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Fußball ohne Zuschauer – eigentlich undenkbar. Doch seit nun mehr als einem Jahr wurden Spiele vor leeren Rängen zum traurigen Normalzustand. Borussias Derby gegen den 1. FC Köln (2:1) am 11. März 2020 ging als erstes „Geisterspiel“ in die Bundesliga-Geschichte ein. Damals hofften alle, dass es bei einer Ausnahme bleiben würde, doch alles kam noch viel schlimmer. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stand der gesamte Profisport in Deutschland im Frühjahr 2020 für mehr als zwei Monate komplett still. Zuschauer durften seitdem nur bei drei Partien der FohlenElf auf den Rängen des BORUSSIA-PARK Platz nehmen. „Natürlich fällt uns das schwer“, sagt Mannschaftskapitän Lars Stindl. „Und es tut auch weh, die vielen besonderen Momente nicht wie gewohnt mit den Fans teilen zu können. Wir vermissen sie sehr.“

Drei Spiele vor Zuschauern

Bei insgesamt nur drei Pflichtspielen wurden die Fohlen seit eben diesem 11. März 2020 von Fans im BORUSSIA-PARK angefeuert. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals beim 8:0-Sieg gegen den FC Oberneuland waren 300 Zuschauer im Stadion. Am zweiten Bundesliga-Spieltag gegen Union Berlin (1:1) am 26. September 2020 fieberten 10.383 VfL-Anhänger mit ihrer FohlenElf im BORUSSIA-PARK mit. Es war das bis dato letzte Duell, bei dem die Borussen vor mehr als 10.000 Zuschauern spielen durften. „Das war schön. Und es war auch ein Unterschied, denn die Fans haben auch immer mal wieder Stimmung gemacht,“ sagte Torhüter Yann Sommer nach dem Spiel. Am 18. Oktober 2020 verfolgten letztmals Besucher eine Partie vor Ort im BORUSSIA-PARK. Vor 300 Borussia-Fans trennte sich die FohlenElf damals 1:1 vom VfL Wolfsburg.

Seitdem ist viel Zeit vergangen, die Ränge des BORUSSIA-PARK sind seitdem leergeblieben. „Dass aktuell die Fans fehlen, merkt man als Profi am Spieltag an allen Ecken und Enden. Das fängt damit an, dass man mit dem Mannschaftsbus zum Stadion fährt, dort aussteigt und man sieht kaum jemanden, dort, wo sonst immer ein großes Gewusel von Menschen ist. Es geht weiter, wenn du zum Aufwärmen rauskommst – und niemand ist auf der Tribüne. Wenn unsere Hymne gespielt wird und nichts ist los“, so Tony Jantschke.

Magische und historische Momente mussten die Fohlen seitdem alleine – ohne Jubelstürme von den Rängen - erleben. Bereits in der vergangenen Spielzeit hätte es schon viel Grund zum gemeinsamen Feiern im Stadion gegeben. So bestritt Raffael nach sieben Jahren sein letztes Spiel für Borussia, und an eben diesem letzten Spieltag machten die Fohlen mit ihrem 2:1-Sieg gegen Hertha BSC auch noch den Einzug in die UEFA Champions League perfekt.

Gegen Stuttgart vor leeren Rängen

Sinkende Corona-Zahlen im vergangenen Sommer hatten kurzzeitig Hoffnung auf eine Rückkehr der Zuschauer in den BORUSSIA-PARK gemacht. Diese wurde im Oktober letzten Jahres aber zunichte gemacht. Welch eine Explosion hätte es gegeben, als Borussia beim zweiten Gruppenspiel der UEFA Champions League gegen Real Madrid die zwischenzeitliche 2:0-Führung erzielte. Oder als Florian Neuhaus im Januar dieses Jahres den 3:2-Siegtreffer im Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München markierte.

Stattdessen blieb es still im BORUSSIA-PARK und lediglich der Jubel der Spieler sowie Trainer und Betreuer hallte durch das leere Stadion. „Niemand möchte sich daran gewöhnen, Derbys oder Champions-League-Abende in einem leeren Stadion zu spielen. Ich vermisse den ausverkauften BORUSSIA-PARK, das Einlaufen ins Stadion, die Unterstützung beim Spiel und die Ehrenrunde danach“, blickt Stindl wehmütig zurück.

Nun findet am kommenden Samstag (15:30 Uhr) das letzte Heimspiel in dieser Saison statt. Im BORUSSIA-PARK empfangen die Fohlen den VfB Stuttgart. Das Modellprojekt der Stadt Mönchengladbach hatte zuletzt Hoffnungen gemacht, dass erstmals wieder Fans in Stadion dürfen, doch erneut hat das Corona-Virus Borussia einen Strich durch die Rechnung gemacht – die Sieben-Tages-Inzidenz ist nach wie vor zu hoch. So muss auch das letzte Heimspiel vor leeren Rängen ausgetragen werden. Aber mit der Hoffnung, dass die FohlenElf in der neuen Saison endlich wieder von ihren Anhängern im BORUSSIA-PARK angefeuert werden kann. „Wenn die Fans irgendwann alle wieder da sind, dann wird das, glaube ich, ein ganz spezieller Moment“, ist sich Denis Zakaria sicher.

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