Ein ruhiger Typ, der Zeichen setzt | OneFootball

Ein ruhiger Typ, der Zeichen setzt

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1. FSV Mainz 05

"Ein bisschen hilflos" hatte sich Dominik Kohr gefühlt, als er am Samstag das Spiel der 05ER bei Borussia Dortmund aufgrund seiner Gelb-Rot-Sperre von der Couch aus und nicht auf dem Feld erleben konnte. Die Freude beim 27-Jährigen ist dementsprechend groß, dass er am Freitagabend im Heimspiel gegen den FC Augsburg in der MEWA ARENA (20:30 Uhr, live auf DAZN und 05ER.fm / Tickets hier oder an den Tageskassen) wieder mitmischen kann gegen seinen Ex-Klub, für den er von 2014 bis 2017 auf dem Platz stand. "Ich freue mich riesig auf das Spiel, hoffe, dass auch einige Fans kommen, wir eine gute Atmosphäre erleben und nach dem Spiel drei Punkte feiern können."

Für die aktuelle Phase, in der die 05ER nur einen Punkt aus den letzten vier Partien gesammelt haben, sieht Kohr, wie auch sein Trainer, fehlende Konstanz im eigenen Spielvortrag als Hauptgrund: "Wenn wir nur phasenweise guten Fußball spielen oder gut gegen den Ball arbeiten, wird es in der Bundesliga schwer." Deshalb sei es nun wichtig, ruhig zu bleiben, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und in den Trainingseinheiten Vollgas zu geben, "damit wir für das nächste Spiel wieder stark sind."

Für den gebürtigen Trierer, der wie in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit auch in dieser Saison auf Leihbasis von Eintracht Frankfurt für die 05ER auf dem Platz steht, und seine Teamkollegen ist es unter Cheftrainer Bo Svensson die erste, sportlich schwierige Phase. "Aber uns war es auch bewusst, dass wir nicht nur zusammen Siege feiern würden, sondern auch mal eine solche Zeit durchleben." Neben der konzentrierten Arbeit in jeder Trainingseinheit geht Kohr als einer der erfahrenen Führungsspieler auch auf dem Platz gerne voran, weniger durch Worte als mit Taten. "Ich bin eher der ruhige Typ. Klar spreche ich die Jungs auch mal an, aber auf meine Art und Weise, das wird auch respektiert. Gerade in Zweikämpfen kann man aber auch mal Zeichen setzen - das kann ich am besten", betont er. Zugute kommt ihm dabei auch seine Erfahrung aus mittlerweile über 200 absolvierten Bundesliga-Spielen. "Als ich noch jünger war, war ich vor jedem Spiel sehr nervös und hatte eine innere Unruhe. Die hat sich inzwischen gelegt, ich bin vor Spielen zwar immer noch aufgeregt, aber glaube, das braucht man auch", so Kohr.

Ein Typ für Abendspiele im Herbst

Nun kommt am Freitagabend zum Flutlichtspiel mit dem FC Augsburg ein unbequemer Gegner nach Mainz, der ähnlich wie der FSV für seine intensive, körperbetonte und aggressive Spielweise bekannt ist. "Man spielt ungern gegen solche Mannschaften, weil sie einfach ekelhaft zu bespielen sind, am liebsten Gras fressen und dir keinen Zentimeter Platz geben", so Kohr, der genau diese Art von Fußball liebt: "Ich bin generell ein Typ dafür und fühle mich deshalb in Mainz sehr wohl, weil wir diese Art von Fußball spielen. Gegen Teams wie Augsburg, heißt es, auch aus mir alles rauszuholen und die Jungs mitzuziehen." Besonders freut sich der defensive Mittelfeldspieler auf die möglichen Zutaten, die ein Abendspiel im Herbst mit sich bringen kann: Regen, ein tiefer, aufgeweichter Platz, eine kämpferische Partie: "Solche Flutlichtspiele haben eine etwas andere Atmosphäre – das ist immer etwas Besonderes."

Gegen Bayer Leverkusen absolvierte Dominik Kohr sein 200. Bundesligaspiel.

91 seiner 201 Bundesliga-Spiele hat er für den FCA absolviert und blickt positiv auf seine Zeit dort zurück. "Wir hatten damals mit Markus Weinzierl den Sprung in die Europa League geschafft und durften viele Highlights erleben - gerade das Spiel in Liverpool. Ich fahre gerne nach Augsburg, um alte Freunde zu besuchen." Doch der Fokus gilt nun einzig und allein dem FSV und einem erfolgreichen Auftritt am Freitagabend: "Für uns wird es ein unangenehmes Spiel, aber das kann uns auch liegen. Ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir alles raushauen und uns reinkämpfen, am Ende mit unserer Qualität als Sieger vom Platz gehen können."

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