Immer das Gleiche zwischen Tottenham & ManCity, Liverpool auf dem Zahnfleisch zum Rekord

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7 Awards – Premier League | Manchester City erlebte am neunten Spieltag gegen Tottenham ein Déjà-vu. Liverpool fährt auf dem Zahnfleisch einen Rekord ein. Und viel mehr:

“Immer das Gleiche”-Award: Tottenham vs Manchester City

Spielerische Dominanz, deutlich mehr Abschlüsse als der Gegner und dennoch verloren: Pep Guardiola hat diese Art von Niederlage bei Manchester City sehr oft erlebt, zu oft. Am Samstag war es mal wieder so weit, mal wieder gegen Tottenham. Die Spurs gingen nach einem Konter und Abstimmungsproblemen in der Hintermannschaft der Cityzens früh durch Heung-min Son in Führung. In typischer Mourinho-Manier verteidigten sie danach resolut in einem tiefen Block, ehe Lo Celso mit einem weiteren Konter in der 65. Minute alles klar machte.

“Es ist immer das Gleiche”, wird sich Guardiola nach dem Spiel gedacht haben. Der Vizemeister, nun auf Rang elf, hat bei der 0:2-Niederlage bereits das dritte Liga-Spiel in Folge gegen Tottenham Punkte liegen lassen. Die Bilanz: Ein Unentschieden, zwei Niederlagen, bei 2:6 Toren. Dabei sprechen die Zahlen hinter den Ergebnissen eindeutig für Manchester City:

  • 17. August 2019 gegen Tottenham unter Pochettino: 73% Ballbesitz; 30:3 Schüsse, 10:2 aufs Tor, 3,20:0,07 xG. Endstand: 2:2
  • 2. Februar 2020 (Mourinho): 69% Ballbesitz; 19:3 Schüsse, 6:3 aufs Tor, 3,25:0,42 xG. Endstand: 0:2
  • 21. November 2020: 74% Ballbesitz, 22:4 Schüsse, 5:2 aufs Tor, 1,66:0,76 xG. Endstand 0:2

Tottenham hat damit in drei Spielen aus insgesamt sieben Schüssen sechs Treffer erzielt, Manchester City aus 61 ganze zwei. So unfassbar simpel die Ausrichtung der Spurs gegen City auch ist, so gut wurde sie umgesetzt und so unfassbar mangelhaft ist die Effizienz der Guardiola-Elf derzeit im letzten Drittel.

“Auf dem Zahnfleisch zum Rekord”-Award: FC Liverpool

Es ist eine schwierige Saison für den FC Liverpool. In den Spielen lief es oft nicht so wie es sollte, darüber hinaus werden die Reds 2020/2021 so richtig vom Verletzungspech geplagt. Mit Virgil van Dijk, Trent Alexander-Arnold, Joe Gomez, Jordan Henderson, Thiago Alcantara und Mohamed Salah stehen derzeit sechs wichtige Stützen allesamt nicht zur Verfügung. Zu allem Überfluss war am Sonntagabend der Tabellenführer aus Leicester zu Gast.

Doch trotz dieser Umstände und der Qualität des Gegners, rief die Mannschaft von Jürgen Klopp eine der besten Leistungen der Saison ab. Leicester war quasi 90 Minuten in der roten Zange und wurde an die Wand gespielt. Ein Eigentor von Jonny Evans sowie Treffer von (erneut) Diogo Jota und Roberto Firmino besiegelten den hochverdienten 3:0-Sieg. Liverpool zieht dadurch mit dem neuen Spitzenreiter Tottenham gleich und hat ganz nebenbei einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Die Reds blieben am Sonntag das 64. Ligaspiel in Serie an der Anfield Road ungeschlagen. Und das auf dem Zahnfleisch.

“Mendy-Effekt”-Award: FC Chelsea

Auch auf 90PLUS wurde viel darüber geredet, dass der FC Chelsea bei all den beeindruckenden Neuverpflichtungen im Sommer etwas die Defensive vernachlässigte. Das zeigte sich auch auf dem Platz: Die Blues ließen in den ersten fünf Spielen insgesamt neun Gegentore zu, mehr als zwei Siege waren so nicht möglich.

Seitdem hat sich in London allerdings etwas getan. Neuzugang Edouard Mendy rückte zwischen die Pfosten und scheint eine beruhigende Wirkung auf seine Mitspieler zu haben. Die Blues verteidigen unaufgeregter, souveräner und haben gesamtmannschaftlich somit die entscheidende Balance zwischen Angriff und Verteidigung gefunden.

Während Timo Werner und Tammy Abraham nach dem verdienten 2:0-Erfolg über Newcastle die Schlagzeilen ernten, wird es Trainer Frank Lampard am wichtigsten sein, dass seine vermeintlich anfällige Defensive in den letzten sieben Spielen lediglich ein Gegentor zugelassen hat. Mit 22 Toren hat der FC Chelsea derzeit die beste Offensive der Premier League, setzt sich der Trend im Abwehrbereich fort, ist mit den Blues ganz oben zu rechnen.

“Torflaute”-Award: FC Arsenal

Viele Experten rechneten 2020/2021 mit einem Angriff des FC Arsenal auf die Top-Four. So vielversprechend waren die Ansätze unter Trainer Mikel Arteta, so euphorisch die Stimmung im Norden Londons nach dem Gewinn des FA Cups zum Saisonausklang. Nach neun Spielen und dem (glücklichen) 0:0 in Leeds ist die Realität allerdings Platz elf, 13 Punkte, fünf Zähler hinter Rang vier.

Dabei wurde das größte Problem der Gunners wieder evident: Tore schießen. Während Artetas Strukturen einen stabileren Eindruck hinterlassen und wohl der Rahmen für die Zukunft sind, sind es eben jene, die den Gunners kreative Momente rauben. Einzig Newcastle hat weniger Aktionen im letzten Drittel. Am Sonntag war das Spiel eine Halbzeit lang wieder enttäuschend, eine Verbesserung zum Seitenwechsel wurde zu allem Überfluss durch eine Dummheit von Nicolas Pépé gar nicht erst möglich. Der Ivorer flog vom Platz. Mit der Offensive war es in Unterzahl dann endgültig vorbei und die Gunners konnten von Glück reden, dass die Null auch auf der anderen Seite stand.

Strukturen, Lernprozess und Unterzahl hin oder her: Neun Tore nach neun Spielen, bei nur einem Treffer in den letzten fünf sind schlichtweg zu wenig, erst recht mit einem Angreifer der Marke Pierre-Emerick Aubameyangs (zwei Tore). Arteta muss die Torflaute beheben.

“Der richtige Mann für den Job”-Award: Bruno Fernandes

Es war ein umkämpftes Spiel zwischen Manchester United und West Bromwich Albion. Am Ende macht wie so oft bei den Red Devils ein Elfmeter den Unterschied. Kurz nachdem ein Strafstoß für den Aufsteiger durch den Video Assistent Referee aberkannt wurde, folgte der Pfiff am anderen Ende des Platzes.

Bruno Fernandes “hüpfte” in seiner bekannten Art an, aber der starke Sam Johnstone parierte. Wieder schaltete sich VAR ein, der Torhüter hatte zu früh die Linie verlassen. Erneut führte der Portugiese aus, dieses Mal versenkte er sicher zum 1:0-Endstand. Es war das 13. Elfmetertor für ManUtd seit Saisonbeginn 2019/2020. Laut Opta hat in diesem Zeitraum kein Verein mehr seiner Tore vom Punkt erzielt (16%). Passend also, dass die Mannschaft von Ole Gunnar Solskjaer in Bruno Fernandes den richtigen Mann für den Job hat: Sieben seiner 14 Tore für den Klub erzielte er per Strafstoß, der größte Anteil in der Geschichte des Klubs.

“Dominic Calvert-Lewandowski”-Award: Dominic Calvert-Lewin

Neun Spieltage sind gespielt und der Anführer der Torjägerliste hat noch keinen Award bekommen. Das muss sich schleunigst ändern. Zum Glück lieferte Dominic Calvert-Lewin am Wochenende die Vorlage dazu, denn der Engländer wurde für den FC Everton zum Matchwinner.

Beim 3:2-Erfolg über Aufsteiger Fulham erzielte der 23-Jährige seine Saisontore neun und zehn. Einzig Newcastle hat bei seiner Torausbeute eine höhere Abhängigkeit von einem Spieler (Callum Wilson, sechs von zehn) als Everton (zehn von 19). Revitalisiert durch die Ankunft von Trainer Carlo Ancelotti, ist Dominic Calvert-Lewin zu einem der vielversprechendsten Angreifer auf der Insel herangereift.

Er mag nicht ganz Robert Lewandowski sein und auch eine andere Spielweise haben, dennoch hat sich der Angreifer der Toffees den Spitznamen “Dominic Calvert-Lewandowski” aufgrund seiner Torgefahr redlich verdient.

“Wieder ein Kind”-Award: Theo Walcott

Im Januar 2006 wechselte Theo Walcott im Alter von 16 Jahren für zehn Millionen Euro von seinem Jugendklub Southampton zum FC Arsenal. Er war quasi ein Kind und genau so fühlte er sich auch am Montagabend, mit 31 Jahren.

14 Jahre und 347 Tage nach seinem letzten Tor, traf Walcott in einem Ligaspiel wieder für die Saints. Im Sommer war er auf Leihbasis vom FC Everton zurückgekehrt. Mit seinem 1:0 brachte er die Mannschaft von Ralph Hassenhüttl gegen Wolverhampton verdient in Führung, ehe Pedro Neto in einer starken Schlussoffensive noch den Ausgleich erzielte.

Walcott, der bereits in der Vorwoche mit einer Vorlage glänzte, war dennoch glücklich. “Ich kann mich nicht an mein letztes Tor erinnern, aber das Lächeln auf meinem Gesicht sagt alles”, kommentierte der Engländer nach dem Spiel gegenüber der BBC und ergänzte: “Der Klub ist so nah an meinem Herzen. Ich fühle mich wieder wie ein Kind.”

Dank seines Treffers ist Southampton nun seit sieben Spielen ungeschlagen und steht auf Rang fünf.

(Photo by Clive Rose/Getty Images)