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Führt Stenderas Weg nach Freiburg?


Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die Wege von Marc Stendera und Eintracht Frankfurt werden sich in diesem Sommer trennen. Der Mittelfeldspieler klopft aktuell alle Optionen ab, wobei die heißeste Spur zum SC Freiburg führen könnte. Doch auch ein Abgang in die Premier League lässt sich nicht mehr ausschließen.

Zwei Jahre als Pendler zwischen Bank und Tribüne bei Eintracht Frankfurt sollen für Marc Stendera in den kommenden Wochen ein Ende finden. Das Eigengewächs der Hessen sucht trotz Vertrags bis 2020 eine neue Herausforderung, unter Trainer Adi Hütter hat der Mittelfeldspieler keine Zukunft mehr. Selbst in der vergangenen Rückrunde, als den meisten Spielern die Puste ausging, setzte der Österreicher nicht auf die Qualitäten Stenderas. Zu langsam, so lautete der interne Beschluss, sei der 23-Jährige, möglicherweise habe er sich zu sehr in einer Art Wohlfühloase – er zählt zu den Besserverdienern im Kader – eingerichtet. Die spielerisch durchaus vorhandenen Komponenten wurden deshalb alles in allem als entbehrlich bewertet.

Transfers zum HSV und Hannover sind geplatzt

Ein im Raum stehender Wechsel zum Hamburger SV konnte in den vergangenen Wochen nicht finalisiert werden. Dies lag nicht am Transfer von Sonny Kittel und auch nicht an der angeblich geforderten Stammplatzgarantie. Eine solche setzte Stendera nicht voraus: Stattdessen geht es dem Nordhessen darum, faire und realistische Chancen auf Einsätze zu erhalten und am Ende der Spielzeit den größten Teil auf dem Platz verbracht zu haben. Dieses Paket hätte der HSV zwar erfüllen können, doch Sportvorstand Jonas Boldt muss erst noch Platz im Kader schaffen und zwei bis drei Akteure verkaufen. Da sich diese Umbaumaßnahmen bis in den August hinziehen könnten, wird es hier höchstwahrscheinlich nicht zu einer Einigung kommen. Ebenso wird die Spur von Hannover 96 nicht mehr weiterverfolgt, der Absteiger hat sich für die Transfers von Ron-Robert Zieler, Sebastian Jung und die Vertragsverlängerung von Marvin Bakalorz finanziell bereits mächtig gestreckt.

Freiburg als perfekter nächster Schritt?

Als optimalen Klub für den nächsten Karriereschritt sieht Stendera nach fussball.news-Informationen einen anderen Klub, nämlich den SC Freiburg. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem die Entwicklungen der ehemaligen Eintracht-Kollegen Marc Oliver Kempf und Luca Waldschmidt, die im Breisgau aufblühten und sich einen Namen in der Bundesliga machten. Im zentralen Mittelfeld des Sportclubs könnte zudem bald ein Platz frei werden: Mike Frantz (32 – Kandidat beim 1. FC Nürnberg) und Jerome Gondorf (31) werden nicht jünger, möglicherweise zieht es Jannik Haberer – dessen Kontrakt 2020 ausläuft – zu einem größeren Verein. „Klar will ich diesen Schritt in meiner Karriere irgendwann auf jeden Fall machen. Es ist immer noch mein Ziel, international zu spielen“, sagte der 25-Jährige gegenüber Bild bereits im Winter. Trainer Christian Streich wird sich nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub daher näher mit der Personalie Stendera beschäftigen, der mit seiner Ballsicherheit und Passsicherheit wertvoll sein und vor allem auch bei Standardsituationen (bei Streich ein eminent wichtiger Faktor) mit feinem Füßchen glänzen könnte. Die Ablöse sollte dabei keine Hürde darstellen, Sportvorstand Fredi Bobic würde dem Eigengewächs keine Steine in den Weg legen und eine Lösung finden.

Öffnet sich ein Türchen Richtung Premier League?

Neben Freiburg gelten der FC Augsburg, der 1. FC Nürnberg und auch der 1. FC Köln – sollte der angedachte Transfer vom Wunschkandidaten auf der Sechserposition platzen – als mögliche Abnehmer. Zudem könnte sich Stendera inzwischen auch mit einem Engagement in der Premier League anfreunden. Im vergangenen Sommer noch lehnte er ein Angebot aus der zweiten englischen Liga ab und wollte in Deutschland bleiben. Doch auch wenn es womöglich an Grundtempo mangelt, so kann Stendera doch gedankenschnell umschalten und ein Spiel aus der Tiefe prägen, zumal er auch körperlich gegenhalten kann. Optionen sind vorhanden, trotz schwerer Knie-Verletzungen kommt Stendera bereits auf 89 Pflichtspiele mit 14 Scorerpunkten. Eine schnelle Entscheidung ist allerdings nicht in Sicht, aktuell herrscht ein wenig „Stau“ auf dem Transfermarkt. Somit wird Stendera zunächst zum Laktattest und den ersten Trainingseinheiten bei Eintracht Frankfurt erscheinen.