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Brotlose Kunst bremst Fenerbahçe aus

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Selbst hartgesottene "Kanarienvögel" mussten einsehen, dass die bisher weitestgehend enttäuschende Saison nicht alleine durch den zwischenzeitlichen Trainerwechsel gerettet werden kann. Vielmehr werden jetzt zahlreiche Spieler auf dem Prüfstand stehen.

Nominell gehört der Kader der Gelb-Marineblauen nämlich klar zu den stärksten der Liga. Gerade auch in der Offensive ist große Qualität vorhanden, das zentrale Mittelfeld platzt dazu beinahe aus allen Nähten. Allein wenn es darum geht, diese vorhandene Kreativität abzurufen, bleiben die teils hochdekorierten Akteure in dieser Spielzeit vieles schuldig. Fenerbahçe ist offensiv leicht ausrechenbar, obwohl zahlreiche Positionswechsel zum Repertoire gehören. Das Problem: Zwar wählen Spieler häufig ungewöhnliche Laufwege, ihre Mitstreiter scheinen meistens allerdings ebenso überrascht wie der Gegner. In der Folge landen die Bälle daher viel zu oft im Niemandsland oder direkt im Aus. Die Konsequenz: null Torschüsse in Hälfte eins gegen eine defensives Antalayaspor! Hier wird auch İsmail Kartal dringend ansetzen müssen. Automatismen benötigen Zeit und Training. Schaut man seinem neuen Team beim Spielen zu, wirkt es oft, als hätte das gepflegte Offensivspiel bisher viel zu selten auf der Tagesordnung gestanden.

Viele Spieler zeigen zu wenig

Das sollte allerdings spätestens jetzt kein Alibi für die Spieler mehr sein. Was einige Akteure anbieten, ist deutlich zu wenig. Künstlern wird häufig nachgesagt, sie seien ein wenig schlampig. Bleibt man bei diesem Bild, erkennt man dieses Klischee im Spiel der "Kanarienvögel" überdeutlich. Alleine wenn er die ungenauen Zuspiele von Kahveci auf Osayi-Samuel in den letzten zwei Spielen hernimmt, hätte Kartal genügend Anschauungsmaterial, um seinem Team den Kopf zu waschen. Statt des türkischen Nationalspielers könnte man allerdings auch einen seiner Nebenleute heranziehen. Andere Spieler, wie Rossi, Meyer, Gümüşkaya oder Kapacak erhalten kaum (noch) die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Sollte das allerdings auch unter dem dritten Trainer in Folge so bleiben, müssen die Gründe hierfür spätestens bei den Trainingsleistungen gesucht werden.

Das Unentschieden gegen Antalyaspor war ein Dämpfer, der allerdings aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit nicht dem neuen Trainer angelastet werden sollte. Dieser muss nun allerdings dringend jene Spieler identifizieren, die seine Vision umsetzen können. Unter Umständen werden das weniger die Künstler sein und stattdessen eher die Kämpfer. Da auch bis zum nächsten Spiel am Mittwoch nur wenig Zeit bleibt, muss die Mannschaft endlich eine andere Einstellung an den Tag legen und zeigen, dass sie den Ernst der Lage erkannt hat.

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