Mainz-Vorstand plädiert: "Nationale TV-Gelder komplett gleich verteilen"

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Wie werden die TV-Gelder in Zukunft verteilt? Gibt es einen gerechteren Schlüssel? Dr. Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des FSV Mainz 05, hat dazu eine klare Meinung.

"Früher wurden die Medienerlöse komplett gleich verteilt. Dann wurden die nationalen Medienerlöse je nach dem Abschneiden in der Tabelle ausgeschüttet. Doch in den zurückliegenden 10, 15 Jahren sind die Medienerlöse aus dem internationalen Wettbewerb explodiert. Bei den nationalen TV-Geldern reden wir von einer Spreizung im Verhältnis von etwa 1:2 zwischen dem 18. und dem Meister", sagte Dr. Jan Lehmann dem kicker. 

Kein faires Verhältnis mehr bei der Verteilung

Der kaufmännische Vorstand des FSV Mainz 05 rechnete vor, dass sich das Verhältnis durch die Erlöse der internationalen TV-Vermarktung in Richtung 1:4 verschiebe. Zum Vergleich: In der Premier League liegt diese Quote bei 1:1,6. Die Folge: Der FC Liverpool war nach Manchester United, Manchester City, Leicester City und dem FC Chelsea der fünfte Meister unterschiedliche Meister seit 2012.

Verhältnis "zerstört den Wettbewerb"

In der Bundesliga grüßt der FC Bayern München seit acht Jahren von der Spitze - und ein Ende der Dominanz ist nicht absehbar. Lehmann bemängelte: "Betrachtet man die UEFA-Erlöse, dann haben wir hier fast ein Verhältnis von 1:10. Das muss ein Ende haben, weil es den Wettbewerb zerstört." Er forderte ein Umdenken: "Die Argumentation Leistungsprinzip ergibt keinen Sinn mehr, weil die Erträge in den UEFA-Wettbewerben enorm gewachsen sind."

Lehmann will einen Neuanfang wagen

Doch wie soll der neue TV-Geld-Schlüssel dann aussehen? Lehmanns Vorschlag wäre ein Neuanfang: "Man müsste die Medienerlöse der Bundesliga, national wie international, komplett gleich verteilen und der 2. Liga wieder mehr Geld zur Verfügung stellen. Auch von den Einnahmen aus dem internationalen Wettbewerb sollten die nicht beteiligten Vereine einen Teil erhalten. Das mag bei manchen Klubs als nicht gerecht empfunden werden, die Frage ist nur: Welche Liga wollen wir?"

Tabelle ist zementiert

Es ist eine berechtigte Frage mit Blick auf die Tabelle der abgelaufenen Saison. Die beinahe schon spannendste Frage ist: Welcher etwas größere Klubs rutscht in den Abstiegskampf. Diesmal erwischte es Werder Bremen, im Jahr zuvor den VfB Stuttgart. Die Top-9? Der SC Freiburg rückte in den Kreis auf, Bremen fiel raus. Ansonsten? Keine Veränderungen im Vergleich zur Spielzeit 2018/19. Die Prognosen vor der Spielzeit: Sie können aktuell stets ziemlich genau getroffen werden, da die Tabelle zementiert ist.