Barca, Juve, Real und Co.: Was ist mit Europas Elite los?

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Der FC Bayern stellte am Samstag so etwas wie eine Ausnahme dar. Der Quintuple-Sieger hielt sich bei Arminia Bielefeld weitgehend schadlos, fuhr einen 4:1-Erfolg ein. Viele andere Klubs aus Europas Elite ließen hingegen Federn.

Es begann mit dem FC Liverpool, der am Mittag im Merseyside-Derby beim FC Everton trotz zweimaliger Führung nur ein Remis erzielte. Die Toffees gingen dabei als Tabellenführer ins Rennen und hatten einiges Spielglück, etwa mit fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen. Dennoch bleibt das Gefühl, dass Liverpool dieses Spiel in der Vorsaison für sich entschieden hätte. Der amtierende Meister hatte vor der Länderspielpause schon eine historische 2:7-Klatsche bei Aston Villa kassiert.

Barca nutzt Real-Vorlage nicht

Später am Samstag kassierte der FC Chelsea daheim gegen den FC Southampton in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer zum 3:3, dabei hatte das Team durch einen Doppelpack von Timo Werner und einen Treffer von Kai Havertz ebenfalls zweimal geführt. Die Blues finden in der neuen Saison noch nicht richtig in die Spur. Die großen Überraschungen hielt der Samstag aber am Abend bereit. Real Madrid verlor daheim gegen den Aufsteiger FC Cadiz, die Steilvorlage nutzte der FC Barcelona beim FC Getafe jedoch nicht. Dass beide spanischen Mega-Klubs am selben Abend gegen vermeintliche Leichtgewichte stolpern, dürfte nicht allzu häufig vorkommen. Ins Bild passt auch noch, dass Juventus Turin beim FC Crotone nur ein 1:1 erzielte.

Keine reine Momentaufnahme

Die Momentaufnahme des Samstags steht dabei nicht alleine. Barca hatte schon vor der Länderspielpause gegen den FC Sevilla Punkte gelassen und nur leidlich überzeugt. Real gewann zuletzt dreimal mit ziemlich minimalistischem Fußball und verließ sich dabei nicht zuletzt darauf, mit dem Videobeweis im Bunde zu sein. Juventus ließ nun ebenfalls nicht zum ersten Mal Punkte. In England hat neben Liverpool auch Manchester City schon unerwartete Punktverluste erlitten. Und selbst der FC Bayern kassierte bei der TSG Hoffenheim eine selten deutliche Pleite, während Paris Saint-Germain mit gleich zwei Niederlagen in die neue Saison startete.

Heiße Phase beginnt

War nicht zuletzt immer wieder die Rede davon, dass nahezu alle Ligen in Europa weitgehend vorhersehbar seien und aufgrund der wirtschaftlichen Differenzen zwischen der Spitze und den Verfolgern die nötige Spannung vermissen ließen? Zu diesem frühen Zeitpunkt der neuen Saison scheint sich dieses Bild nicht zwingend anzudeuten. Natürlich könnten sich die Dinge in die entsprechende Richtung entwickeln. Jedoch geht es erst mit dem Eintritt in die Europapokale in die heiße Phase. Alle Top-Klubs haben ein hartes Programm vor sich, spielen im Drei-Tages-Rhythmus, ohne Zeit für Korrekturen auf dem Trainingsplatz.

Neue Trainer, wenig Vorbereitung ...

Über die Gründe des bisherigen Strauchelns so mancher ständiger Favoriten lässt sich derweil fröhlich spekulieren. Bei Liverpool könnte nach dem historischen ersten Meistertitel der Premier-League-Ära ein bisschen Spannung verloren sein, bei Manchester City liegt die Amtszeit von Pep Guardiola womöglich in den letzten Zügen. Barca und Juventus haben neue Trainer, die nur wenig Zeit hatten, ihre Teams auf neue Ideen einzustellen. Real verzichtete im Sommer auf Transfers und vermisst wichtige Spieler mit Verletzungen. Bayern und PSG hatten die kürzeste denkbare Vorbereitung auf die Spielzeit. Klar scheint in jedem Fall: Diese Saison dürfte mehr Überraschungen mit sich bringen als vorherige Jahre. Bleibt die Frage, ob es Teams gibt, die sich dies als Vorteil zunutze machen können. Womöglich geht der Blick da am ehesten zum Anfang der Auflistung: Der FC Everton hat sich gut verstärkt und kann sich voll auf die Premier League konzentrieren. Den letzten wirklich sensationellen Meister in Europas Top-Ligen stellte bekanntlich die englische Liga. 2016 holte Leicester City den Titel.