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Deutschland bei Blindenfußball-EM in Italien

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Es geht endlich los: Heute startet die Blindenfußball-Europameisterschaft in Pescara. Zehn Teams werden bis zum Freitag, 17. Juni, in Italien den Europameister im Blindenfußball ausspielen. Mit dabei ist auch die deutsche Nationalmannschaft, die sich für die Tage an der Adriaküste einiges vorgenommen hat. "Die Vorfreude ist groß", sagt Cheftrainer Martin Mania.

In der Gruppe B trifft das deutsche Team heute (ab 15 Uhr) auf Rumänien, zudem auf den amtierenden Titelträger Spanien, England (EM-Dritter 2019) und Polen. "Grundsätzlich ist es bei diesem Turnier immer so, dass mindestens drei nahezu ebenbürtige Mannschaften um das Halbfinalticket spielen und ein Team auf der Strecke bleibt", betont Mania und fügt an: "Aber wir haben eine hungrige Mannschaft, die darauf brennt, in die europäische Spitzengruppe vorzustoßen."

In der Gruppe A spielen Gastgeber Italien, Frankreich, Türkei, Griechenland und Tschechien. Russland (Europameister 2017) wurde aufgrund des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen die Ukraine vom Turnier ausgeschlossen. England, Frankreich und die Türkei gelten als chancenreiche Titelanwärter.

Kapitän Fangmann fehlt in Pescara verletzungsbedingt

Die beiden bestplatzierten Mannschaften einer Gruppe qualifizieren sich für das Halbfinale und lösen damit auch das Ticket für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Birmingham. Dafür qualifizieren sich mit Ausnahme des Gastgebers die vier besten Nationen der EM. Sportlich bitter für die deutsche Mannschaft: In den Spielen um ein Ticket für das Turnier 2023 muss man ohne Kapitän Alexander Fangmann auskommen. Der 37-Jährige wurde für das Turnier in Pescara nicht rechtzeitig fit. "Er ist ein besonderer Spieler, den wir gerne dabei gehabt hätten", so Mania. Vor zwei Jahren hatte der Offensivspieler des MTV Stuttgart das Finale gegen den FC St. Pauli mit seinen drei Treffern praktisch im Alleingang entschieden. Der Ausfall kommt für die deutsche Auswahl "nicht überraschend", daher ist die Mannschaft "darauf vorbereitet, so dass andere in die Bresche springen".

Ein klares sportliches Ziel will Mania nicht nennen, merkt aber an: "Wir haben an vielen Baustellen gearbeitet, beispielsweise an der körperlichen Verfassung. Der Anspruch mit vier Gruppenspielen in fünf Tagen ist hoch, hinzu kommt entweder das Halbfinale oder die Trostrunde. 2019 fehlte die Kraft, gegen die Topmannschaften weitere Tore zu erzielen."

Für Deutschland wäre es die erste WM-Teilnahme seit 2014 und die zweite Qualifikation überhaupt. Der Europameister wird zudem zum Teilnehmerfeld der Paralympics 2024 in Paris gehören. Sollten die Franzosen triumphieren, erhält entsprechend der Vizeeuropameister einen weiteren Startplatz.

Deutsche Spiele per Livestream und Audiodeskription mitverfolgen

Die deutsche Mannschaft reist ohne Niederlage im bisherigen Pflichtspieljahr an die Adriaküste. Im März wurden die Spanier zweimal klar mit 3:0 bezwungen, dazu gab es ein 3:3. Allerdings trat der amtierende Titelträger mit einem stark veränderten Kader an. Mitte Mai überzeugte das deutsche Team beim Heimturnier in Berlin. Gegen Gruppengegner Polen (9:1) und EM-Gastgeber Italien (1:0) gewannen die Blindenfußballer, dem Weltranglisten-Vierten Japan wurde ein 1:1 abgetrotzt.

Die erstmals so intensive Vorbereitung auf ein internationales Turnier wurde durch die Unterstützung der DFB-Stiftung Sepp Herberger möglich gemacht. Seit November 2021 kooperiert Deutschlands älteste Fußballstiftung mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS), um gemeinsam den Blindenfußball in Deutschland weiter voranzubringen. "Insbesondere durch die Kooperation konnten wir deutlich mehr gemeinsam auf dem Platz stehen, unter anderem wurde ein einwöchiges Trainingslager organisiert", berichtet Cheftrainer Mania.

Der ausrichtende italienische Sportverband FISPIC überträgt das gesamte Turnier auf Facebook und YouTube. Ein besonderes Highlight aus deutscher Sicht ist, dass mit Jonas Bargmann auch ein Spielbeschreiber aus der Blindenfußball-Bundesliga live dabei sein und per Audiodeskription die Spiele für Menschen mit Sehbehinderung kommentieren wird. Zu hören ist dieses Angebot entweder auf www.blindenfussball.net oder über die Telefonnummer (0345/483 41 6722).

Die Gruppenspiele der deutschen Mannschaft

Freitag, 10. Juni, 15 Uhr: Deutschland – Rumänien

Sonntag, 12. Juni, 15 Uhr: Deutschland – Spanien

Montag, 13. Juni, 9 Uhr: Deutschland – England

Dienstag, 14. Juni, 9 Uhr: Deutschland – Polen

Der deutsche EM-Kader

Tor: Sebastian Themel (37 Jahre/SF BG Blista Marburg), Nick Leidecker (23 Jahre/Borussia Dortmund)

Feld: Hasan Altunbas (31 Jahre/Borussia Dortmund), Hasan Koparan (34 Jahre/SF BG Blista Marburg), Rasmus Narjes (22 Jahre/FC St. Pauli), Mulgheta Russom (43 Jahre/MTV Stuttgart), Taime Kuttig (29 Jahre/SF BG Blista Marburg), Jonas Fuhrmann (21 Jahre/Borussia Dortmund), Ali Pektas (29 Jahre/SF BG Blista Marburg), Jonathan Tönsing (22 Jahre/FC St. Pauli)

Guides: Felix Mania (SF BG Blista Marburg), Jonas David (FC St. Pauli)

Cheftrainer: Martin Mania

Co-Trainer: Marvin Schmidt

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