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🏆 Awards: Ein kurioses Angebot und die mögliche Bedeutung von 27 Toren

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Annika Becker

Das Viertelfinale des DFB-Pokals ist gespielt, wir schauen in unseren Awards dieses Mal auf einige der auffĂ€lligsten Spielerinnen dieser Runde und werfen einen Blick auf die Entwicklung der Torstatistik des Wettbewerbs. Außerdem gab es ein kurioses, aber faires Angebot.


Der „Die Spielerinnen der Runde“-Award

Bei den vielen starken Einzelleistungen dieser Pokalrunde fĂ€llt die Auswahl der herausragenden Spielerinnen schwer. Montagabend war das Bayern MĂŒnchens Jovana Damnjanović, die ĂŒber das komplette Spiel Torgefahr und Spielfreude ausstrahlte, mal vorne im Zentrum, mal durch eine Rochade mit Beerensteyn auf dem FlĂŒgel.

Die UnermĂŒdlichkeit in Person war Leverkusens Verena Wieder, die auch in der 120. Minute der VerlĂ€ngerung noch bei jedem potenziellen Konter losrannte, als wĂ€re die Partie gerade mal in der ersten Halbzeit. Ihre Vorlage zu Zellers Siegtor brachte sie per Eckstoß herein.

Jill Roord war am Mittwochabend nicht unter den TorschĂŒtzinnen des VfL Wolfsburg, hielt dafĂŒr aber im Mittelfeld alle FĂ€den in der Hand. Der SC Sand war zwar nicht komplett fit, brachte vor allem in Halbzeit eins aber dennoch ein ansehnliches Pressing auf den Rasen, das Roord mit ihren PĂ€ssen immer wieder aushebelte.


Der „Die Zahl der Woche“-Award

Siebenundzwanzig. So viele Tore fielen dieses Jahr in den vier Spielen des Viertelfinales, im Durchschnitt also 6,75 Treffer pro Partie und das ohne Elfmeterschießen: Was nach einem krassen Ausreißer klingt, gab es tatsĂ€chlich in den letzten fĂŒnf Saisons weitere zwei Mal. Auch letzte Saison und 2017/2018 fielen jeweils 27 Tore im Viertelfinale des DFB-Pokals. Schaut man auf die letzten fĂŒnf Jahre, gab es insgesamt 121 Treffer, also durchschnittlich 24,2 pro Jahr. In den fĂŒnf Jahren davor war das anders.

Auch zwischen den Saison 2012/2013 und 2016/2017 gab es praktischerweise kein einziges Elfmeterschießen, in diesen fĂŒnf Jahren fielen im Viertelfinale insgesamt 75 Tore, macht einen Saisondurchschnitt von 15. Warum aber ĂŒberhaupt die ganzen Zahlen anschauen? Es erlaubt erst einmal die banale Aussage, dass das Spiel in Deutschland torreicher geworden ist. Woran liegt das? Die GrĂŒnde sind mit Sicherheit vielfĂ€ltig. Da wĂ€re die ĂŒber die Jahre grĂ¶ĂŸer gewordene Schere bei der Professionalisierung, Vereine wie Wolfsburg oder Bayern entwickeln sich mit mehr Geld schneller weiter als ein SC Sand.

Henstedt-Ulzburg 0
1. FFC Turbine Potsdam 7
regulÀre Spielzeit

Dann wĂ€ren da die sportlichen Entwicklungen im physischen, aber auch technischen Bereich. Man könnte sich außerdem fragen, ob die Entwicklung im offensiv-technischen und -taktischen Bereich vielleicht besser vorangegangen ist als die in der Defensive. Möchte man das mit tiefergehenden Statistiken als reinen TorverhĂ€ltnissen untersuchen, gibt es aber ein Problem, denn wĂ€hrend es im MĂ€nnerfußball lĂ€ngst ein Überangebot statistischer Werte gibt, findet sich fĂŒr den Frauenfußball kaum etwas. Dabei sind diese Daten lĂ€ngst nicht mehr nur fĂŒr Nerds interessant.

Die englische Women’s Super League hat seit Beginn der aktuellen Saison einen offiziellen Partner fĂŒr die Berichterstattung, einzelne Vereine gehen weiter und zeigen z.B. die Passstatistiken ihrer Spielerinnen, vorbildlich ist hier Aston Villa. Leise Hoffnung darauf, dass sich auch in Deutschland in naher Zukunft etwas bewegt, macht ein Punkt im sonst wenig konkreten Änderungsantrag 54a fĂŒr den DFB-Bundestag am 11. MĂ€rz. Es geht um die „Finanzierung der Erhebung von Spieldaten“ als „Grundlage fĂŒr sportliche Entwicklung“ und um „weitere Vermarktungschancen (z.B. [durch einen] Grafiksponsor)“.


Der „Kurios, aber sehr fair“-Award

FĂŒr Turbine Potsdams Onyinyechi Zogg war der gestrige Abend sehr bitter, sie kam nach der Pause ins Spiel und musste kurz darauf verletzt den Platz verlassen, wir wĂŒnschen an dieser Stelle gute Besserung. Die Turbine hatte zu diesem Zeitpunkt bereits alle Wechselmöglichkeiten aufgebraucht, weshalb Henstedt-Ulzburgs Trainer Christian JĂŒrss laut hörbar zur Potsdamer Bank hinĂŒberrief, seinetwegen könne man ruhig einfach nochmal wechseln.

Potsdam ging nicht darauf ein, denn natĂŒrlich wĂ€re es trotzdem ein Wechselfehler gewesen und das Ergebnis somit anfechtbar. Trotzdem spiegelte diese Geste sehr gut den leidenschaftlichen, aber stets fairen Pokalabend zwischen den beiden Teams wider.