Für Borussia war in Stuttgart viel mehr möglich | OneFootball

Für Borussia war in Stuttgart viel mehr möglich | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: TORfabrik.de

TORfabrik.de

·31. August 2025

Für Borussia war in Stuttgart viel mehr möglich

Artikelbild:Für Borussia war in Stuttgart viel mehr möglich

Borussia Mönchengladbach zeigte in Stuttgart ein sehr ordentliches Auswärtsspiel, stand am Ende jedoch mit leeren Händen da – weil eigene Chancen vergeben wurden und man ein einziges Mal nicht richtig aufpasste. Bereits zu Beginn der Saison wächst der Druck spürbar.

Der Tenor nach der Partie in Stuttgart war eindeutig: Dieses Spiel hätte Borussia Mönchengladbach nicht verlieren dürfen. Die Spieler ärgerten sich, allen voran Philipp Sander: „Ich habe schon lange nicht mehr so unnötig verloren.“ Auch Trainer und Sportdirektor pflichteten ihm bei. Trainer Gerardo Seoane fasste zusammen: „Es war ein gutes Auswärtsspiel – zu einem sehr guten fehlten Effizienz und der richtige Umgang mit den Chancen.“


OneFootball Videos


Die Borussen kontrollierten über weite Strecken das Spiel gegen eine Stuttgarter Mannschaft, die nach der frühen Auswechslung von Nationalstürmer Undav verunsichert wirkte und nach einem schwungvollen Beginn nicht mehr richtig in die Spur kam. Die Gladbacher spielten zwar auch nicht die Sterne vom Himmel, agierten aber strukturiert und ansprechend im Offensivspiel. Einzig die Harmlosigkeit im gegnerischen Strafraum verhinderte eine bessere Ausbeute.

Sander ist der bessere Weigl

Auch im zweiten Saisonspiel blieben die Fohlen trotz guter Chancen ohne eigenen Treffer. Saisonübergreifend war es bereits das vierte Spiel in Folge ohne Gladbacher Tor und das neunte ohne Sieg – eine gefährliche Serie. Selbst wenn man der Mannschaft in Stuttgart keinen großen Vorwurf machen kann, ist Anfang September schon gehörig Druck auf dem Kessel.

Wie der HSV am letzten Wochenende war auch der VfB in keiner besonders guten Verfassung – die Ausbeute von einem Punkt aus diesen beiden Begegnungen ist definitiv zu wenig. Immerhin kann man den Borussen bescheinigen, dass die Mannschaft defensiv stabiler auftritt – Philipp Sander ist in dieser Hinsicht eindeutig der bessere Julian Weigl. Der Einsatzwille war auch in Stuttgart deutlich, doch letztlich konnte die mannschaftliche Geschlossenheit individuelle Defizite nicht vollständig kompensieren.

Dünn besetzte Offensive der Knackpunkt

Erschwerend hinzu kam die Personallage, die gerade in der Offensive wenig Spielraum bot. „Man dürfe nicht weinen“, sagte Roland Virkus mit Blick auf die Ausfälle in der Abteilung Attacke. Nach der kurzfristigen Erkrankung (Magen-Darm-Infekt) von Haris Tabaković war es schon arg dünn im Angriff. Grant-Leon Ranos war der einzige (Halb-)Stürmer auf der Bank, während Hoffnungsträger Gio Reyna nicht einmal im Kader stand.

Dass der US-Amerikaner körperlich noch Aufholbedarf hat, hatte Seoane im Vorfeld deutlich gemacht. Dennoch bleibt es angesichts der Tatsache, dass Reyna in Dortmund den Großteil der Vorbereitung absolviert hat und offensichtlich nicht akut verletzt ist, bemerkenswert, dass es nicht einmal für einen Kaderplatz in Stuttgart gereicht hat. Zwanzig Minuten sollte Reyna in seiner Verfassung doch durchhalten. So blieb nach dem Ausfall von Tabaković ein Bankplatz leer und wurde stattdessen von Sippel als drittem Torwart besetzt.

Castrop der Unglücksrabe

Letztlich war dann auch der Input von der Bank der spielentscheidende Faktor. Während Seoane mit Jens Castrop, der auf der für ihn ungewohnten rechten Seite ranmusste, den Unglücksraben einwechselte, erzielte Stuttgarts Joker Chema das Tor des Tages. Dass dieser letztlich unverdiente Treffer fiel, darf Castrop nicht allein angelastet werden, aber sein Anteil war erheblich. Ein fahriger Ballverlust führte zur Ecke, in deren Folge Castrop unter dem Ball hindurchsprang und Chema den freien Kopfball ermöglichte. Auch Stöger muss sich Kritik gefallen lassen, weil er bei der kurz ausgeführten Ecke zu spät rausrückte und Leweling nur halbherzig störte – der entscheidende Fehler aber passierte Castrop im Zentrum.

Dass dieser danach noch mehrere sehr unglückliche Aktionen hatte, passte ins Bild. Ebenso wie der späte Vierfachwechsel, der mehr Verwirrung in den eigenen Reihen stiftete als beim VfB – obwohl Neuhaus fast noch der Ausgleich gelang. Unter dem Strich steht eine unverdiente und unglückliche Niederlage, die aber selbst verschuldet war – und deshalb doppelt ärgerlich ist. Nach Schließung des Transferfensters sollte die Länderspielpause nun genutzt werden, um einen Re-Start gegen Bremen vorzubereiten. Noch mehr dürfen die Borussen nicht verschenken.

von Marc Basten – TORfabrik.de | Foto: Helge Prang – Getty Images

Impressum des Publishers ansehen