Die Trainerstühle wackeln – 3 Thesen zum 3. Spieltag der Champions League | OneFootball

Icon: 90PLUS

90PLUS

·4. Oktober 2022

Die Trainerstühle wackeln – 3 Thesen zum 3. Spieltag der Champions League

Artikelbild:Die Trainerstühle wackeln – 3 Thesen zum 3. Spieltag der Champions League

Spieltag drei der Champions League steht vor der Tür. Für den ein oder anderen Trainer könnte es der vorerst letzte sein. Mit Gerardo Seoane, Simone Inzaghi und Julen Lopetegui stehen drei Übungsleiter mit ihren Mannschaften mächtig unter Zugzwang. Unter anderem darum drehen sich unsere drei Thesen.

1. Seoanes letzte Amtshandlung in Porto

Gerardo Seoane (43) steckt mit Bayer 04 in einem seit Wochen anhaltenden Leistungstief. Bereits zum Auftakt der Champions League lautete eine unserer Thesen, dass es für den Trainer ungemütlich werden könnte. Vier Wochen später hat sich an diesem Zustand wenig geändert, viel mehr noch: Seoane stehen die vielleicht letzten Tage als Chefcoach von Bayer 04 bevor.

Am 2. Spieltag schlug man Atletico etwas überraschend mit 2:0, landete damit einen Befreiungsschlag. Dieser erwies sich allerdings weniger als sportliche Wende denn als Ausnahme-Erfolgserlebnis. Mit einem 1:1 gegen Bremen ging es mit unbefriedigtem Gemüt in die Länderspielpause, ehe man vergangenen Freitag in München eine 0:4-Packung abbekam. So steht man nach acht Bundesliga-Spieltagen auf Rang 17 – einem Abstiegsplatz. Sonderlich viele Mutmacher gibt es für die anstehenden Aufgaben nicht.

Nun wartet der FC Porto. Die Portugiesen haben zwar ihre ersten beiden Spiele in der Champions League verloren, gerieten zuletzt sogar im eigenen Stadion gegen den FC Brügge unter die Räder (0:4). Während Leverkusen am Freitag in München baden ging, konnte sich Porto aber gegen Braga rehabilitieren, fuhr einen souveränen 4:1-Heimsieg ein. Dementsprechend geht der Tabellendritte der Liga Portugal mit Rückenwind ins Spiel gegen Leverkusen, wo man vor heimischer Kulisse die ersten Champions-League-Punkte in dieser Saison einfahren will. Porto dürfte also Oberwasser haben, während Seoane das Wasser bis zum Hals steht. These: Leverkusen kann sich auch in Porto nicht befreien. Die Verantwortlichen ziehen die Reißleine und beurlauben Seoane.

2. Barça führt Inter vor

Die „Nerazzurri“ dürften dieser Tage sehr gut mit den Leverkusenern fühlen, denn auch Inter befindet sich tief in der Krise. Fünf der letzten acht Pflichtspiele gingen verloren, darunter die beiden letzten in der Liga. Am Wochenende war man im Heimspiel gegen die AS Rom über weite Strecken die überlegene Mannschaft, ging sogar in Führung.

Doch nach dem Ausgleich wurden die Gegner zunehmend stärker und Inter schaffte es nicht mehr, die nötige Intensität entgegenzubringen. Am Ende stand eine 1:2-Niederlage auf der Anzeigetafel – ein weiteres Negativerlebnis. In dieser Saison wirken viele Auftritte der „Nerazzurri“ träge und ideenlos, einige Grundelemente des Fußballs von Trainer Simone Inzaghi (46) scheinen dem eigenen Spiel irgendwo abhandengekommen zu sein.

Dass es jetzt ausgerechnet gegen den FC Barcelona geht – noch dazu in einem wohlmöglich entscheidenden Spiel um den Achtelfinal-Einzug –  dürfte die Fans wenig optimistisch stimmen. Denn Barça strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Sieben der letzten acht Pflichtspiele wurden gewonnen, einzig gegen Bayern gab es am vergangenen Champions-League-Spieltag eine ärgerliche 0:2-Niederlage. Die Mannschaft strahlt Spielfreude aus, die Automatismen stimmen. Gerade offensiv wirkt das Spiel der Katalanen sehr fluide. Xavi (42) schaffte es zudem innerhalb kürzester Zeit, die zahlreichen Top-Neuzugänge zu integrieren.

Artikelbild:Die Trainerstühle wackeln – 3 Thesen zum 3. Spieltag der Champions League

(Photo by Alessandro Sabattini/Getty Images)

Robert Lewandowski (34) hatte einen eindrucksvollen Einstand in „Blaugrana“, hat jetzt in neun Spielen schon zwölfmal getroffen. Allein ihn zu stoppen, wird für Inter eine Herkulesaufgabe. Zumal die Italiener diese Saison auch defensiv nicht sattelfest sind, sich immer wieder individuelle Aussetzer erlauben. These: Barça ist dieser Tage eine Hausnummer zu hoch für Inter und wird im San Siro klar gewinnen. Für Inzaghi wird damit die Luft immer dünner.

3. Dortmund fährt doppelt wichtigen Sieg in der Champions League ein

Dem BVB fehlt momentan vor allem eines: Konstanz in den Ergebnissen. Die Bilanz der letzten Wochen sieht sogar einigermaßen besorgniserregend aus, gingen doch drei der letzten vier Pflichtspiele verloren. Allerdings ist nicht alles so schlecht wie es sich auf der Anzeigetafel liest. Mit Ausnahme der 0:3-Klatsche in Leipzig legte Dortmund in den letzten Spielen weitestgehend ordentliche Auftritte hin.

Dass so wenig dabei herumkam, ist auch etwas unglücklich. So lieferte man in der Champions League gegen Manchester City eine tadellose Performance ab, musste sich in der Schlussphase aber der Übermacht der „Skyblues“ und allen voran Ex-Stürmer Erling Haaland (22) ergeben. Vergangenes Wochenende spielte man eine gute Halbzeit in Köln, konnte nach dem Seitenwechsel aber nicht daran anknüpfen. Stattdessen wurde der Gegner besser und drehte die Partie am Ende in einen 3:2-Sieg.

Artikelbild:Die Trainerstühle wackeln – 3 Thesen zum 3. Spieltag der Champions League

(Photo by Lars Baron/Getty Images)

Es ist also nicht alles schlecht. Klar ist aber auch: Am Ende sind es die Ergebnisse, die zählen. Ein Sieg in Sevilla wäre also allein schon für das eigene Gemüt von elementarer Bedeutung, dazu noch vor dem wichtigen Heimspiel gegen den FC Bayern. Aber auch rein tabellarisch wären drei Punkte im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan wichtig. Mit einem Sieg könnte der BVB Sevilla nämlich auf fünf Punkte davonziehen.

Gut für die Schwarz-Gelben: Die Aussichten auf Erfolge gegen den FC Sevilla waren selten besser als dieser Tage. Denn bei den Andalusiern kriselt es. In der Champions League ging man gegen ManCity unter (0:4), kam in Kopenhagen nicht über ein torloses Remis hinaus. Ähnlich bescheiden läuft es in der Liga, wo nach sieben Spielen fünf Punkte und Platz 17 zu Buche stehen.

Vor allem offensiv geht erschreckend wenig. In den vergangenen drei Spielen kam man nie über einen Expexted-Goals-Wert von 0,6 hinaus (fbref.com), gab insgesamt magere sechs Schüsse auf das gegnerische Gehäuse ab. Aber auch in der Defensive ist man alles andere als sattelfest. Die schwerwiegenden Abgänge von Diego Carlos (29) und Jules Kounde (23) machen sich weiterhin bemerkbar. Zuletzt gab es eine 0:2-Heimpleite gegen Atletico, die herzlich wenig Argumente bot, warum es im nächsten Spiel besser laufen sollte. These: Dortmund fährt einen wichtigen Dreier in Spanien ein. Neben Seoane und Inzaghi steht auch Sevilla-Trainer Julen Lopetegui (56) zunehmend unter Druck.

(Photo by MIGUEL RIOPA/AFP via Getty Images)

Impressum des Publishers ansehen