đŸ€Ą Das waren die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten EnttĂ€uschungen der Bundesliga-Saison

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Niklas Levinsohn

Artikelbild: đŸ€Ą Das waren die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten EnttĂ€uschungen der Bundesliga-Saison

Wo es Gewinner gibt, da gibt es auch Verlierer. Oder eben EnttĂ€uschungen. Wie auch immer man’s nennen will, das waren die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten Flops der Bundesliga-Saison.

Große Namen, kleiner Mehrwert

Den einen wollten sie unbedingt, den anderen holten sie notgedrungen. Groß waren beide Namen trotzdem. Die Rede ist natĂŒrlich vom Noch-Bayern-Duo Lucas HernĂĄndez und Philippe Coutinho. Beide blieben in ihrer ersten und vielleicht einzigen Bayern-Saison einen Großteil dessen schuldig, was ihre Transfers im Sommer des Vorjahres versprachen.

Mildernde UmstĂ€nde gelten vor allem fĂŒr HernĂĄndez, der immer wieder vom eigenen Körper um seinen Spielrhythmus gebracht wurde. Coutinho fehlt zwar auch seit dem Neustart verletzungsbedingt, hĂ€tte davor jedoch 25 Spieltage Zeit gehabt, um das Ziehen seiner Ausstiegsklausel zu rechtfertigen. Hat er aber nicht. Ein Galaauftritt gegen Bremen rechtfertigt schließlich keine 120 Millionen Euro. Dann könnte man auch Robin Quaison kaufen.


Schalke war doch wieder nur Schalke

Der mangelhaft aufgearbeitete Rassismuseklat um Klubboss Clemens Tönnies. Die Affenlaute beim DFB-Pokalspiel gegen die Hertha. Der HÀrtefallantrag. Die entlassenen Fahrer der Jugendspieler. Schalkes Fehltritte abseits des Bundesliga-Betriebs sind eigentlich zu zahlreich, um sie binnen weniger SÀtze aufzuarbeiten. Also belassen wir es bei dem Beweis, sie zur Kenntnis genommen zu haben und konzentrieren uns aufs Sportliche.

Da sah es inklusive des ersten RĂŒckrundenspiels gegen Gladbach noch so aus, als hĂ€tte sich doch tatsĂ€chlich so etwas wie Kompetenz nach Gelsenkirchen verirrt. Immerhin war man FĂŒnfter, punktgleich mit dem Rivalen aus Dortmund. 16 Spieltage und keinen Sieg spĂ€ter ist von dem GefĂŒhl, dass auf Schalke tatsĂ€chlich etwas langfristig Erfolgreiches zusammenwachsen könnte, nicht mehr viel ĂŒbrig. Wagner kriegt zwar seine zweite Chance, aber der Zauber des Neuen wohnt ihr nicht mehr inne.


Albtraum Abstieg statt Traum von Europa

„Das ist ein sehr ambitioniertes Saisonziel, aber wir haben gesehen, dass das unter Florian Kohfeldts FĂŒhrung kein ganz unrealistisches Ziel ist“, kommentierte Frank Baumann vor einem Dreivierteljahr noch die Bremer Ambition, sich fĂŒrs europĂ€ische GeschĂ€ft zu qualifizieren. Worte, die Bremens Sportchef womöglich immer noch bitter auf der Zunge liegen. RealitĂ€t ist die Relegation.

Ein sportlicher Totalschaden, der sich ĂŒber die Saison gesehen mit langem Anlauf angekĂŒndigt hat. Mit nur fĂŒnf Punkten aus acht Spielen war Werder schon nach der Hinrunde die schlechteste Heimmannschaft der Liga. Die Kohfeldt-Elf ist es bis zum Schluss geblieben, konnte in Summe nur zwei Mal zu Hause gewinnen. Paart man das mit der zweitschlechtesten Abwehr der Liga und der schlechtesten nach Standards, kommt das raus, was letztlich rausgekommen ist: ein Fast-Absteiger.


Den Ultras der Schwarze Peter

Weißt Du noch, als Hoffenheim und Bayern fĂŒr einen verunglimpften MilliardĂ€r das Spielen einstellten? Als im Regen applaudiert und Dietmar Hopp zum Ehrenmann des deutschen Fußballs verklĂ€rt wurde? Das ist gerade mal vier Monate her, fĂŒhlt sich aber schon ein Fußballerleben entfernt an. Vergessen sollte man diese rĂŒckblickend doch eher peinliche Episode deswegen trotzdem nicht.

Peinlich war daran vor allem, wie bereitwillig sich der Sportmedien-Mainstream auf die Ultras als neues altes Feindbild stĂŒrzte. Wie undifferenziert darĂŒber gesprochen wurde, was es mit den Protestaktionen auf sich hatte und warum ĂŒberhaupt erst zu den durchaus streitbaren Mitteln gegriffen wurde. Inzwischen wĂ€ren wir wohl alle froh, wieder sorgenfrei ĂŒber das FĂŒr und Wider des Wortes „Hurensohn“ diskutieren zu dĂŒrfen. Ein Tiefpunkt der Saison bleibt die Posse trotzdem.


Klinsmann und der Mythos Mehrwert

UrsprĂŒnglich als Windhorst-FlĂŒsterer geholt, stand JĂŒrgen Klinsmann plötzlich doch als Trainer bei der Hertha an der Seitenlinie. Mit leuchtenden Augen filmte er die Ostkurve des Olympiastadions. Die anfĂ€ngliche Verliebtheit, die auch bei Klub und Umfeld zunĂ€chst zu spĂŒren war, wich jedoch schnell dem Erschrecken ĂŒber die fragwĂŒrdigen Methoden des JĂŒrgen K. Von Facebook-AlleingĂ€ngen bis hin zu „geleakten“ TagebĂŒchern spielte Klinsmann die ganze Klaviatur der Hinterlist.

Damit ruinierte der Dirigent des SommermĂ€rchens seinen Ruf in Deutschland endgĂŒltig, machte aber auch aus der Hertha eine Lachnummer. Geholfen hat es natĂŒrlich nicht, dass Salomon Kalou in die Facebook-Fußstapfen seines ehemaligen Trainers trat. Den versöhnlichen Eindruck, der am Ende dieser Achterbahnsaison der Alten Dame trotz allem bleibt, den haben die Berliner Bruno Labbadia zu verdanken. Mit dem wĂ€ren wir 2006 auch Weltmeister geworden. Ganz bestimmt.