Einwurf: Borussia lässt sich ganz einfach herspielen

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Borussia Mönchengladbach verliert in Hoffenheim nach einer 2:0-Pausenführung. Das hatte weniger mit der Moral der Gastgeber, als vielmehr mit der Herangehensweise der Gladbacher zu tun.

Solche Geschichten gibt es im Fußball immer wieder: Eine Mannschaft liegt zur Pause fast schon hoffnungslos zurück und wirft dann im zweiten Durchgang im Mute der Verzweiflung alles nach vorne und dreht das Spiel. Auch am Mittwochabend in Sinsheim folgte das Drehbuch diesem Muster.

Mit der kleinen Abweichung, dass die Aufholjagd von Hoffenheim keinesfalls eine Energieleistung aus Verzweiflung war, sondern mehr oder weniger einfach passierte – weil die Gladbacher es zuließen.

Unsägliches Pseudo Pressing

Die ominösen zwanzig Minuten nach dem Wechsel, in denen Hoffenheim drei Tore erzielte, waren weder von einem Offensivfeuerwerk noch richtigen Druckphasen der Gastgeber geprägt. Auch wurden die Borussen nicht durch irgendwelche taktischen Kniffe des Gegners ausgetrickst.

Vielmehr ebneten die Gladbacher den Hoffenheimern den Weg, indem sie läppisch lässig kombinierten, ihr unsägliches Pseudo-Pressing aufzogen und leichtfertig Räume öffneten. Und so kassierte man mal eben drei Tore mehr oder weniger im Vorbeigehen.

Ein Gladbacher Trugschluss

Normalerweise würde man angesichts des Spielverlaufs von zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten sprechen. Doch diesmal gilt das nur in Bezug auf die Treffer, denn die Statik des Spiels war zumindest bis zur 65. Minute gleich. Auch im ergebnistechnisch erfolgreichen ersten Durchgang spielten die Borussen alles andere als überzeugend.

Nur legten sie da die notwendige Effektivität in der Offensive an den Tag und profitierten auf der anderen Seite davon, dass Hoffenheim die Angebote, die ihnen die Borussen machten, durch unzählige unsaubere Aktionen nicht annehmen wollten. Ganz offensichtlich hatte man sich auf Gladbacher Seite darauf verlassen, dass dies so weitergehen würde. Ein Trugschluss.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison

Die Wechsel, die Marco Rose nach dem dritten Gegentor vornahm, lassen sich ebenfalls in die Rubrik Trugschluss einordnen. Mag es noch Sinn machen, die Libero-Variante mit Zakaria als Absicherung zu wählen, wenn man selbst nun auf den Ausgleich drängen möchte, so ist die Herausnahme der beiden Topangreifer Plea und Thuram mehr als nur fragwürdig. Die Alternativen, Embolo und Wolf, blieben nahezu unsichtbar.

So reichte es für Hoffenheim aus, sich defensiv zu organisieren, die harmlosen Angriffsbemühungen der Gladbacher relativ locker abzuwehren und einen verdienten Heimsieg einzufahren. Derweil vergeigen die Borussen erneut ein Spiel nach einer Führung, was sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht. Auch deshalb wird man wohl zu Recht nächstes Jahr nicht in der Europa League spielen.

von Marc Basten – TORfabrik.de