Für Lizenz: VfB Oldenburg muss Ausweichstadion benennen | OneFootball

Für Lizenz: VfB Oldenburg muss Ausweichstadion benennen

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25 Jahre nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hat der VfB Oldenburg gute Chancen, mit dem Aufstieg in die 3. Liga in den Profifußball zurückzukehren. Doch damit der Traum im Falle der sportlichen Qualifikation Realität wird, benötigen die Norddeutschen ein Ausweichstadion, da die heimische Spielstätte derzeit nicht den Drittliga-Anforderungen entspricht.

Keine Rasenheizung, kein Flutlicht

Nein, zu 100 Prozent sicher hat der VfB die Aufstiegsspiele zur 3. Liga noch nicht. Es müsste allerdings schon ein großes Wunder passieren, damit Verfolger Weiche Flensburg noch vorbeizieht. Vor dem letzten Spieltag am kommenden Wochenende liegt der VfB drei Punkte und neun Tore vor dem SC Weiche. Mit einem Remis im Heimspiel gegen Holstein Kiel II können die Oldenburger am Samstag endgültig alles klar machen. In zwei Spielen gegen Nord-Meister BFC Dynamo wird es dann am 28. Mai und 4. Juni um den Aufstieg in die 3. Liga gehen.

Um in der kommenden Saison erstmals seit 1996/97 wieder im Profifußball vertreten zu sein, reicht die sportliche Qualifikation allein aber nicht aus. So verlangt der DFB laut der "Nord-West-Zeitung" die Benennung eines Ausweichstadions – und zwar bis zum 1. Juni. Der Knackpunkt: Das heimische Marschweg-Stadion ist mit 15.200 Plätzen zwar groß genug (die Mindestkapazität liegt ab der kommenden Saison bei 5.000 Plätzen), allerdings verfügt die 1951 eröffnete Spielstätte derzeit weder über eine Rasenheizung noch über ein Flutlicht. Gerade letzteres ist für den Spielbetrieb in der 3. Liga allerdings unabdingbar. Zwar könnte im Aufstiegsfall ein mobiles Flutlicht eingebaut werden, doch ob dieses tatsächlich schon zum Saisonstart stehen würde, ist fraglich. Also muss eine alternative Spielstätte gefunden werden.

Mehrere Alternativen möglich

Die naheliegendsten Lösungen wären das Weserstadion oder Platz 11 in Bremen (55 Kilometer entfernt) sowie das Jadestadion in Wilhelmshaven (60 Kilometer). Doch während das Weserstadion wohl zu teuer ist, verfügt Platz 11 nicht über eine ausreichende Anzahl von Sitzplätzen. Und im Jadestadion spielen bereits zwei Mannschaften – mehr ist laut DFB-Vorgaben für einen dauerhaften Spielbetrieb im Profibereich nicht erlaubt. Infrage kommen sonst noch das Ostfriesland-Stadion in Emden (7.200 Plätze, 86 Kilometer), die Hänsch-Arena in Meppen (13 .696 Plätze, 96 Kilometer), die Bremer Brücke in Osnabrück (16. 667 Plätze, 108 Kilometer) und das Stadion am Lotter Kreuz (10.000 Plätze, 113 Kilometer).

In Lotte soll der VfB laut der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auch bereits angefragt haben, allerdings müsste zunächst der Gemeinderat zustimmen. Sollte der VfB bis zur Frist am 1. Juni kein Ausweichstadion gefunden haben, würde der BFC Dynamo kampflos aufsteigen – sofern die Berliner die vom DFB geforderte Bürgschaft in Höhe von 900.000 Euro fristgerecht hinterlegen. Ansonsten würde sich die Anzahl der Absteiger aus der 3. Liga verringern, sodass Viktoria Berlin am grünen Tisch in der 3. Liga bleiben würde.

Pläne für Stadion-Neubau

Um in Oldenburg Profifußball langfristig möglich zu machen, plant die Stadt derweil den Bau eines neuen Stadions nahe den Weser-Ems-Hallen. Dazu will die Stadtverwaltung dem Ausschuss für Stadtplanung und Bauen auf einer Sitzung am Donnerstag einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorlegen. Nicht zuletzt auch deswegen, um dem DFB zu signalisieren, dass die Absicht zu Investitionen in eine drittligataugliche Infrastruktur besteht.

Doch bis die Bagger anrollen würden, dürfte es noch einige Zeit dauern. Im Aufstiegsfall soll daher zunächst das Marschweg-Stadion ertüchtigt werden. "Wir sind daran interessiert, dass wir, wenn es zum Aufstieg kommt, alles in Bewegung setzen, auch das erste Heimspiel im Marschwegstadion ausrichten zu dürfen", so Geschäftsführer Michael Weinberg in der Zeitung. Es dürfte ein Wettlauf mit der Zeit werden. Dass im Marschweg-Stadion aus Gründen des Immissionsschutzes keine Spiele nach 18:30 Uhr angepfiffen werden dürfen, macht die Sache gewiss nicht leichter.

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