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Niklas Levinsohn

Benzemas Eleven: Die Top-Elf der ignorierten Nationalspieler


Karim Benzema hat bei der französischen Nationalmannschaft Hausverbot. Das hat der Verbandspräsident Noel Le Graet noch mal unterstrichen. Nun wünscht sich der Real-Stürmer, doch für ein anderes Land spielen zu dürfen. Den anderen Kickern in dieser Top-Elf dürfte es ähnlich gehen.

Tor

Stéphane Ruffier (AS Saint-Etienne): Ruffier ist inzwischen bereits 33 Jahre alt. Die langjährige Nummer Eins von Saint-Etienne ist aber auch schon seit Jahren einer der konstantesten Keeper der französischen Liga. Gebracht hat es ihm ganze drei Freundschaftsspiele in Diensten Frankreichs, das letzte im März 2015. Dann vertraute Didier Deschamps auf den damals noch jungen Alphonse Aréola und ließ Ruffier fortan links liegen.

Abwehr

Mats Hummels (Borussia Dortmund): Klar, wo ignorierte Spieler mit Nationalmannschaftsformat sind, da kann ein Mats Hummels nicht weit sein. Der Dortmunder ist in den Augen vieler Experten immer noch der beste deutsche Innenverteidiger. Aber im Falle der DFB-Elf zählen eben nur die Augen von Bundestrainer Joachim Löw. Und die sehen bekanntlich, was sie wollen.

David Luiz (FC Arsenal): Ein Testkick gegen Australien im Juni 2017. So hat sich David Luiz sein Abschiedsspiel für Brasilien sicher nicht vorgestellt. Momentan sieht es allerdings so aus, als könnte es das gewesen sein. Tite scheint keine Verwendung für den Lockenkopf zu haben, der für Chelsea im Vorjahr noch 36 von 38 Ligaspielen über die volle Distanz absolvierte und ganz nebenbei die Europa League gewann.

Javi Martínez (FC Bayern München): Bayerns erstaunlich feinfüßiger Mann fürs Grobe hatte bei „La Furia Roja“ noch nie einen leichten Stand. Nicht einmal als Triple-Sieger und wenigstens für ein Jahr vielleicht bester Sechser der Welt. Da verwundert es nicht, dass Martínez seit der Desaster-WM 2014 vergeblich auf einen weiteren Einsatz im spanischen Nationaltrikot wartet.

Mittelfeld

Radja Nainggolan (Cagliari Calcio): Zugegeben, Nainggolan ist bereits als belgischer Nationalspieler zurückgetreten. Ziemlich genau an dem Tag, an dem bekannt wurde, dass er nicht im belgischen Aufgebot für die WM in Russland stehen würde. Auch ohne Rücktritt wäre er wohl außen vor geblieben, denn der exzentrische Mittelfeldmann und Coach Roberto Martínez hatten nie das beste Verhältnis zueinander. Dass er immer noch gut genug für die roten Teufel wäre, zeigt der 31-Jährige aktuell für Cagliari Calcio mit fünf Torbeteiligungen in neun Spielen.

Jack Grealish (Aston Villa): Gefühlt hat Englands Jugendförderer Gareth Southgate in den vergangenen Jahren jeden Spieler für die Three Lions nominiert, der unter 23 ist, einen englischen Pass besitzt und selbstständig seine Schuhe binden kann. Nur Jack Grealish nicht. Der ist inzwischen 24, Kapitän bei Aston Villa und immer noch ohne Einsatz für England.

Koke (Atlético Madrid): ‚transfermarkt.de‘ sagt, er ist 70 Millionen Euro wert. Simeone sagt seit dem Abgang von Diego Godin, er ist Kapitän von Atlético Madrid. Spanien sagt: „Nä komm, bleib weg Du!“ 44 Länderspiele hat Koke zwar für den Weltmeister von 2010 gemacht, aber das letzte eben am 11. Oktober 2018.

Kevin Volland (Bayer Leverkusen): Mit Kevin Volland hat die Werkself definitiv einen würdigen Nachfolger von Stefan Kießling gefunden. Genau wie Kießling kann Volland in der Bundesliga nämlich so viele Tore schießen wie er will, die Eule mit dem sehnlich gewünschten Brief will einfach nicht kommen. Für DFB-Dumbledore Löw ist und bleibt Volland wohl ein Muggel.

Angriff

Karim Benzema (Real Madrid): Um zu erklären, warum Benzema trotz starker Leistungen für Real Madrid nicht mehr für Frankreich spielen darf, bräuchte es einen eigenen Artikel. Oder vielleicht auch ein mehrseitiges Essay. Vereinfacht gesagt: Vonseiten Deschamps wurde befunden, dass der 31-Jährige kein guter Einfluss für die Kollegen bei der Équipe Tricolore sei. Das ist inzwischen ziemlich genau vier Jahre her. Vier Jahre, in denen Benzema drei Mal die Champions League gewonnen hat. Ob das den verpassten WM-Titel aufwiegt?

Mauro Icardi (Paris Saint-Germain): Icardi würde sich wohl wünschen, es läge am Trainer. Der neue Star im PSG-Sturm hat es sich nämlich angeblich mit dem mächtigsten Mann Argentiniens verscherzt, Lionel Messi. Icardi spannte Messis Freund Maxi López die Frau aus und da La Pulga anscheinend ein guter Bro ist, lässt er seinen Einfluss spielen, der dafür sorgt, dass Icardi eben nicht spielt. Klingt verrückt? Noch verrückter klingt aber, dass ein Mann mit 174 Toren auf Vereinsebene gerade mal acht Länderspiele absolviert hat.

Alexandre Lacazette (FC Arsenal): Stell dir vor, Du schießt gegen Deutschland zwei Tore, die Partie endet 2:2 und danach machst du kein einziges Spiel mehr für die – in dem Fall französische – Nationalmannschaft. Genau so ist es Alexandre Lacazette ergangen, der vor vier Tagen zwei Jahre ohne Länderspiel „feiern“ durfte.