🏅 Halbfinal-Awards: Last Woman Standing, der VARnsinn und Oldies | OneFootball

🏅 Halbfinal-Awards: Last Woman Standing, der VARnsinn und Oldies

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Die Halbfinals sind vorbei und im Olympia-Finale stehen zwei Teams, mit denen wahrscheinlich so kaum jemand im Vorfeld gerechnet hätte. Was nicht so goldene Oldies, der Videobeweis (natürlich…) und eine Frau, die die Stellung hält, damit zu tun haben, zeigen unsere Awards.

Der „Oldies, but NO Goldies“-Award

Megan Rapinoe, 36 Jahre. Carli Lloyd, 39 Jahre. Alex Morgan, 32 Jahre. Becky Sauerbrunn, 36 Jahre. Das Durchschnittsalter der US-Frauen: 30,8 Jahre. Damit sind sie das älteste Team des Olympischen Frauen-Fußballturniers. Und gestern gegen Underdog Kanada im Halbfinale ausgeschieden. Nun bleibt nur noch die Hoffnung auf Bronze.

Australien Frauen 3
USA Frauen 4
reguläre Spielzeit

Dabei waren die US-Frauen DIE Top-Favoritinnen auf Gold – viermal gelang ihnen bereits der Olympiasieg, seit 42 Spielen waren sie ungeschlagen. Diese Siegesserie riss bereits im Olympia-Auftaktspiel gegen Schweden, welches sie mit 0:3 verloren. Schon da zeigte sich, dass der Olympia-Sieg für die Weltmeisterinnen von 2019 kein Selbstläufer werden würde.

Dynamik, Spielfreunde sowie Offensiv-Power? Fehlanzeige. In drei Spielen gelang den US-Amerikanerinnen kein einziges Tor. Vom Angriffsfußball, der dieses Team noch bei der vergangenen WM so geprägt hatte, war kaum mehr etwas zu sehen. Vom Glanz der vergangenen Jahre? Nichts übrig. Es scheint, als hätte Nationaltrainer Vlatko Andonovski den Umbruch verpasst. Deshalb geht der Award der „Oldies, but NO Goldies“ ganz klar an das in die Jahre gekommene US-Team. Denn es wird ja höchstens Bronze.


Der „Kann doch nicht VAR sein“-Award

Es war die 42. Minute, kurz vor der Halbzeitpause, als der Ball von Sam Kerr im Tor von Schwedens Hedvig Lindahl einschlug. Überraschung! Australien würde gegen die Top-Favoritinnen in Führung gehen. Nach anfangs großem Jubel folgte aber schnell die ebenso große Verwirrung auf Seiten der Australierinnen. Denn das Tor wurde nicht gegeben. Aber wieso? Und weshalb griff der Videoschiedsrichter nicht ein? Wo ist der VAR, wenn man ihn einmal braucht?

Die Antwort ist so einfach wie bitter: Schiedsrichterin Melissa Borjas erkannte wohl ein Offensivfoul von Emily van Egmond und pfiff – zu früh. Weil sie das tat, bevor der Ball im Netz landete, war die Spielsituation abgeschlossen und der Videoschiedsrichter durfte die höchst strittige Szene nicht mehr checken. Was für ein VARnsinn. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit gingen die Schwedinnen dann natürlich mit 1:0 in Führung. „Das kann doch nicht VAR sein“, ging in diesem Moment wahrscheinlich nicht nur einer Spielerin aus Australien durch den Kopf.


Der „Last Woman Standing“-Award

Sie ist die letzte Frau im Turnier – zumindest, wenn es darum geht, wer an der Seitenlinie das Sagen hat. Von fünf angetretenen Nationaltrainerinnen ist nur noch Bev Priestman übrig, die Kanada sensationell ins Finale führte und somit für eine der großen Überraschungen des Olympischen Frauen-Fußballturniers sorgte.

Dabei ist sie kaum älter als ihre Spielerinnen. Doch mit nur 35 Jahren hat die Britin schon eine beachtliche Karriere hingelegt. Schon vor fünf Jahren gewann sie als Co-Trainerin mit Kanada Bronze bei Olympia, im vergangenen Oktober übernahm sie schließlich das Nationalteam. Und hat direkt die Goldmedaille vor Augen.

Sie würde damit eine lange Tradition weiterführen. Denn obwohl auch im Frauenfußball Trainerinnen rar gesät sind, ging der Olympiasieg seit 2004 nur über eine Frau auf dem Chefposten.