Eintracht-Direktor Manga: So schlimm habe ich Rassismus erlebt

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Ben Manga, Direktor Profifußball bei Eintracht Frankfurt, gehört als Scout und Kaderplaner zu den besten seiner Zunft. Allerdings musste sich der 47-Jährige seine aktuelle Stellung hart erarbeiten und sah sich vor allem als Spieler durch Rassismus benachteiligt.

Bienvenido Manga-Ubenga, kurz Ben Manga, blieb der große Durchbruch als Fußballprofi verwehrt. Drei Bundesligaspiele und ein Spiel in der 2. Bundesliga stehen in Mangas Vita für Fortuna Düsseldorf. Die meisten Einsätze verzeichnete der ehemalige Linksverteidiger in Oberliga und Regionalliga. Die zweite Karriere als Scout und Kaderplaner gestaltete sich hingegen deutlich erfolgreicher. Über Jobs als Scoutingmitarbeiter bei Alemannia Aachen, der TSG Hoffenheim und dem VfB Stuttgart landete er 2016 als Chefscout bei Eintracht Frankfurt, wurde dort kürzlich zum Direktor Profifußball befördert. In einem Klub, der sich in der Vergangenheit immer wieder öffentlich im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung positioniert und Zeichen gesetzt hat.

"Bis wir nicht fünf Tore in einem Spiel geschossen haben, durften wir nicht oben mittrainieren"

In einer Diversity-Diskussion bei IndeedWorks, bei der unter anderem fussball.news zugeschalten war, sprach Manga nun ganz offen über seine Rassismus-Erfahrungen in seiner Zeit als Spieler: "Ich bin hier groß geworden und trotzdem hat man immer wieder das Gefühl gehabt, dass man mehr machen musste als 'der Weiße', ohne das abwertend zu sagen. Bevor ich oder meine ausländischen Kollegen mal zum Training der Profis (Verein der Redaktion nicht bekannt; Anm. d. Red.) durften, sind immer erstmal die Deutschen bevorzugt worden." Dabei sei er genauso gut oder gar besser gewesen als die anderen, aber "bis wir nicht fünf Tore in einem Spiel geschossen haben, durften wir nicht oben mittrainieren. Damit umzugehen ist schwierig als junger Mann, der ich auch mal war. Da hast du das nicht kapiert. Du hast Leistung gebracht. Am nächsten Tag durfte dein Kollege bei den Profis trainieren und du musstest weiter bei den Amateuren trainieren und denkst dir: 'Warte mal: Ich habe doch gestern drei Tore geschossen und das Spiel mitentschieden.'"

"Der erste farbige Direktor in der Bundesliga"

Auch der Weg in seine aktuelle Führungsposition war kein einfacher, auch dort hat er sich durchaus benachteiligt gefühlt: "Es war und ist als Farbiger in Deutschland und generell immer schwierig in gehobene Positionen zu kommen. Ob als Mann oder Frau spielt gar keine Rolle", sagte Manga. Dass er zuletzt zum Direktor Profifußball bei Eintracht Frankfurt befördert wurde, fand in seiner afrikanischen Heimat großen Anklang: "Vorgestern hatte ich einen afrikanischen Berater bei mir gehabt. Der hat sich bedankt bei mir, dass ich im Endeffekt der erste Farbige bin in der deutschen Bundesliga, der Direktor geworden ist. Er hat das dann so gesehen als Dankeschön für alle Afrikaner. Um zu sagen, es geht mit Leistung. Dann kommt man irgendwann dort hin." In Frankfurt hat Manga, der in Äquatorialguinea geboren wurde, im Rheinland aufwuchs und unter anderem fließend Spanisch spricht, sich einen großen Namen gemacht und in den vergangenen Jahren als Kaderplaner bei der Eintracht eine Mannschaft geformt, die aus vielen Nationalitäten besteht und in der Integration großgeschrieben wird, denn für Ben Manga steht fest: "Der Sport verbindet uns."