Bilanztrick: Warum Leipzig Wolf gerne an Gladbach verleiht

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Borussia Mönchengladbach hat am Dienstag mit Hannes Wolf den ersten Neuzugang für die neue Spielzeit präsentiert. Der Mittelfeldmann kommt von Ligakonkurrent RB Leipzig zu seinem Ex-Coach Marco Rose. Die Sachsen bevorzugten wohl selbst zunächst eine Leihe, obwohl der Spieler wohl kaum zurückkehren wird.

Schließlich haben die Klubs neben einer Leihgebühr auch eine verpflichtende Kaufoption vereinbart. Laut der Bild-Zeitung greift diese bereits nach 15 Einsätzen des Grazers im Dress der Fohlen. Angesichts der Dreifachbelastung des Champions-League-Teilnehmers dürfte Wolf diese Hürde vielleicht schon in der Hinrunde der neuen Saison überwinden und sich so langfristig an Gladbach binden. Das Kalkül von Leipzig ist dabei wohl von Gedanken an die eigene Bilanz geleitet worden. Wie Sport Bild berichtet, bevorzugten die Sachsen deshalb zunächst eine Leihe.

Leipzig vermeidet Fehlbetrag

Im Corona-Sommer 2020 wäre Wolf andernfalls wohl nur für eine geringere Summe zu verkaufen gewesen, als sein verbleibender Buchwert in den Bilanzen steht. Die Ablösen für Neuzugänge werden seitens der Klubs über ihre Vertragslaufzeit abgeschrieben. Beim Österreicher steht somit dem Magazin zufolge ein Buchwert von noch etwa zehn Millionen Euro auf dem Papier. Hätte der Klub Wolf nun für eine geringere Summe verkauft, hätte RB Leipzig einen Fehlbetrag in der Bilanz. Mit der voraussichtlichen Verschiebung des Verkaufs um ein Jahr steigt nicht nur die Chance, dass Wolf ohne tatsächlichen Ablöse-Verlust den Verein verlässt. Sondern es schönigt auch die Bilanz. Gerade in Corona-Zeiten müssen die Klubs solche Details im Auge behalten. Gladbach kam die Leihe auch recht: Andernfalls wäre der erklärte Wunschspieler von Rose für Max Eberl und Co. 2020 nicht zu haben gewesen.