CL-Klatsche zeigt: Galatasaray ist nicht mehr zeitgemäß! – Kommentar

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Mit 1:5 ist Galatasaray am Mittwochabend aus dem niederländischen Eindhoven zurück in den türkischen Fußball-Untergrund geschossen worden. Der Fußball, den die Mannschaft von Fatih Terim schon seit einigen Jahren und auch gegen die PSV gespielt hat, ist nicht mehr zeitgemäß. So sind die "Löwen" zur grauen Maus verkommen – und werden es wohl auch vorerst bleiben. Ein Kommentar von LIGABlatt-Redakteur Mario Herb.

Wesley Sneijder fasste es nach Schlusspfiff ganz gut zusammen: "Erschreckend" sei es gewesen, Galatasaray in dieser Verfassung zu sehen. Das habe nichts mehr mit dem Klub zu tun, den er kannte. Der ehemalige Mittelfeldstar erlebte das 1:5-Desaster seines Ex-Klubs gestern Abend in der Champions-League-Qualifikation bei der PSV Eindhoven live im Stadion. Und dabei wirkten die einst so stolzen wie international immer mal wieder auftrumpfenden Löwen wie eine alte, kauernde, umhertrottende Wildkatze. Galatasararay, das an diesem Abend im Philips Stadion auch die ganze Türkei vertrat, offenbarte einmal mehr, dass sich die Zeiten verändert haben, sie vielleicht sogar schon abgelaufen ist.

Im Sommer 2021 liegt der türkische Fußball am Boden. Erst das katastrophale Abschneiden der Nationalmannschaft bei der EM, jetzt die Schmach von Eindhoven für den Rekordmeister – in den Sozialen Netzwerken sprechen die fanatischen Fans von Galatasaray gar von einer Beerdigung. Die gestrige Champions-League-Klatsche hat gezeigt, dass die Spielanlage "Cim Boms" nicht mehr zeitgemäß ist. Dass ehemals ebenbürtige Klubs wie eben die PSV Eindhoven längst enteilt sind. Und dass Niederlagen, ja auch derartige Demontagen, vielleicht nicht mehr historische Pleiten, sondern zur Regelmäßigkeit werden.

Auch Fatih Terim scheint sich abgenutzt zu haben

Galatasaray ist nicht mehr das, was es zu Zeiten Sneijders war. Kein Klub, dem auch große Gegner mit Ehrfurcht begegneten. Kein Klub, der sich trotz nationaler Erfolge international noch große Ambitionen machen kann. Was braucht für eine Rückbesinnung zu alter Stärke – und um im Konsens zu bleiben: der Wiederauferstehung nach der Beerdigung – ist zunächst das Eingeständnis der eigenen Schwächen und dann die Entwicklung und Umsetzung eines ganz neuen Konzepts. Trainer Fatih Terim scheint sich diesem Prozess mit dem selbst ausgegebenem Drei-Jahres-Plan angenommen zu haben. Doch ist auch seine Personalie längst nicht mehr unumstritten. Ist der "Imperator" nicht selbst nicht mehr zeitgemäß? Zumindest liegen seine Glanzzeiten sogar noch weit vor jenen, in denen Wesley Sneijder im "Löwen"-Mittelfeld noch den Takt schwang.

Foto: imago

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