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Bundesliga | Sanés Traumtor knackt Bielefeld – FC Bayern antwortet Dortmund vor dem Gipfel

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News | FC Bayern gegen Arminia Bielefeld hieß das Topspiel des 13. Bundesliga-Spieltags! Nach dem spektakulären wie torreichen Samstagnachmittags entwickelte sich eine zähe Partie, die Leroy Sané mit einem Traumtor zum 1:0-Endstand entschied.

Bayern mit Chancenwucher, Arminia kompakt – keine Tore zur Pause

Die letzte Begegnung beider Mannschaften war eine denkwürdige. Mitte Februar führte die Arminia –damals noch unter Uwe Neuhaus – 2:0 und 3:1 in München, konnte letztendlich mit dem 3:3 einen Punkt nach Ostwestfalen nehmen.

Zuletzt zeigten sich die Bielefelder durchaus formstark und konnten vor der Länderspielpause durch ein 1:0 in Stuttgart den ersten Saisonsieg einfahren. Den VfL Wolfsburg hatte man am Rande einer Niederlage. Letztendlich reichte es zu einem 2:2.

Etwas wackeliger präsentierte sich der FC Bayern zuletzt. Dem 2:1 gegen Freiburg ließ man ein 1:2 in Augsburg folgen, bevor man mit einem 2:1 am 5. Champions-League-Spieltag in Kiev den Gruppensieg perfekt machte. Da Borussia Dortmund am Samstagnachmittag 3:1 in Wolfsburg gewann, war der FC Bayern gezwungen, sich Platz 1 in der Bundesliga wieder zurückzuerarbeiten.

Dieses Unterfangen musste Julian Nagelsmann ohne Joshua Kimmich, Eric Maxim Choupo-Moting (beide COVID-19) sowie Marcel Sabitzer (Wadenverletzung) angehen. Das eröffnete die Chance, mit Benjamin Pavard, Dayot Upamecano, Lucas Hernández, Corentin Tolisso und Kingsley Coman gleich fünf Franzosen in die Startelf zu stellen. Ein Novum in der Bundesliga. Einzig Hansa Rostock gelang es am 19. Spieltag 2002/03, beim 1:0-Sieg in Nürnberg, mit sechs Schweden noch mehr Spieler derselben Nation in eine Anfangsformation zu bringen.

Auf der gegenüberliegenden Seite machte Stefan Ortega sein 200. Pflichtspiel für die Arminia. Zur Saison 2017/18 kehrte er aus dem hellblauen Teil Münchens nach Ostwestfalen zurück. Vor ihm verzichtete Frank Kramer auf Experimente. Joakim Nilsson bildete mit U21-Europameister Amos Pieper die Innenverteidigung. Auch Alessandro Schöpf, in der Jugendabteilung des FC Bayern ausgebildet, durfte von Beginn an spielen. Vorne sollten Masaya Okugawa und Patrick Wimmer für Torgefahr sorgen, nebst der Bielefelder Institution: Fabian Klos.

Die Arminia versuchte, in der Anfangsphase Nadelstiche zu setzen. Nach drei Minuten legte Patrick Wimmer nach rechts. Eine gute Idee, auf die niemand einging.

In der 6. Minute hatten auch die Münchener ihre erste Torchance. Kingsley Coman wurde mit einem intelligenten Steckpass in Szene gesetzt und chippte die Kugel in den Rücken der Abwehr. Dort stieg Thomas Müller hoch. Andres Andrade klärte auf der Torlinie. Nur eine Minute später klärte U21-Europameister Amos Pieper eine Flanke zu kurz. Müllers Scherenschlag entschärfte Stefan Ortega.

Ortega glänzt gegen verschwenderischen Rekordmeister – Sané läutet die Druckphase ein

In der 11. Minute nahm sich Leroy Sané den Schuss aus rund 19 Metern. Wieder war Ortega Endstation. Ab hier war es eine reine Einbahnstraße. Der FC Bayern machte Druck, stand sich allerdings auch selbst im Weg. 15. Minute, Davies dribbelte sich bis in den Strafraum. Anstatt des Lupfers über Ortega entschied er sich für den Gewaltschuss – pariert.

In genau dieser Taktung ging es weiter. 21. Minute, Sané wurde links in den Sechzehner geschickt, legte perfekt in die Mitte. Comans abgefälschter Schuss landete im Mittelrang der dünn besiedelten Allianz Arena. Gut 12.000 Fans waren anwesend, 400 davon hielten es mit der Arminia.

Die bekamen weiterhin Münchener Chancenwucher präsentiert. Müller köpfte genau auf Ortega, Lewandowskis Abschluss aus spitzem Winkel wurde noch abgefälscht. In der 33. Minute köpfte Bayerns Nummer 9 nach einem Eckball drüber.

Drei Minuten vor der Pause gab es dann doch die kleine Schwester Bielefelder Entlastung. Die Arminia konterte mit drei Mann. Am Ende zog Wimmer von links nach innen. Sein Abschluss wurde allerdings geblockt – von Masaya Okugawa. So entschied sich Marco Fritz, die Partie acht Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit zu unterbrechen. Es ging mit dem torlosen Remis in die Pause.

Bielefeld ohne Entlastung – Sané lässt FC Bayern vor Bundesliga-Gipfel durchatmen

Ohne personelle Veränderungen ging es in den zweiten Durchgang. Aber mit demselben, drückend überlegenen FC Bayern. 46. Minute, über Upamecano kam der Ball zu Müller. Mit viel Übersicht steckte dieser für Sané durch, dessen Abschluss knapp am rechten Pfosten vorbeiging. Drei Minuten später legte Lewandowski für Müller ab. Ortega konnte die Kugel locker aufnehmen. Bis hierhin stand sich der Rekordmeister mehr selbst im Weg, als es die Arminia tat. Sie initiierten Angriffe über die gesamte Breite des Feldes, machten es aber entweder im vorletzten, beziehungsweise letzten Pass zu kompliziert oder trafen beim Abschluss die falsche Entscheidung. So stand auch nach gut 50 Minuten das 0:0.

Bezeichnend: 57. Minute, abermals flankte Coman von rechts. Diesmal kam die Hereingabe bei Sané an. Anstatt mit der Innenseite einzuschieben, entschied sich der Nationalspieler für den Vollspannschuss – klar links vorbei.

Nach einer guten Stunde traute sich auch Bielefeld mal etwas mehr aus dem Körbchen. Einen Freistoß aus halbrechter Position servierte FCB-Jugendspieler Alessandro Schöpf in die Mitte für Fabian Klos, links vorbei. Wenig später zog Okugawa volley ab, rechts vorbei.

Photo by Sebastian Widmann/Getty Images

So musste der FC Bayern weiter den Stein den Berg hochrollen. 71. Minute, der eingewechselte Jamal Musiala steckte für Thomas Müller an den Strafraumrand durch. Bayerns Raumdeuter legte kurz ab, Sané hielt drauf – und drin! Tatsächlich! Der Schlenzer schlug unhaltbar im linken Winkel zur hochverdienten, überfälligen Führung ein. Ein rekordverdächtiger Treffer, der 102. den der FC Bayern 2021 in der Bundesliga erzielte. Damit überboten sie die bisherige Rekordmarke des 1. FC Köln, der 1977 auf 101 Treffer kam.

Mit dieser Aktion war der Arbeitstag von Leroy Sané beendet. Serge Gnabry kam ins Spiel. Die erste Aktion von Bayerns Nummer 7 gab es in Minute 77: An der Grundlinie setzte sich Gnabry durch und feuerte aus extrem spitzem Winkel drauf. Unterkante Latte, Pfosten, kein Tor.

Letztendlich versandeten auch die drei Minuten Nachspielzeit wirkungslos. Der FC Bayern brachte den knappen Erfolg ins Ziel. Kein schöner – bis auf das Tor – nur bedingt souverän, aber unheimlich wichtig. Ein abermaliger Punktverlust, der zur Folge gehabt hätte, dass man  – nach dem 3:1-Sieg des BVB in Wolfsburg – als Zweitplatzierter nach Dortmund reist, wurde abgewendet.

Eine leidenschaftlich verteidigende Arminia hingegen muss München diesmal ohne Punkte verlassen. Am kommenden Wochenende empfangen sie den 1. FC Köln, dem es nach dem 4:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach sicher nicht an Selbstvertrauen mangeln dürfte.

Der Endstand aus der Allianz Arena: FC Bayern 1, Arminia Bielefeld 0.

Photo by Sebastian Widmann/Getty Images

Victor Catalina

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