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BVB verliert nach Handelfmeter gegen Bayern

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Borussia Dortmund

Borussia Dortmund hat am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein hochklassiges Spitzenspiel gegen Bayern München mit 2:3 (1:2) verloren und damit zugleich die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen müssen.

Es berichtet Boris Rupert

In einem packenden und temporeichen Duell ging der BVB bereits in der fünften Minute durch Julian Brandt in Führung. Robert Lewandowski (9.) und Kingsley Coman (44.) sorgten zur Pause für eine 2:1-Führung der Münchner. Auch in Durchgang zwei erwischte Borussia einen Blitzstart: Erling Haaland traf in Minute 48 zum 2:2, doch Lewandowski schoss die Gäste mit einem sehr umstrittenen Handelfmeter eine Viertelstunde vor Schluss wieder in Führung.

Ausgangslage:   Zweiter gegen Erster. Die beste Heimmannschaft traf auf das zweitstärkste Auswärtsteam. Der BVB war in sechs seiner jüngsten sieben, Bayern in fünf der jüngsten sechs Ligapartien als Sieger vom Platz gegangen.

Personalien: Der BVB musste ohne Hazard, Morey, Moukoko, Reyna und Schmelzer auskommen. Bellingham und Guerreiro waren zurück und rückten als zwei von drei Umbesetzungen in die Startelf, in der auch Haaland stand. Schulz, Wolf und Malen mussten auf die Bank.

Taktik:   Marco Rose reihte seine Elf wie schon in Wolfsburg in einer 4-2-3-1-Grundordnung auf, abermals mit Can und Dahoud auf der Doppelsechs im zentralen Mittelfeld. Bellingham wich auf den linken Flügel aus. Die Gäste agierten in einem sehr offensiven 3-2-4-1-Verband mit hochstehenden Außen (Coman und Davies) auf einer Höhe mit den beiden „Zehnern“ Müller und Sané.

Spielverlauf & Analyse:Borussia begann im Dortmunder Dauerregen mutig. Bellingham versuchte es gleich mal aus der Distanz (1.), dann schickte Reus Haaland mit einem langen Ball – Neuer klärte weit vor dem eigenen Kasten (3.). Sekunden später ein Vier-gegen-Zwei-Angriff, den Haaland unsauber zuende spielte – und sich deutlich ärgerte.

Doch das brauchte er nicht lange. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß flankte Bellingham vom linken Flügel in die Angriffsmitte. Nach einer starken Ballannahme vernaschte Brandt auch noch Davies und feuerte den Ball unhaltbar rechts oben in den Winkel (5.).

Die Spieler ließen sich auf beiden Seiten keine Luft zum Atmen. Can spielte quer zum weit aufgerückten Hummels, der auf Höhe des Mittelkreises den Ball jedoch nicht an Müller vorbeibrachte. Im folgenden Laufduell zwischen den beiden Weltmeistern war der mitlaufende Lewandowski der Profiteur. Er schnappte sich das Leder gut 20 Meter vor dem Tor, lief noch ein paar Schritte und schoss unhaltbar zum 1:1 ein (9.).

Es ging hin und her. Die sehr offensive Aufstellung der Münchner bot Lücken. Wenn die erste Linie überspielt war, liefen die Borussen häufig in Überzahl auf die Dreierabwehr der Gäste zu. So in Minute 29 nach einem Befreiungsschlag von Meunier, den Haaland im Mittelkreis auf Reus tropfen ließ und sofort steil geschickt wurde. Haaland kam aus 16 Metern halblinker Position zum Abschluss: Der Ball strich nur wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite verhinderte Hummels gegen Coman das 1:2, als er nach einem Fehlpass von Can im Strafraum im letzten Moment zur Stelle war (23.). Vier Minuten später parierte Kobel gegen Coman. Pech dann kurz vor der Pause. Lewandowski konnte Davies‘ Hereingabe nicht verarbeiten, doch Guerreiro schoss beim Versuch, die Situation zu klären, Hummels an. Den Abpraller knallte Coman zum 1:2 unter die Latte (44.).

Der BVB lag zur Pause zurück, aber er unterstrich nach Wiederanpfiff, dass er nicht das schlechtere Team war und nicht als Verlierer vom Platz gehen wollte. Meunier trieb den Ball über die rechte Seite. Seine Flanke wurde von Upamecano möglicherweise mit der Hand abgewehrt, doch jegliche Diskussion wurde eine Sekunde später unnötig: Bellingham leitete nach links in den Bayern-Strafraum, und Haaland traf per Drehschuss zum 2:2 (48.).

Es ging hin und her. Hernandez‘ Attacke gegen Reus im Strafraum blieb ohne Folgen (53.), Kobel parierte stark gegen Coman (57.), im Gegenzug rettete Pavard gegen Haaland. Borussia drückte auf den erneuten Führungstreffer, wechselte Malen für Dahoud ein, stellte um auf ein 4-4-2, verlor nach Kopfballduell mit Upamecano Brandt, der gut 20 Minuten vor dem Ende vom Platz getragen werden musste. Hernandez blockte den Schuss des soeben eingewechselten Wolf und verletzte sich dabei (70.).

Nach einer abgewehrten Ecke entschied Schiedsrichter Zwayer nach Sicht auf die Bilder auf Handelfmeter für Bayern München. Hummels war die Kugel zwar auf den Arm gefallen, doch er war klar ohne Sicht auf den Ball. Lewandowski verwandelte zum 2:3 (76.), und Rose musste mit Gelb-Rot auf die Tribüne.

Es gab zehn Minuten Nachspielzeit wegen der beiden langen Behandlungspausen. Malen setzte zum Fallrückzieher an, traf den Ball aber nicht richtig (90.+3), scheiterte nach dem nächsten Angriff an Neuer (90.+4), der auch gut gegen Meunier parierte (90.+6). Die letzte Szene des Spiels: Die Bayern wehrten einen letzten Eckball ab, bei dem auch Kobel mit vorn war. Beim Konter verfehlte Tolisso das leere Tor (90.+10).

Ausblick:  Am Dienstag (21 Uhr) spielt der BVB in der UEFA Champions League gegen Besiktas Istanbul, am kommenden Samstag (15.30 Uhr) in der Bundesliga beim VfL Bochum.

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