Eure Hoheit Kylian Mbappe: Ein Kind im Süßigkeitenladen | OneFootball

Eure Hoheit Kylian Mbappe: Ein Kind im Süßigkeitenladen

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Als Paris Saint-Germain vor einigen Monaten die sensationelle Vertragsverlängerung von Kylian Mbappe bekannt gab, präsentierte der französische Serienmeister den Superstar quasi als den neuen König von Paris. Mittlerweile zeichnet sich aber mehr und mehr ab, dass PSG nicht für blaues Blut, sondern für ein Kind im Süßigkeitenladen All-in gegangen ist.

Es gibt die Mär, dass Mbappes Hauptbedingung für eine Verlängerung bei Paris Saint-Germain quasi die Alleingewalt über das operative Geschäft des Vereins gewesen sein soll. Heißt: Weisungsgewalt über Mannschaftsaufstellung und Transfers. Das klingt nach genau dem Wahnsinn, der im heutigen Fußballgeschäft absolut vorstellbar geworden ist.Dass in Kylian Mbappes Vertrag tatsächlich Absprachen dieser Art notiert wurden, ist dennoch eher unwahrscheinlich. Klar ist aber, dass PSG dem kleinen Prinzen ordentlich hofieren musste, um ihn von einem Verbleib in der Stadt der Liebe zu überzeugen. Und spätestens bei einem Blick auf die finanziellen Modalitäten (100 Millionen Euro Jahresgehalt, 200 Millionen Euro Handgeld) muss konstatiert werden, dass dieser Vertrag eine Vereinbarung über die gegenseitige Vernichtung ist: geht Mbappe unter, geht auch PSG unter.

Mbappe bringt Neymar auf die Palme

Soweit lässt sich die Herrschaft von Mbappe über Paris einordnen. Sollten seine ersten Wochen auf dem Thron nun ein Abbild dessen sein, was in den nächsten Jahren auf den Verein zukommt, dann ist PSG - Verzeihung - am Arsch. Denn Mbappe zeigt, dass er wenig majestätisches an sich hat. Viel eher verhält sich der 23-Jährige wie ein Kind im Süßigkeitenladen - das nicht die Zuckerstücke kriegt, die es haben möchte. Zuletzt bettelte Mbappe bei Teamkollege Neymar, dem die Konditionierung der Star-Allüren, die Mbappe an den Tag legt, hauptsächlich zugeschrieben werden, um die Ausführung eines Strafstoßes, nachdem er bereits vom Punkt gescheitert war. Das ist im Fußballgeschäft fast schon typisch. Wenn man nun aber bedenkt, wie sehr PSG dem kleinen Kylian den Hintern gepudert hat, lässt sich das Pulverfass erkennen, auf das der Verein sich selbst gesetzt hat: in der Hierarchie dürfte Mbappe nämlich ganz oben stehen - und dass seine Untertanen auf die Ausführung eines Elfmeters bestehen, dürfte keine Zukunft haben. Neymar scheint das Verhalten von Mbappe zumindest überhaupt nicht zu schmecken.

Und wenn es nur das gewesen wäre.Im Spiel gegen Montpellier drehte Mbappe bei einem vielversprechenden Konter seiner Mannschaft kurz vor der Halbzeit verärgert ab, weil der Ball nicht auf seine Seite gespielt wurde. Der französische Superstar blieb verärgert an der Seitenlinie stehen und ließ seine Kollegen den Spielzug alleine gestalten. In jeder anständigen Profimannschaft hätte dieses Verhalten zu Konsequenzen geführt, die mit mindestens einem Spiel auf der Bank zu beschreiben sind. Das geht bei Mbappe aber nicht - immerhin ist er der König von Paris.

Die ersten Wochen von Mbappes Hoheitsgewalt bei PSG lassen nichts Gutes vermuten. Der 23-Jährige entwickelt sich immer mehr zu einem Spieler, der nicht durch seine fußballerische Genialität, sondern durch seine Allüren und fehlende Professionalität auffällt. Der kleine Prinz von Paris - es scheint der Beginn einer völlig dysfunktionalen Amtszeit zu sein.

Hat Mbappe seine besten Tage bereits hinter sich?

Erinnert ihr euch noch daran, als Kylian Mbappe die Fußballwelt verzückt hat. Das war ungefähr zu der Zeit, als Mbappe - damals noch im Trikot der AS Monaco - den BVB quasi im Alleingang aus der Champions League gefegt hat. Das ist vor allem deswegen in Erinnerung geblieben, da die Spiele gegen die Borussia vom Bombenanschlag auf den BVB-Bus überschattet wurden. Das ist nun fünf Jahre her.Seit seinem Wechsel nach Paris scheint Mbappe der Ruhm zu Kopf zu steigen. Auf allerhöchstem Niveau und der größten Bühne überhaupt hat der französische Superstar seither mit Allüren wie Schwalben, narzisstischem Verhalten auf dem Platz und einer völlig überdrehten Selbstdarstellung überzeugt. Fußballerisch bringt Mbappe so viel mit, dass es einfach nur traurig ist, wie dieses Kunstwerk von einer völlig fehlgeleiteten Persönlichkeit verschandelt wird.Ich lege mich daher fest: Kylian Mbappe ist ein Kind im Süßigkeitenladen - bockig, Ich-zentriert und so weit von Professionalität entfernt, wie es ein völlig überkandideltes Kind eben sein kann. Und Paris Saint-Germain ist nichts besseres eingefallen, als dem kleinen Prinzen nicht nur die Schlüssel zu seinem Süßigkeitenladen zu überlassen, sondern die eigene Zukunft auch noch darauf verwettet zu haben, dass dieses Kind den Laden zu einem absoluten Verkaufsschlager wirtschaftet.

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