Nur die Raute
·29. August 2025
Kampf um Hamburg: Diese 4 Duelle entscheiden das Stadtderby!

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·29. August 2025
Zum ersten Mal seit 2011 kommt es in der Bundesliga zum Hamburger Stadtderby. Die Vorzeichen könnten dabei kaum vielversprechender sein.
Wenn am Freitagabend (20.30 Uhr, Sky) das Stadtderby angepfiffen wird, könnte es wie in jedem Aufeinandertreffen der beiden hanseatischen Fußballklubs nicht nur auf das kleinste taktische Detail, sondern auch darauf ankommen, welcher Verein besser mit der besonderen Atmosphäre und dem immensen Druck klarkommen wird.
Entscheidend ist außerdem, wie die beiden Mannschaften ihre direkten Matchups auf dem Platz bestreiten werden. Wir nehmen daher vier Schlüsselduelle auf dem Weg zum Derbysieg unter die Lupe!
In der letzten Linie des FC St. Pauli spielt mit Eric Smith ein sehr variabel einsetzbarer Akteur. Der Schwede beherrscht das Spiel in der Defensivreihe der Kiezkicker, kann aber sowohl mit als auch gegen den Ball als gelernter defensiver Mittelfeldspieler in höhere Zonen vorstoßen. In dieser Rolle und Positionierung kann man Smith sicherlich zum gehobenen Standard der Bundesliga zählen.
Im kommenden Aufeinandertreffen wird es für den HSV entscheidend sein, seine Kreise möglichst klein zu halten. Ransford Königsdörffer könnte dabei im Anlaufen der Rothosen eine wichtige Rolle zuteil werden: Er soll Smith entweder direkt attackieren, oder ihn stets im Deckungsschatten halten.
Sobald der HSV den Ball erobert oder bereits kontrolliert und in die Tiefe spielen möchte, wird es ebenfalls am Deutsch-Ghanaer hängen, schnellstmöglich den direkten Weg zum gegnerischen Tor zu suchen. Dies könnte den Wirkkreis Smiths einengen, da man bei den Braun-Weißen im Laufe des Spiels mehr und mehr drauf bedacht sein dürfte, nicht im eigenen Rücken erwischt zu werden.
Dieses Duell könnte für beide Seiten Wirkungstreffer bedeuten und möglicherweise recht früh andeuten, wie viel Risiko das jeweilige Team gehen kann und möchte.
Vom Flügelspieler zum verkappten Spielmacher: Die spielerische Weiterentwicklung Sahitis, insbesondere in Betrachtung der immer besser werdenden Einbindung des Kosovaren, ist beachtlich. Viele hatten den 26-Jährigen bereits abgeschrieben als Merlin Polzin und sein Trainerteam eine neue und deutlich fluidere Rolle für ihn fanden.
Für den HSV gibt es zwei Optionen: Den mehr auf Tiefgang und Umschaltsituationen ausgelegten Rayan Philippe in die letzte Angriffslinie zu stellen, oder mit Emir Sahiti einen sich frei bewegenden Offensivspieler auf den Platz zu schicken. Dieser könnte dafür sorgen, dass das Mittelfeld aus Fujita und Sands Probleme in der Zuordnung bekommt.
Sollte Sahiti spielen, dürfte er vor allem mit jenem Fujita häufig Bekanntschaft machen. Der 23-jährige Japaner kam im Sommer für 3,5 Millionen Euro von VV St. Truiden aus Belgien und soll das Defensiv-Zentrum der St. Paulianer dicht halten. Mit Sahiti hat der Neuzugang einen beweglichen und zugleich schwierig zu greifenden Gegenspieler. Das gilt vor allem, wenn der Edeltechniker seine positionelle Freiheit auch in der Bundesliga beibehalten darf.
Sahitis Aufstellung würde zwar weniger Potenzial in Sachen direktem Tiefgang bedeuten, sie könnte allerdings auch den Vorteil haben, dass man einen Verbindungsspieler besitzt, der im gegnerischen Zentrum für Zuteilungsprobleme sorgt. Insbesondere wenn James Sands wie gegen Dortmund offensiv attackiert, könnte das für Räume vor der letzten Defensiv-Reihe sorgen. Für einen Spieler wie Sahiti ist das optimal!
Foto: Getty Images
Erleben wir beide Spieler über 90 Minuten im Vollsprint? Sowohl Girogi Gocholeishvili als auch Louis Oppie sind in ihren Mannschaften auf der jeweiligen Außenbahn breit positioniert, sollen in der Offensive für Durchbrüche auf den Flügeln sorgen. Andersherum gilt es, in der Defensive den gegnerischen Außenverteidiger attackieren.
Hier wird es stark auf das ganz grundlegende Eins-gegen-Eins-Duell ankommen. Beide werden häufig isoliert gegeneinander antreten. Verliert ein Akteur den Zweikampf, wird die Seite offen sein und auf Unterstützung des äußeren Innenverteidigers gehofft werden.
Oppie bringt hier sicherlich etwas mehr Physis mit, könnte daher auch als hohe Anspielstation zum Weiterleiten genutzt werden. Gocholeishvili besitzt hingegen viel Dynamik im Antritt und könnte als Tiefengänger im Umschalten eine offene Seite für sich nutzen.
Danel Sinani war gegen den BVB der Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Paulianer. Seine Bilanz: Ein Tor, eine Vorlage, 62 Ballkontakte, acht Flanken, zwölf lange Pässe, 13 geführte Zweikämpfe. Ihn einzugrenzen, wird nicht nur an einer Person liegen, vor allem wenn sich Dinani frei zwischen den Linien bewegen darf.
Trotzdem wird es vor allem auf Daniel Elfadli ankommen! Er muss die richtigen Momente abpassen, um aktiv nach vorne zu verteidigen und den Luxemburger am Aufdrehen zu hindern. Ihn frühzeitig bei der Ballannahme zu stören und sich mit den Nebenleuten abzustimmen, wann Sinani übergeben wird, könnte eine nicht zu unterschätzende Aufgabe für die Hintermannschaft des HSV werden.
Elfadli könnte zudem zu einem leichten Pressingopfer der Kiezkicker werden. Hier muss der HSV im Spielaufbau aufpassen und dafür sorgen, dass nicht zu häufig der Weg über Elfaldi und das Zentrum gesucht wird. Fluide Positionierungen von Miro Muheim und den zentralen Mittelfeldspielern könnte Räume für längere Bälle ermöglichen.