreyer: Von der “Loan Army” zum Leistungsträger

Sein Pendant auf Midtjyllands rechter Angriffsseite ist Anders Dreyer, der schon im Winter 2020 zum FCM wechselte. Vorher stand der 22-Jährige anderthalb Jahre beim Brighton in der Premier League unter Vertrag.

Im Sommer 2018 hatten die Seagulls Dreyer verpflichtet, nachdem er in seiner ersten Profisaison bei Esbjerg mit 26 Scorern geglänzt hatte. Nachdem Dreyer ein halbes Jahr in Brightons Reserve gespielt hatte, wurde er verliehen – zunächst zu St. Mirren nach Schottland, anschließend zum SC Heerenveen in die Eredivisie. Richtig gut liefen diese Leihgeschäfte aber nicht, und so entschied sich der Premier-League-Klub letztlich, Dreyer wieder abzugeben.

Beim FCM lief es für Dreyer auf Anhieb wieder besser. Schon in der Rückrunde 2019/2020 sammelte er zehn Scorerpunkte in der Superligaen. In der aktuellen Saison stehen nach sechzehn Spielen fünf Tore und sechs Assists zu Buche.

Mit seinem tiefen Körperschwerpunkt, dem guten Antritt und der hohen Endgeschwindigkeit ist Dreyer ein wahrer Albtraum für die Verteidiger anderer dänischer Vereine, der Däne ist wahnsinnig schwer vom Ball zu trennen.

Seine Saisontore erzielte Dreyer ausnahmslos mit seinem linken Fuß, der eine echte Waffe ist. Mit seiner Schnelligkeit kann er gut hinter die gegnerische Abwehrkette geschickt werden – ein klassischer Konterspieler ist er aber eigentlich nicht.

Ähnlich wie Sisto zieht Dreyer gerne nach innen, sucht von dort selbst den Abschluss oder setzt seine Teamkollegen in Szene. Anstatt bis zur Grundlinie durchzugehen, zieht Dreyer lieber schon früh nach innen und sucht eher im Passspiel Tiefe. Regelmäßig zieht er parallel zur gegnerischen Verteidigung ins Zentrum und versucht dann, Steckpässe in den Rücken der Abwehrspieler zu spielen.

So stark er mit seinem linken Fuß ist, so schwach ist Dreyer leider mit dem Rechten. Exemplarisch dafür steht dieses Tor im Topspiel gegen Bröndby: Anstatt den Ball direkt mit rechts ins Tor zu drücken, zieht Dreyer lieber noch mal nach innen, trifft dann aber immerhin mit links.

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Es geht bergauf

Sowohl bei Sisto als auch bei Dreyer zeigt die Formkurve deutlich nach oben, seit sie zurück in Dänemark sind. Verantwortlich dafür ist aber mit Sicherheit nicht nur die geringere sportliche Qualität in der Superligaen, Dreyer hatte sich zuvor auch in anderen kleinen Ligen (bei St. Mirren und Heerenveen) nicht wirklich durchsetzen können.

Vielmehr spielt wohl der FC Midtjylland eine große Rolle bei dieser positiven Entwicklung. Der Verein gilt als extrem fortschrittlich, was fast alle Bereiche angeht. Aber das Umfeld ist nicht nur innovativ, sondern auch geduldig. Aus sportlicher Sicht sind Sisto und Dreyer gesetzt. Auch schwächere Leistungen sorgen nicht sofort dafür, dass sie ihren Platz in der Mannschaft verlieren.

Im 4-3-3, manchmal auch im 4-2-3-1 haben beide auf Anhieb ihren Platz gefunden und konnten sich gegen die Konkurrenz geradezu spielerisch durchsetzen. Richtig überraschen tut das nicht, da beide nicht umsonst als hochveranlagt galten. Im Gegensatz zu ihren vorherigen Stationen können sie in Midtjylland aber wieder häufiger ihr Leistungsoptimum abrufen.

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