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Fenerbahçe plötzlich in der Krise

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Es ist kaum mehr als eine Woche her, da war die gelb-marineblaue Welt noch in Ordnung. Die empfindliche Niederlage gegen Olympiakos wurde als Ausrutscher gewertet, immerhin thronte man in der Süper Lig an der Spitze. Heute befindet sich der Verein im Krisenmodus und die Gründe sind zumindest teilweise selbstverschuldet.

Fenerbahçe-Fans mussten stark sein in der letzten Woche. Am Anfang stand eine Niederlage gegen Trabzonspor, die nicht nur drei Punkte, sondern auch die Tabellenführung kostete. Dann verspielte man fahrlässig einen Sieg in der Europa League gegen Underdog Royal Antwerpen und gestern gab es mit dem 1:2 gegen Alanyaspor den bisherigen Tiefpunkt. Nicht alle Enttäuschungen kann man alleine auf sportliche Versäumnisse schieben. Die Niederlage gegen Trabzonspor war höchst unglücklich und bis zum Platzverweis für Ming-jae Kim war man das bessere Team gewesen. Selbst danach überzeugten die "Kanarienvögel" zumindest kämpferisch und hielten lange Zeit tapfer das Unentschieden. Von dieser Entschlossenheit war leider in den letzten beiden Spielen nichts mehr zu sehen. Der ebenso arrogante wie jämmerliche Panenka-Elfmeter gegen Antwerpen ist dabei beinahe sinnbildlich. Man hatte das Gefühl, dass die Spieler weder in diesem Spiel noch gegen Alanyaspor mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu Werke gingen. Die unzähligen Abspielfehler, Fehlpässe und verpassten Chancen dürften vielen Anhängern einige graue Haare verpasst haben.

Pereira im Fokus

Doch nicht nur die Spieler sind dabei im Fokus, auch ihr Vorgesetzter wird nun umso kritischer beäugt. Vítor Pereiras 3-5-2 oder 3-4-3 ist für türkische Verhältnisse sehr modern und ungewöhnlich. Gut durchgeführt haben die Systeme das Potenzial, die Süper Lig aufzumischen. Ein System alleine ersetzt allerdings keine Spielidee. Gerade gegen Alanyaspor war der eigene Aufbau unglaublich formelhaft und dadurch ausrechenbar: Pass aus der Abwehr auf Gustavo, weiter auf einen der beiden Flügelspieler, Flanke in den Strafraum, Ballbesitz für den Gegner. Dabei war es auch nicht gerade förderlich, dass die beiden Schienenspieler Kadıoğlu und Sangaré keinen guten Tag erwischten. Die Pfiffe gegen den Rechtsverteidiger dürften allerdings insbesondere hinsichtlich der Osayi-Samuel-Sperre nicht gerade für eine Verbesserung sorgen.

Auch Pereiras Personalentscheidungen wirkten zuletzt nicht immer glücklich. Trotz seines ersten Elfmeters war Valencia ein Aktivposten gegen Antwerpen, gegen Alanyaspor kam er erst 20 Minuten vor Schluss. Ähnliches gilt für Crespo, der zuletzt in der Süper Lig zu überzeugen wusste. Özil und Pelkas stellen den Trainer eigentlich durchgehend vor Probleme, da sich Pereira bisher zu keiner konsequenten Linie durchringen konnte und bei beiden Technikern zwischen Startelf und Joker-Einsatz hin- und herwechselt. Am Samstag gegen Konyaspor wartet erneut ein Gegner, der zur Stolperfalle werden könnte. Es bleibt zu hoffen, dass Pereira Antworten auf die zahlreichen Fragen findet, die ihm seine Mannschaft gerade stellt. Ansonsten wird aus der Mini-Krise schnell eine Katastrophe.

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