Fan-Rückkehr in der Bundesliga: Trotz DFL-Konzept droht ein Streit innerhalb der Liga

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Aktuellen Medienberichten zufolge hat die Deutsche Fußball-Liga ein erstes Konzept für die Rückkehr der Fans in der Fußball Bundesliga ausgearbeitet. Wie die „BILD am Sonntag“ berichtet, wird die DFL ihren Entwurf noch im Juli an die 36 Profi-Klubs versenden.

Auf knapp 27 Seiten hat die DFL ihre „Konzeption eines Leitfadens für die Wiederzulassung von Stadionbesuchern“ festgehalten. Das Papier ist keine einheitliche Vorgabe für alle Klubs, es ist lediglich eine grundsätzliche medizinische Empfehlung.

Das DFL-Konzept gibt Leitplanken für Themen wie die Zulassung von Auswärtsfans und Stehplätzen, die Situation bei der Anreise zum Stadion und am Einlass. Jeder Bundesligist ist jedoch angewiesen ein eigenes stadionspezifisches Konzept für die Rückkehr der Fans auszuarbeiten und genau diese Tatsache sorgt für Ärger innerhalb der Liga.

Die DFL ist nicht bereit den „Schwarzen Peter“ zu spielen

Anders als beim Hygiene-Konzept der DFL, welches bindend für alle Vereine in der 1. und 2. Bundesliga war, wird es solch eine Lösung bei den Fan-Rückkehr nicht geben. Grund: Die DFL ist nicht bereit dazu den Sündenbock bei strittigen Fragen wie z.B. personalisierten Eintrittskarten oder der Ticket-Vergabe zu spielen. Zudem ist die Durchführung von Großveranstaltungen wie Fußballspielen Ländersache und wird von jedem Bundesland selbst organisiert und geregelt. Auch seitens der Politik wird es somit keine bundeseinheitliche Lösung geben.

Wie die „BILD am Sonntag“ berichtet, hat DFL-Chef Christian Seifert die Klubs bereits aufgefordert ihre spezifischen Konzepte für eine Fan-Rückkehr auszuarbeiten. Demnach müssen die Vereine aktiv werden und mit dem lokalen Gesundheitsamt und den Behörden eine Rückkehr der Zuschauer für die kommende Saison planen.

Immerhin: Ein mögliches Gesangs-Verbot, was zuletzt diskutiert wurde, lehnt die DFL ab und betrachtet dies als „lebensfremd“.

Union und Leipzig preschen vor

Bei der Ausgestaltung der jeweiligen Konzepte gibt es viele Dinge zu berücksichtigen. Neben elementaren Punkten wie Mundschutz oder Abstand, gibt es aber auch viel Handlungsspielraum für die Vereine, welche von Stadt zu Stadt größer oder kleiner ausfallen können, was vor allem daran liegt, dass die Gesundheitsämter und lokalen Behörden unterschiedlich agieren.

In Sachsen sind ab dem 1. September Zuschauer in Stadien wieder erlaubt. RB Leipzig hat Berichten zufolge bereits eine Erlaubnis erhalten, mit Auflagen und Vorgaben, mehr als 20.000 Zuschauer in die Red Bull Arena zu lassen. Somit könnte RB (theoretisch) zum Bundesliga-Start am 18. September wieder mit Fans im Stadion spielen.

Neben Leipzig gibt es auch in Berlin konkrete Überlegungen: Union möchte demnach seinen Fans die Corona-Tests bezahlen. Dies hätte den Vorteil, dass die Alte Försterei voll besetzt werden könnte. Wie die Berliner dies jedoch organisatorisch handhaben wollen ist indes offen.

Klubs sind sich uneinig in Sachen Fan-Rückkehr

Andere Klubs hingegen sind noch skeptisch in Sachen Fan-Rückkehr. Für Aufsteiger Stuttgart wäre ein Teilzulassung nur dann (wirtschaftlich) sinnvoll, wenn mehr als 15.000 Zuschauer ins Stadion dürften. In Frankfurt lehnt man eine teilweise Befüllung indes ab, was vor allem daran liegt, dass man mehr als 29.000 Dauerkarten-Besitzer hat und eine Verlosung der Tickets vermeiden möchte.

In Dortmund hingegen wehrt man sich strikt gegen personalisierte Tickets bei denen Handynummer und Namen hinterlegt werden müssen. Der BVB möchte einen möglichen Streit mit der eigenen Ultra-Szene aus dem Weg gehen.

Beim FC Bayern arbeitet man bereits an einem Konzept. Berichten zufolge steht der deutsche Rekordmeister mit dem Gesundheitsamt in München im „engen Austausch“. Wie eine Fan-Rückkehr in der Allianz Arena konkret aussehen könnte ist jedoch noch offen.

Es wird spannend zu sehen, wie sich das Thema Fan-Rückkehr in den kommenden Wochen entwickelt. Klar ist: Die Vereine sind hierbei in der Pflicht und können sich nicht auf die DFL verlassen.