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·1. März 2024

Mit diesen Trainerkandidaten MUSS sich der BVB befassen

Artikelbild:Mit diesen Trainerkandidaten MUSS sich der BVB befassen

Edin Terzic steht bei Borussia Dortmund in den kommenden Wochen unter Ergebnisdruck. Sollte die Champions-League-Teilnahme ernsthaft in Gefahr geraten, ist ein Trainerwechsel bei den Schwarzgelben entgegen aller anderslautenden Beteuerungen von Hans-Joachim Watzke durchaus wahrscheinlich. Einen logischen Zeitpunkt für diesen Schritt gibt es dabei.

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Fünf Spieltage könnten über Wohl und Wehe entscheiden

Nach der Länderspielpause im März geht es binnen fünf Spieltagen gegen den FC Bayern, VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und RB Leipzig. Von Ende März bis Ende April könnte sich damit entscheiden, ob die Saison des BVB nur enttäuschend oder ein völliges Desaster wird. Die Präferenz der Verantwortlichen wäre dabei sicherlich, mit Terzic wenigstens bis zum Sommer weiterzumachen. Die Tendenz im Umfeld der Schwarzgelben geht derzeit dahin, dass dann ein Schnitt vollzogen werden dürfte. Terzic scheint der Aufgabe, der Mannschaft eine spielerische Identität zu geben, nicht ganz gewachsen zu sein. Der Übergang wäre im Sommer besser zu moderieren, gegebenenfalls ist dann auch der Pool an Kandidaten größer. Mit welchen Personalien muss sich der BVB befassen? fussball.news stellt eine Auswahl von sechs Trainern vor.


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Der große Wurf: Julian Nagelsmann

Wie realistisch ein Engagement von Nagelsmann beim BVB ist, nachdem er den FC Bayern und die deutsche Nationalmannschaft trainiert hat, sei dahingestellt. Fakt ist, dass der Bundestrainer beim DFB nur bis Sommer unter Vertrag steht und mit seinen 36 Jahren sicher noch nicht das Ende der Klubkarriere anstrebt. Watzke hat zuletzt im Oktober im Deutschlandfunk bestätigt, dass Nagelsmann in der Vergangenheit schon mehrfach intern als heißer BVB-Kandidat gehandelt wurde. Der Geschäftsführer mag im Sommer die Verantwortung im sportlichen Tagesgeschäft abgeben, will dabei ein bestelltes Feld hinterlassen. Ein Trainer-Coup, wie Nagelsmann ihn darstellen würde, würde da ins Bild passen. Das Motto muss lauten: Versuch macht klug.

Der Naheliegende: Sebastian Hoeneß

Wenn Dortmund die Champions League verpassen sollte, würde es auch am Höhenflug des VfB Stuttgart unter Hoeneß liegen. Der Neffe von Uli und Sohn von Dieter Hoeneß gilt als designierter Bayern-Trainer, aber wohl eher erst in einer mittelfristigen Zukunft. Einen Hoeneß als BVB-Coach zu verpflichten, das wäre eine feine Pointe für eine der letzten Amtshandlungen von Watzke und gleichzeitig ein guter Start für den bisherigen Sportdirektor Sebastian Kehl, sollte er, wie es derzeit aussieht, mehr Verantwortung übernehmen. Inhaltlich gibt es reichlich Argumente, die dafür sprechen: Hoeneß hat beim VfB viele Spieler besser gemacht und lässt einen Stil spielen, den sich Dortmund-Fans auch von ihrer Mannschaft wünschen dürften. Gewissermaßen ist der 41-Jährige die naheliegendste halbwegs realistische Option, wenn der BVB einen Trainer von außerhalb holen will. Allerdings ist damit zu rechnen, dass Hoeneß sich eine Saison als Champions-League-Trainer des VfB kaum entgehen lassen würde. Und günstig würde seine Verpflichtung sicherlich nicht (Vertrag bis 2025).

Der Unterschätzte: Ralph Hasenhüttl

Während bei Nagelsmann die Verfügbarkeit ob des mutmaßlichen Interesses anderer Klubs in Frage stehen dürfte, könnte Dortmund Hasenhüttl theoretisch schon per sofort engagieren: Der Österreicher ist seit November 2022 ohne Klub. Die Akkus sollten damit nach knapp vier Jahren beim FC Southampton wieder aufgeladen sein. Zuvor war Hasenhüttl am Aufstieg von RB Leipzig zur Fußballmacht in Deutschland beteiligt. Das könnte ihn bei Teilen des Dortmunder Anhangs disqualifizieren, dürfte den Verantwortlichen aber nicht von vornherein zum Ausschlusskriterium gereichen. Der Ex-Profi hat seine Qualitäten vor Leipzig auch mit dem FC Ingolstadt bewiesen, der seit seinem Abschied in der Versenkung verschwunden ist. Mit jedem Jahr verblasst die Erinnerung, weswegen Hasenhüttl als Trainerkandidat für Top-Klubs der Bundesliga inzwischen wahrscheinlich unterschätzt wird.

Das Top-Talent: Fabian Hürzeler

Sollte sich der BVB auf ein Wagnis einlassen, landet man bei der Kandidatensuche schnell bei Hürzeler. Mit 31 Jahren hat der Coach des FC St. Pauli den Ruf des Wunderkinds weg. Die Hamburger hat er zum Aufstiegsfavoriten Nr.1 geformt, obwohl die Kiezkicker nicht unbedingt eine qualitativ höherwertige Mannschaft haben als zum Beispiel der Stadtrivale Hamburger SV. Hürzeler ist genau das gelungen, woran Terzic zu scheitern droht: Unabhängig davon, wer für St. Pauli auf dem Platz steht, ist immer genau zu erkennen, welchen Prinzipien die Mannschaft folgt. Sie hat eine klare Identität und ist auch deshalb ungemein schwer zu schlagen. In 44 Partien hat Hürzeler nur viermal verloren. Mit dem Jungtrainer könnte Dortmund endlich mal wieder längerfristig etwas aufbauen. Bislang hat Hürzeler bei St. Pauli nicht verlängert und wäre damit auf dem Markt. Der VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg scouten das Trainer-Talent laut Medienberichten bereits.

Der Rückkehrer: Roger Schmidt

Geht es nach dem sportlichen Fit, sollte Schmidt beim BVB weit oben auf der Liste stehen: Mit seiner Vergangenheit in der Red-Bull-Familie (und bei Bayer Leverkusen) steht er für den intensiven Fußball, den sich Dortmund seit Jahren auf die Fahnen geschrieben hat. Bei der PSV und vor allem bei Benfica hat der 56-Jährige aber auch dominantere Spielstile aufgezogen. Gewissermaßen ist er damit ein idealer Kandidat für die Gratwanderung, die Dortmund zwischen Bundesliga (fast immer auf dem Papier Favorit) und Champions League (gerne der Underdog) betreiben muss. Schmidt ist in Lissabon allerdings vertraglich bis 2026 gebunden und müsste gegebenenfalls mit einer Ablöse verpflichtet werden.

Der Publikumsliebling: Nuri Sahin

Die naheliegendste Lösung gerade für eine interimsweise Übernahme schon während der laufenden Saison ist Co-Trainer Sahin, der im Winter gemeinsam mit Sven Bender das Trainerteam von Terzic erweitert hat. Der Ex-Profi ist ein Liebling des Dortmunder Publikums, könnte somit für einen Stimmungsaufschwung sorgen. Zudem ist bekannt, dass Watzke zum ehemaligen türkischen Nationalspieler ein beinahe väterliches Verhältnis pflegt. Den Co-Trainer eines beurlaubten Chefs zu dessen Nachfolger zu machen, birgt immer die Frage in sich, wie groß denn die Veränderungen überhaupt ausfallen können. Dadurch, dass Sahin aber erst seit wenigen Monaten dabei ist, sollte dieser Gedankengang keine große Rolle spielen. Eher schon, dass der 35-Jährige bisher nicht die nötige Lizenz aufweist, um als hauptverantwortlicher Trainer in der Bundesliga agieren zu können. Im Sommer wäre das laut eines Berichts des Portals SPOX womöglich kein Problem mehr, da Sahin dann in Besitz der nötigen Trainerscheine sein soll. Nach Johann Wolfgang von Goethe hieße es beim BVB damit: 'Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah'. Die Hoffnung müsste lauten, dass langfristig mehr Erfolg damit einhergeht als bei der ähnlichen Konstellation, die Terzic zum Cheftrainer hat werden lassen.

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