Jens Rasiejewski: „Gemeinsam etwas Neues schaffen“ | OneFootball

Jens Rasiejewski: „Gemeinsam etwas Neues schaffen“

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Im Sommer 2021 ist Jens Rasiejewski in die TSG-Akademie zurückgekehrt – und hat als Leiter ein ereignisreiches erstes Jahr in neuer Position erlebt.

In der U19 musste im Lauf der Saison 2021/22 ein Trainerwechsel vollzogen werden, zudem galt es, die eine oder andere strukturelle Stelle im sportlichen Bereich neu zu besetzen. Erfolge wie die BFV-Pokalsiege der U19 und U17 oder auch der Meistertitel der U16 in der B-Junioren-Oberliga mischten sich mit ausbaufähigen oder nicht zufriedenstellenden Endplatzierungen. Es war „ein Jahr des Umbruchs“, wie Rasiejewski, einst U17-Coach in Hoffenheim und früher selbst Profi in der 1. und 2. Bundesliga, es selbst ausdrückt. Dem nun der Aufbruch folgen soll.

Wir haben mit dem 47-Jährigen über die vergangenen zwölf Monate, die Notwendigkeit, Prozesse umzustrukturieren, und über die Besetzungen der Trainerpositionen der Teams von der U23 bis zur U12 gesprochen. Die Aussagen des Leiters der TSG-Akademie im Wortlaut.

Jens Rasiejewski über …

… das Jahr nach der Rückkehr in die TSG-Akademie: „Ich habe mir das Jahr nicht so vorgestellt, wie es letztlich verlaufen ist, weil es im Fußball auch kaum möglich ist, alles vorherzusagen. Dass es ein ereignisreiches Jahr werden wird, war mir aber durchaus bewusst. Es war ein Jahr mit vielen Veränderungen und viel Bewegung im Verein, ein Jahr des Umbruchs und des Wandels.“

… die Notwendigkeit, Prozesse innerhalb der TSG-Akademie umzustrukturieren: „Als ich angefangen habe, lag hinter unserer Akademie eine Zeit von zehn sehr erfolgreichen Jahren, die sich in dieser Form aber dem Ende zugeneigt haben. Es ist an der Zeit, gemeinsam etwas Neues zu schaffen, sozusagen für die nächste Zukunft des Hoffenheimer Jugendfußballs. Es haben Führungsleute die TSG-Akademie verlassen, neue Mitarbeiter sind dazugekommen. In meiner Position war es die Aufgabe, Sicherheit auszustrahlen, auf deren Grundlage die nächsten Schritte für die Zukunft gegangen werden können. Auf einer Klausurtagung unmittelbar nach der Saison sind diese Schritte umrissen worden.“

… die Philosophie in der Akademie: „Wir sind fest davon überzeugt, dass talentierte Spieler und auch Mitarbeiter, die mit Begeisterung bei der Sache sind, blendende Ergebnisse erzielen werden. Der ausschließliche Blick aufs Ergebnis hemmt, erzeugt vielleicht sogar Ängste. Das darf nicht der Ansatz sein. Ein Fußballspiel hat immer etwas mit Fantasie und Kreativität zu tun. Die Spieler sollen mit Freude auf den Platz gehen, dann werden sie auch ihre Leistungen bringen und Ergebnisse erzielen. Die Aufgabe der Mitarbeitenden in der Akademie ist es, dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Der Ball muss im Mittelpunkt stehen.“

… das sportliche Abschneiden der Akademie-Teams in der vergangenen Saison: „Dietmar Hopp hat bei der Mitgliederversammlung gesagt, dass es unsere Aufgabe sein muss, besser werden zu wollen. Ich stimme ihm da vollumfänglich zu. Genau das ist der Geist, der uns tragen muss. Wir haben hohe Ambitionen, die wir in der vergangenen Saison nicht immer erfüllen konnten. Wir werden gemeinsam daran arbeiten, die Resultate zu verbessern, auch wenn es zeitgleich die wichtigste Aufgabe bleiben wird, die Spieler zu entwickeln.“

… die Neuausrichtung in der U23 mit dem neuen Trainer Vincent Wagner: „Es ging nach den zurückliegenden Spielzeiten darum, einen Aufbruch zu starten. Ich kenne Vincent seit einigen Jahren, bei der Entscheidung waren aber bis zur Geschäftsführung alle mit im Boot, um gemeinsam zu schauen, welche Art von Trainer wir benötigen. Vincent, davon sind wir überzeugt, ist als Trainer für unseren Prozess das passende Element. Er ist ein junger, dynamischer, hoch ambitionierter Trainer, der zudem eine pädagogische Ausbildung und als Lehrer gearbeitet hat. Er hat ein gewisses Charisma und eine gewisse Eigenheit. Als Typ ist er nicht von der Stange.“

… die Besetzungen in den Teams von der U19 abwärts: „Wir wollen, dass sich die Spieler bestmöglich entwickeln. Das können sie am besten in einer Gruppe, die ihnen ein gewohntes Umfeld liefert. Dazu gehört in erster Linie auch ein Trainer, den sie kennen. Deswegen haben wir ein Rotationsprinzip eingeführt, in dem die Trainer mit ihrer Mannschaft nach oben rücken. Stephan Lerch wechselt mit seinen Spielern von der U17 in die U19, Carsten Kuhn von der U16 in die U17, Andreas Lässig von der U15 in die U16. Auch Arne Stratmann ist aufgerückt, von der U13 in die U14. Matthias Cuntz übernimmt in der U15 einen Jungjahrgang, während Manuel Sanchez die U13 und Maximilian Roth die U12 übernehmen. Diese Besetzungen ermöglichen uns eine langfristige Planung.“

… die Ziele für die Saison 2022/23: „Natürlich ist es schön, Meisterschaften zu gewinnen. Ich möchte aber ungern Ziele für die Saison ausrufen, zumal wir immer noch nicht zu 100 Prozent wissen, wie sich der Herbst und der Winter Corona-bedingt entwickeln werden. Wir sind weiterhin froh um jedes Spiel, das wir absolvieren können. Unabhängig davon wollen wir uns noch stärker an unserer Grundidee orientieren, mit der die TSG einst angetreten ist: Wir möchten jungen Menschen eine Perspektive geben, in einer Umgebung, die einzigartig ist – denn ein Dorf, das Hochleistungssport anbietet, ist als Standort mit keinem anderen in der Bundesliga zu vergleichen.“

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