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·2. April 2025

Drittligisten im Pokalfinale: So lief es bislang

Artikelbild:Drittligisten im Pokalfinale: So lief es bislang

Arminia Bielefeld steht im DFB-Pokalfinale – und ist damit der erste Klub der 2008 neu gegründeten 3. Liga, der dieses Kunststück geschafft hat. Insgesamt ist es das vierte Mal, dass ein Verein aus der dritten Spielklasse das Finale in Berlin erreicht. Wie haben sich die Drittligisten geschlagen? liga3-online.de blickt auf die Historie des DFB-Pokals zurück.

1993: Hertha BSC II

Mit dem Slogan "Finale dahoam" prägte der FC Bayern München vor Jahren das Endspiel in der Champions League, das im Mai 2012 in der Münchner Allianz-Arena ausgetragen wurde. Den Ausruf "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!" gibt es hingegen schon seit dem Umzug des DFB-Pokalfinals ins Olympiastadion im Jahre 1985 – doch ausgerechnet Hertha BSC ist seitdem noch nie ins Endspiel nach Berlin gefahren. Hertha BSC II allerdings schon. Denn im Endspiel der Saison 1992/93 stand überraschend die Zweitvertretung der Berliner im Pokalfinale, was heutzutage gar nicht mehr möglich ist.


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Unter anderem wurden Hannover 96, der 1. FC Nürnberg und der Chemnitzer FC auf dem Weg ins Finale bezwungen. Dabei spielte die Amateurmannschaft von Cheftrainer Jochem Ziegert, dessen einzige Station als Cheftrainer in der weiteren Karriere bei Tasmania Berlin war, seinerzeit nur in der NOFV-Oberliga Mitte. Die Saison schloss Hertha II damals als Sechster hinter Türkiyemspor Berlin und Hertha 03 Zehlendorf ab, aber plötzlich stand die U23 im Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen. Für Nachwuchsspieler wie Andreas Schmidt, Christian Fiedler und Carsten Ramelow war es der Startschuss in eine große Bundesliga-Karriere.

Eine Niederlage konnte das Trio im Endspiel jedoch nicht verhindern. Hertha II lieferte lange Zeit ein offenes Spiel, doch letztendlich war es Bundesliga-Legende Ulf Kirsten, der in der 77. Spielminute per Kopf in die Maschen traf. Leverkusen holte den Titel, Hertha II blieb Sieger der Herzen. Denn bis heute war die Zweitvertretung einmal mehr im Finale als das Profiteam.

1997: Energie Cottbus

In Runde 1 musste die Verlängerung herhalten, im Achtel- und im Viertelfinale wurde das Weiterkommen im Elfmeterschießen erreicht. Die Pokalreise des FC Energie Cottbus war in der Saison 1996/97 an Spannung kaum zu überbieten. Und dann kam dieses Halbfinale der Lausitzer gegen den Karlsruher SC, als die Mannschaft von Eduard Geyer furios mit drei Toren als drittklassige Mannschaft gegen den späteren Sechstplatzierten der Bundesliga ins Finale einzog. Weil KSC-Verteidiger Dirk Schuster schon in der 33. Spielminute die Rote Karte sah? Vielleicht! Der UEFA Cup-Achtelfinalist und UI-Cup-Finalist schied gegen den unterklassigen Klub jedenfalls aus.

Energie Cottbus feierte hingegen den Einzug ins Endspiel als Team aus der Regionalliga Nord/Ost, die bis zur Saison 1999/2000 noch als dritthöchste Spielklasse im deutschen Fußball fungierte. Und Cottbus freute sich nicht nur über den Pokal-Wettbewerb: Mit einem Vorsprung von elf Punkten sicherte sich der FCE den ersten Platz, wodurch die Lausitzer für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga qualifiziert waren – und mit einem 3:1-Sieg im Rückspiel machte Cottbus den Aufstieg nur wenige Tage vor dem DFB-Pokalfinale klar.

Angesichts der Tatsache, dass Cottbus in der kompletten Saison nur zwei Niederlagen einstecken musste, marschierte die Mannschaft von Eduard Geyer selbstbewusst im Olympiastadion auf. Gegen den VfB Stuttgart, der sich in der Bundesliga den vierten Platz geschnappt hatte. Und gegen Giovane Elber, der einen Sahnetag erwischte. Zwei Tore des Brasilianers (18./52.) sorgten dafür, dass sich der Mittelstürmer mit dem Pokalgewinn zum FC Bayern München verabschiedete. VfB-Coach Joachim Löw hatte Cottbus ein Schnippchen geschlagen.

2001: Union Berlin

Es dauerte nicht lange, bis wieder ein Team aus drittklassigen Regionalliga Nord und gleichzeitig auch ein Team aus Berlin wieder am Finale in der Hauptstadt teilnahm – nämlich der 1. FC Union Berlin. Mit Siegen gegen Oberhausen, Fürth, Ulm, Bochum und Mönchengladbach, die allesamt höherklassig spielten, qualifizierten sich die Eisernen für das Endspiel im Stadion des städtischen Rivalen. Und abgesehen vom Halbfinale gegen die Borussia, das ins Elfmeterschießen ging, waren die Erfolge stets in der regulären Spielzeit gelungen.

Den Grundstein für den Erfolg legte Union ebenfalls in der Regionalliga-Saison, die mit dem ersten Platz und dem erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga abgeschlossen wurde. Drei Jahre hielten sich die Eisernen anschließend im Unterhaus – und: Union war damit gleichzeitig die erste Amateurmannschaft, die sich durch das Erreichen des DFB-Pokals auch für den UEFA-Pokal qualifizierte. Den finnischen Vertreter FC Haka schalteten die Berliner noch aus, danach war aber in der zweiten Runde gegen Litex Lowetsch (Bulgarien) Schluss.

Aber wie lief das DFB-Pokalfinale ab? Auch im dritten Anlauf unterlag der Drittligist, denn der FC Schalke 04 sicherte sich durch einen Doppelschlag von Jörg Böhme (53./58.) den Titel als Pokalsieger. Für Union Berlin war es dennoch der größte Pokalerfolg, denn seit 2001 erreichten die Eisernen "nur noch" zweimal das Achtel-, zweimal das Viertel- und einmal das Halbfinale. Der Mythos, dass ein Drittligist des DFB-Pokal nicht gewinnen kann, bleibt damit insgesamt jedoch stehen. Mindestens noch so lange, bis Arminia Bielefeld am 24. Mai 2025 im Berliner Olympiastadion antritt und die Chance bekommt.

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