Cristiano Ronaldo zum FC Bayern? Schwachsinn "as usual" - oder doch realistisch? | OneFootball

Cristiano Ronaldo zum FC Bayern? Schwachsinn "as usual" - oder doch realistisch?

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Es vergeht keine Sommer-Transferphase, in der das Gerücht "Cristiano Ronaldo zum FC Bayern" nicht mindestens ein Mal auftaucht. Demnach ist man in der Versuchung dieses schon reflexartig als "Schwachsinn" zu bewerten. In all den Jahren war es vermutlich auch nichts anderes als das. Und trotzdem sind einige Dinge in diesem Sommer anders. Ein Ronaldo-Transfer zum FC Bayern scheint im Falle eines Lewandowski-Abgangs zumindest nicht völlig utopisch zu sein. Doch was spricht eigentlich für und gegen eine Verpflichtung des Superstars?

Das spricht für einen CR7-Transfer zum FC Bayern

1.

Cristiano Ronaldo gehört zu den torgefährlichsten Spielern aller Zeiten. In 932 Profi-Spielen hat er unglaubliche 698-mal getroffen. Hinzu kommen seine 117 Länderspieltore. Vor dem Tor ist der Routinier sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Fuß noch immer eine absolute Maschine. Selbst wenn seine Quote nicht mehr so stark ist wie früher, hat er in der vergangenen Spielzeit noch immer 18 Tore in der Premier League und sechs Tore in der Champions League erzielt. Dabei darf man nicht außer Acht lassen, dass bei United fast gar nichts funktioniert hat. Man darf also davon ausgehen, dass er in einem funktionierenden Bayern-Team durchaus noch 35 Saisontore erzielen kann. Ronaldo ist erfahren und kann gegen jeden Gegner der Welt treffen. Beim Portugiesen kann man sich sicher sein, dass er einen Lewandowski-Abgang und dessen Tore zumindest teilweise kompensieren kann. Ekitike, David und Kalajdzic wären noch vielmehr Wundertüten.

Über die Strahlkraft von Cristiano Ronaldo braucht man sich eigentlich gar nicht unterhalten. Es gibt keinen populäreren Fußballer auf dem Planeten. In Sachen Social-Media-Anhängern sehen auch Messi, Neymar und Mbappé nur die Rücklichter des 37-Jährigen. Der FC Bayern könnten mit Trikot-Verkäufen richtig Asche machen und würde seinen Bekanntheitsgrad und seine Pupularität deutlich steigern. Der FCB und die Bundesliga würde von Leuten wahrgenommen werden, die zuvor noch nie ein Spiel angeschaut haben. Selbst wenn Ronaldo natürlich nicht mehr in der Blüte seiner Karriere ist, würde eine Verpflichtung dem Klub und der Liga neuen Wind verleihen.

3. Pro: Ronaldo kann als Musterprofi andere mitziehen

Allein die Tatsache, dass Cristiano Ronaldo trotz seiner 37 Jahre noch mit einem Klub wie dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird, sagt eigentlich schon alles. Der Angreifer ist für sein Alter noch unglaublich fit, was er nicht nur seinen Genen, sondern insbesondere seiner unglaublich professionellen Lebensführung zu verdanken hat. Der Portugiese ist diesbezüglich wohl einer der ganz wenigen Spieler, die Robert Lewandowski noch etwas vormachen können. Ronaldo ist ehrgeizig und ordnet wie ein Besessener alles dem Spitzensport unter. Daher absolviert er täglich Extra-Schichten und steckt genau so viel Mühe in das Training wie in die Regeneration. Zudem trinkt er keinen Alkohol und achtet penibel auf seine Ernährung. Mit einem solchen Muster-Profi zusammen zu arbeiten, kann insbesondere für die jungen Spieler eine positive Wirkung hinterlassen. Ronaldo ist schließlich für viele ein Vorbild und der lebende Beweis dafür, wie man seine Karriere durch Mentalität und Fleiß auf ein anderes Level heben kann.

Das spricht gegen einen CR7-Transfer zum FC Bayern

4. Contra: Ronaldo hat seinen Zenit überschritten

Cristiano Ronaldo ist - da muss man sich nichts vormachen - nicht mehr der Überspieler, der er zu Real-Zeiten war. Sein Körper befindet sich in einem natürlichen Abbauprozess, der sich nur verlangsamen, aber nicht aufhalten lässt. Dies hat die Folge, dass der Wiederverkaufswert kaum vorhanden wäre und Entwicklungs- und Marktwert-Potenzial fehlen. Das unterscheidet CR7 natürlich enorm von Spielern wie Ekitike oder David, die sich noch enorm verbessern können. Aufgrund seines Alters wäre der Portugiese auch nur eine Übergangslösung für ein, zwei Jahre. Aufgrund der nachfassenden Folgen der Corona-Pandemie können die Preise bis 2023 oder 2024 wieder enorm ansteigen.

5.

Cristiano Ronaldo hat im Laufe der Jahre an Mobilität verloren. Inzwischen ist er mehr oder weniger ein klassischer Zielspieler, auf den ein Spiel ausgerichtet sein muss. Andere Spieler drohen im Schatten von Ronaldo immer ein wenig zu verblassen. Die Bayern-Offensive würde an Flexibilität verlieren und wäre für gegnerische Abwehrreihen ausrechenbarer. Hinzu kommt, dass beim FC Bayern jeder gegen den Ball arbeiten muss und das Gegenpressing eine wichtige Komponente im Spiel ist. Cristiano Ronaldo kann diese wichtigen Meter nicht mehr in diesem Maße gehen, wodurch die Arbeitsrate der anderen Spieler noch mal höher sein müsste. Die Homogenität im Team wäre in Gefahr.

6. Contra: Ronaldo wäre nicht gerade günstig

Im Falle eines Ronaldo-Transfers würde noch eine Ablöse an Manchester United fällig werden, weil diese den Superstar nicht verkaufen möchten. Zudem würde der Portugiese wohl auf Anhieb Top-Verdiener werden und könnte das Gehaltsgefüge schon auch ein wenig sprengen. Das Gesamtpaket CR7 ist demnach noch immer ein enormer Kostenfaktor. Zwar bietet der auch Marketing-technische Vorteile, jedoch müsste zunächst ordentlich Kohle fließen.

Fazit: Ronaldo-Transfer möglich, aber unwahrscheinlich

Letztlich halten sich Vor- und Nachteile beinahe in der Waage. Der FC Bayern ist eigentlich nicht bekannt dafür, hochbetagte Stars zu verpflichten. Die BILD berichtete, dass die Münchner kein solches Gehalt für einen 37-Jährigen zahlen möchten. Dies ist gewissermaßen auch verständlich. Dennoch sollen die Bayern-Bosse jedoch kürzlich bei Manchester United angeklopft und die Ronaldo-Option geprüft haben. Die Red Devils sind Stand jetzt nicht bereit, Ronaldo ziehen zu lassen, auch wenn dieser laut Times um seine Freigabe gebeten haben soll. Möglich erscheint ein Abgang aber trotzdem. Ronaldo hat einfach so eine große Macht, dass er sicherlich irgendwie die Chance hätte, seinen Wunsch durchzubringen. Der FC Bayern dürfte für CR7 wahrscheinlich sogar die reizvollste Option sein, auch wenn der FC Chelsea und die AS Rom wohl ebenfalls angeklopft haben. Letztlich ist es deutlich wahrscheinlicher, dass sich die Bayern bei einem Lewandowski-Abgang für eine jüngere und langfristige Lösung entscheiden. Ausschließen kann man einen Ronaldo-Transfer aber nicht. Bei all den berechtigten Zweifeln wäre Ronaldo im Bayern-Trikot schon auch ein absoluter Kracher.

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