Erling Haaland und der BVB: Zu groß für den Verein | OneFootball

Erling Haaland und der BVB: Zu groß für den Verein

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Spotlight | Erling Haaland und die Diskussionen um seine Zulunft beim BVB sind sowieso schon omnipräsent, die jüngsten Aussagen des Shootingstars haben die Lage nur weiter befeuert. Dabei ist doch eigentlich schon alles klar.

Haaland und der BVB: Zu groß für den Verein

Geht er? Wenn ja, wohin? Oder bleibt er vielleicht doch noch ein Jahr? Jedes Mal wenn irgendwo der Name Erling Haaland auftaucht, werden die selben Fragen gestellt. Das ist auch nicht erst der Fall, seit sich der junge Norweger am Freitagabend entschloss, die Bühne eines norwegischen TV-Senders zu nutzen, um ein paar Äußerungen zu tätigen, die in den nächsten Tagen die Berichterstattung um den BVB dominieren sollten. Der Shootingstar fühle sich von den Dortmundern unter Druck gesetzt, eine Entscheidung über seine Zukunft zu treffen. Das klang schon sehr nach Abschied, doch besonders ärgerlich an diesem Interview ist eigentlich, dass man im Nachgang nur noch von Erling Haaland las. Und von Hans-Joachim Watzke und Sebastian Kehl, die sich bemühten, die Situation etwas zu entschärfen. Über den vielleicht besten Auftritt der Saison, über einen 5:1-Sieg gegen den Tabellenvierten, wurde nicht mehr gesprochen. Haaland stiehlt nicht nur auf dem Platz allen die Show.

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Und so langsam wird das auch in Fankreisen kritisch diskutiert. Dass im Stadion nur noch von „Ööööörling“ gesungen und geschrien wird, während Vereinslegenden wie Kapitän Marco Reus zu stillen Nebencharakteren verkommen, stößt so manchem Traditionalisten sauer auf. Dass kein Thumbnail, kein Artikelbild, keine Schlagzeile, die mit dem BVB zutun hat, ohne Haaland auskommt fällt so manchem langsam auf und wird nicht nur positiv gesehen. Und es stimmt ja auch.

Die Leistungen eines Mo Dahoud in den letzten Partien und die Aufmerksamkeit die es dafür gab stehen in keinem Verhältnis zu Leistung und Aufmerksamkeit von und für den norwegischen Superstar. Für genau solche Situationen wurde eine alte Fanfloskel geschaffen und sie ist nun auch immer öfter in den sozialen Medien zu finden, wenn es um mögliche Wechselabsichten des „Brechers mit dem Babyface“ geht. Kein Spieler ist größer als der Verein! Doch genau hier liegt das Problem. In gewisser Weise ist Haaland schon zu groß für den BVB.

Die Karriereplanung läuft wie erhofft – Mit Ausstiegsklausel

Die Dortmunder sind zwar daran gewöhnt, immer wieder die heißesten Talente des Kontinents in ihren Reihen zu haben. Doch einen Spieler wie Erling Haaland, den gibt es nicht so oft und es gab ihn auch noch nicht in Schwarzgelb. Während Dembele und Sancho sich während ihrer Zeit im Ruhrpott zu den begehrtesten Spielern Europas entwickelten, war Haaland das im Prinzip schon bei seiner Ankunft. Dem musste man Sorge tragen, indem man die eigenen Vorsätze brach und dem Norweger eine Ausstiegsklausel zugestand. Während man sich bei den Wechseln vormaliger Toptalente fragte, ob der große, endgültige Sprung zum Superstar beim neuen Verein gelingen kann, ist Erling Haaland schon dieser Superstar.

Und das mit allem, was in der modernen Fußballwelt dazu gehört. Einem der lautesten und schillerndsten Spielerberater, den spektakulären FIFA-Karten, die eine junge Generation prägen und der Ballon-D‘or-Shortlist. Gerade am Ende der Ära von Messi und Ronaldo dürstet die Branche nach neuen Gallionsfiguren und der große Skandinavier ist einer der wenigen Auserwählten.

Für einen Klub, der wie der BVB einen solchen Fokus darauf legt, immer wieder neue Talente zu entwickeln könnte es irgendwann gefährlich werden, wenn ein Norweger mit massiger Statur das gesamte Scheinwerferlicht abfängt. Haaland muss nicht mehr in Dortmund reifen. Es gibt keine größeren Vereine als die, die auch schon im kommenden Sommer Interesse haben werden. Haaland hat sich eine Ausstiegsklausel für genau diesen Sommer festschreiben lassen. Die Karriereplanung vom ehemaligen Fußballprofi-Vater, von Mino Raiola und vom Stürmer selber läuft genau wie erhofft. Es steht doch eigentlich außer Frage was im Sommer passieren wird.  Der Spieler kam mit einem Ablaufdatum, welches jeder Fan, jeder Verantwortliche schon lange kannte. Und vielleicht ist es ja auch gar nicht so schlecht, wenn das schwarzgelbe Rampenlicht dann in Zukunft auch einmal wieder ein paar anderen gehören kann.

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

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