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·2. Oktober 2022

Ein gebrauchtes Wochenende – Farke nach Bremen-Spiel positiv getestet

Artikelbild:Ein gebrauchtes Wochenende – Farke nach Bremen-Spiel positiv getestet

Die Geschichte des Spiels

Für die Fohlen ist es ein wahrlich gebrauchtes Wochenende. Am Tag nach der herben 1:5-Niederlage in Bremen musste sich Cheftrainer Daniel Farke wegen eines positiven Corona-Schnelltests am Vorabend in Isolation begeben. Die Leitung des Spielersatztrainings am Sonntagvormittag übernahm deshalb Co-Trainer Edmund Riemer. Das Ergebnis des PCR-Tests bei Farke steht noch aus. Sollte sich der Befund bestätigen, würde Riemer in enger Absprache mit Farke auch so lange die Einheiten in der kommenden Woche leiten, bis Borussias Chefcoach wieder negativ getestet ist.

In Bremen wurden die Fohlen in der Anfangsphase eiskalt erwischt und lagen bereits nach 13 Minuten mit 0:3 im Hintertreffen. Niklas Füllkrug eröffnete in der fünften Minute den Bremer Torreigen, Marvin Ducksch (8.) und wiederum Füllkrug (13.) legten für die Hausherren nach. „In den ersten 20 Minuten waren wir nicht wir selbst. Wir haben alles vermissen lassen, was uns in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hat. Selbst unsere ballsichersten Spieler haben keinen Pass an den Mann gebracht, wir haben praktisch jeden Zweikampf verloren und taktisch gar nicht das gemacht, was wir tun wollten“, monierte Farke in der anschließenden Pressekonferenz.

Ab Mitte des ersten Durchgangs befreiten sich die Borussen aus der Umklammerung und hatten durch Joe Scally, Christoph Kramer und Lars Stindl drei große Chancen zum Anschlusstreffer. Stattdessen sorgte in der 37. Minute ein Eigentor von Ramy Bensebaini bereits für die Entscheidung. Trotz des hohen Rückstands entschied sich Farke in der Pause dazu, nicht zu wechseln. „Um den Jungs eine Chance zu geben, direkt eine Reaktion zu zeigen“, erklärte Farke „Es war klar, dass wir das Spiel nicht mehr für uns entscheiden werden. Trotzdem wollten wir eine stabile zweite Halbzeit spielen und zumindest das ist der Mannschaft auch gelungen.“

Direkt nach dem Wechsel ließ Marcus Thuram eine weitere große Gelegenheit aus. In der 63. Minute machte es der Franzose besser und traf nach Zuspiel von Lars Stindl zum 1:4. Kurz danach setzte Jonas Hofmann den Ball an den Innenpfosten. „Für ein Auswärtsspiel haben wir sehr viele klare Chancen gehabt, aber leider nur eine davon genutzt“, sagte Farke. „Die Anfangsphase war entscheidend. Trotzdem hatte ich das Gefühl, wenn uns ein zweites Tor gelungen wäre, dass wir wirklich nochmal ins Spiel hätten zurückkommen können.“

Die winzigen Hoffnungen, vielleicht doch noch einen Fuß in die Tür zu bekommen, machte Mitchell Weiser mit dem Treffer zum 1:5 (73.) zunichte. „Das hat uns endgültig den Stecker gezogen“, sagte Farke, der nach der deutlichen Niederlage nicht zu hart mit seiner Mannschaft ins Gericht ging: „Wir sind sehr enttäuscht über das frühe 0:3 und das Endergebnis und werden offen und ehrlich thematisieren, was nicht gut war. Aber ich bin weit davon entfernt, nach so einem Spiel und der stabilen Phase in den letzten Monaten extrem draufzuhauen. So werden wir hoffentlich nicht mehr starten, ansonsten müssen wir es aber auch nicht überinterpretieren.“

Das Medienecho

Kicker: „Der SV Werder Bremen hat Borussia Mönchengladbach an diesem Samstagabend des 8. Spieltags komplett auf dem falschen Fuß erwischt - und dabei allen voran auch Unglücksrabe Bensebaini. Am Ende stand ein klares 5:1.“

Rheinische Post: „Borussia hat die zweite Niederlage der Saison kassiert – und was für eine. Bereits nach 37 Minuten lag Daniel Farkes Mannschaft bei Werder Bremen 0:4 hinten. Nach der Pause ließ sich die Pleite kaum noch kaschieren. Beim 1:5 traf lediglich Marcus Thuram.“

GladbachLive: „Gladbach geht an der Weser baden, die Fohlen kommen in Bremen mit 1:5 unter die Räder. Auf das beste Saisonspiel der Saison (3:0 gegen RB Leipzig) ließ Borussia den bislang schlechtesten Auftritt unter dem neuen Trainer Daniel Farke folgen.“

Die personelle Lage

Dass Borussia auf die verletzten Ko Itakura, Florian Neuhaus und Hannes Wolf verzichten muss, war im Vorfeld der Partie klar. Beinahe hätten sich noch weitere Spieler dazugestellt. Yann Sommer hatte sich in der Nacht vor dem Spiel übergeben, Ramy Bensebaini ging mit einer Kapselzerrung im Sprunggelenk und Nico Elvedi mit einer angebrochenen Nase ins Spiel. Letztlich bissen aber alle drei Profis auf die Zähne. Als Ausrede für die schlechte Anfangsphase wollte Borussias Coach diese Umstände aber nicht gelten lassen: „Das würde sich nach Entschuldigungen und Selbstmitleid anfühlen. Wenn die Jungs auf dem Platz stehen, müssen sie abliefern. Sonst darf ich sie nicht aufstellen.“

Alassane Plea war nach vierwöchiger Verletzungspause in den Kader zurückgekehrt. Auf eine Einwechslung des Franzosen verzichtete Farke auf Grund des Spielstands aber bewusst. „Lasso hatte erst eine Einheit mit der Mannschaft in den Beinen, da muss man beim Stand von 0:4 kein unnötiges Risiko eingehen“, betonte Farke.

Der Ausblick

„Wir wollen den Derby-Sieg“ skandierten die rund 4.000 mitgereisten VfL-Fans unmittelbar nach dem Abpfiff und blickten damit bereits auf das kommende Wochenende voraus, wenn am Sonntagnachmittag (15:30 Uhr) im BORUSSSIA-PARK das rheinische Duell gegen den 1. FC Köln ansteht. Die Vorbereitung auf das Spiel gegen den Erzrivalen beginnt am Mittwoch um 15:45 Uhr mit einer öffentlichen Trainingseinheit.

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