Nach Herrlich-Fehler: Gisdol hält flammende Verteidigungsrede

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Als Markus Gisdol bei der Pressekonferenz des 1. FC Köln auf das Thema Menschlichkeit und Heiko Herrlich angesprochen wurde, hielt der Trainer eine flammende Verteidigungsrede. Man solle jetzt nicht den Stab über den Coach des FC Augsburg brechen.

Das Quarantäne-Leben im Hotel, so Markus Gisdol, sei „kein schönes“. Man pendele zwischen Hotel und Trainingszentrum und müsse dabei beobachten, wie Leute spazieren gehen oder gar im Eiscafe sitzen. „Dann weißt du, welches Opfer du aktuell bringst“, sagte der Trainer des 1. FC Köln. Heiko Herrlich, Kollege vom FC Augsburg, hatte die Regeln gebrochen und erzählte davon, wie er trotz Quarantäne zum Supermarkt ging um Zahnpasta und Hautcreme zu kaufen.

Gisdol schützt Herrlich

„Heiko weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Er hat in dem Moment nicht mehr an die Regeln gedacht“, so Gisdol. Übertriebene Kritik sei deshalb aber übertrieben: „Jetzt verurteilen wir ihn, als hätte er eine Bank überfallen. Heiko hat etwas gemacht, was nicht in Ordnung war. Das weiß er auch! Aber jetzt geht mir die Verurteilung zu weit.“

„Fehler mit vernünftigem Maß bewerten“

Gisdol wünscht sich, dass die Berichterstattung insgesamt so normal wie möglich gehalten werde: „In welcher Welt wollen wir denn leben? Wollen wir beobachten, wer welche Schritte wo gemacht hat und den Leuten Handschellen anziehen?“ Den Fußballern gehe es auch wie dem „normalen“ Bürger: „Es ist nicht angenehm, wenn mal einer über die Bande tritt, aber das ist doch auch menschlich.“ Es sei auch eine krasse Konsequenz, dass Herrlich nicht am Spiel teilnehme: „Ich bin weit davon entfernt, ein Moralapostel zu sein. Wir alle machen Fehler.“ Gisdol sagte auch mit Blick auf die Journalisten: „Ich bin mir sicher: Jeder von euch hat mal einen Fehler gemacht, wenn er draußen war und zum Beispiel die Maske vergessen hat. Das kann jedem einmal passieren und das sollte in einem vernünftigen Maß bewertet werden.“