Mohamed Simakan bei RB Leipzig: Großes Talent, große Fußstapfen

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Spotlight | Dayot Upamecano und Ibrahima Konate haben RB Leipzig verlassen. Doch der Klub war gut vorbereitet. Mit Josko Gvardiol und Mohamed Simakan verstärken zwei talentierte Verteidiger den Vizemeister. 

  • Mohamed Simakan: Der nächste, logische Schritt
  • Große Fußstapfen für den jungen Verteidiger
  • Ein vielversprechendes Talent

Mohamed Simakan: Ausgebildet beim RC Strasbourg

Am 3. Mai 2000 wurde Mohamed Simakan in Marseille geboren. Nach Stationen bei kleineren Klubs wechselte er schon mit zehn Jahren zu Olympique Marseille. Nach einigen Umwegen folgte 2017 schließlich der Schritt in die Jugendabteilung des RC Strasbourg. Das war ein ganz entscheidender Punkt in der Karriere des jungen Verteidigers. Denn dort entwickelte er sich sehr gut, konnte ohne den ganz großen Druck in der Ligue 1 Erfahrungen sammeln und sich für größere Aufgaben beweisen. In der Saison 2019/20 sammelte er erste Erfahrungen in Frankreichs höchster Spielklasse und spielte sich direkt in die Notizzettel verschiedener Klubs aus dem Ausland. 

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Vor allem Milan brachte sich in Stellung und verhandelte gar über einen Transfer des jungen Franzosen. Doch dann meldete RB Leipzig Interesse an und beschleunigte die Dinge. Im März diesen Jahres ging der Deal dann über die Bühne. RB Leipzig stattete Simakan mit einem Vertrag bis zum Sommer 2026 aus und bezahlte verschiedenen Medienberichten zufolge rund 15 Millionen Euro Ablöse. Simakan, der ab Ende Januar verletzt ausfiel, befindet sich derzeit auf dem Weg zu alter Stärke und will bei seiner neuen Station von Beginn an angreifen.

Dynamik, gute Tacklings und Ansätze mit dem Ball

„In der Kabine bin ich lieb und nett und genieße die Zeit, die ich mit den Jungs verbringe. Aber auf dem Platz geht es ums Gewinnen, um Leistung, da bin ich ein anderer. Da will ich an meine Grenze kommen“, sagte der Franzose selbst bei seiner Vorstellung. Damit gibt Simakan bereits einen sehr guten Einblick in seinen Charakter. Der 21-Jährige ist ein kompromissloser Verteidiger, der im direkten Zweikampf keinen Ball verloren gibt und versucht, seinen Gegenspieler nie aus den Augen zu verlieren. Aber abgesehen von den klassischen Tugenden eines Spielers aus dem Defensivzentrum zeigte Simakan in der Vergangenheit schon sehr gute Ansätze im Spiel mit dem Ball.

Hier herrscht allerdings noch Nachholbedarf. Die Streuung im Spielaufbau ist noch zu groß. In Sachen Ballkontrolle und Präzision im Passspiel muss sich Simakan noch weiterentwickeln, dafür hat er in anderen Teilbereichen Vorteile. Die Athletik war schon in der Ligue 1 beeindruckend und nach seiner Verletzung hat der Spieler enorm viel im Kraftraum gearbeitet. Gerne agiert Simakan in der Defensive, indem er aktiv aus dem Abwehrzentrum herausgeht und verteidigt. Er ist ein sehr aggressiver Verteidiger, der hartnäckig im Zweikampf ist, ohne auffallend häufig ein Foulspiel zu begehen.

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Wichtig für den dynamischen Abwehrspieler, der auch das Andribbeln aus der Defensive im Repertoire hat, ist es, schnell in Topform zu kommen. Körperlich ist er auf einem guten Weg, aber insgesamt wird Simakan mehr als ein halbes Jahr kein Pflichtspiel bestritten haben, ehe es bei Leipzig losgeht. Mit dem Rhythmus kommt auch die Sicherheit und je mehr Automatismen im gesamten Defensivbereich herrschen, desto mehr wird auch der Franzose davon profitieren. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gegeben, um ein guter Ersatz für Dayot Upamecano respektive Ibrahima Konate (beide 22) zu sein.

Simakan und der große Schritt zu RB Leipzig

Der Schritt vom RC Strasbourg, einem Mittelfeldteam in Frankreich, zu RB Leipzig, das den Anspruch hat, in der K.O.-Runde der Champions League eine gute Rolle zu spielen, ist sicher ein großer. Doch er bringt auch eine große Chance mit sich. Das hat mit den beiden Abgängen zu tun, denn die Hierarchie im Defensivzentrum entwickelt sich komplett neu. Willi Orban (28) ist ein guter, aber kein überragender Verteidiger, Marcel Halstenberg, der innen spielen kann, könnte den Verein noch verlassen. Und Josko Gvardiol (19), ebenfalls ein Neuzugang, bringt genau wie Simakan sehr viel Qualität mit, ist aber auch noch sehr unerfahren. Völlig unabhängig davon, ob ein Spieler wie Maxence Lacroix (21), der zweifelsohne sofort der Abwehrchef wäre, noch verpflichtet werden kann, hat Neuzugang Simakan eine sehr gute Chance auf regelmäßige Einsätze.

Ein weiterer Faktor ist die Verpflichtung von Trainer Jesse Marsch (47) – aus zweierlei Gründen. Einerseits ist der US-Amerikaner dafür bekannt, mit jungen Spieler arbeiten und diese sehr gut entwickeln zu können. Andererseits ist ein Trainerwechsel grundsätzlich erst einmal für jeden Spieler eine gute Chance. Denn einen Vertrauensvorschuss gibt es nicht, quasi jeder fängt bei „null“ an. Der Konkurrenzkampf, der nun herrscht, kann zur Folge haben, dass jeder Spieler zu Höchstleistungen gepusht wird. Zwei, drei schwächere Trainingsleistungen und man spielt im wichtigen Testspiel nicht von Anfang an. Dort werden dann Automatismen eingeübt, die eminent wichtig sind.

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Der Blick auf den bisherigen Werdegang von Mohamed Simakan zeigt aber, dass der Verteidiger schon in jungen Jahren große Fortschritte gemacht hat. Die Verletzung hat ihn in der Entwicklung zwar etwas zurückgeworfen, dennoch ist das Potenzial sehr groß. Ob der Transfer von Simakan zu RB Leipzig im Endeffekt ein Erfolg wird, ist von vielen Faktoren abhängig. Sollte der Beginn nicht vollumfänglich positiv verlaufen, sollten die Rahmenbedingungen aus Alter und Akklimatisierung beachtet werden. Schöpft der Franzose sein Potenzial aber aus, dann hat RB Leipzig einen sehr guten Transfer getätigt. Früher oder spöter sollte sich das auch zeigen.

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