📘 Anleitung fĂŒrs Revierderby: So kann Schalke den BVB schlagen

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Helge Wohltmann

Artikelbild: 📘 Anleitung fĂŒrs Revierderby: So kann Schalke den BVB schlagen

Der große BVB gegen ein schlingerndes Schalke, das seit einer gefĂŒhlten Ewigkeit kein Spiel mehr gewonnen hat. Eigentlich eine klare Angelegenheit. Wenn Lazio Rom nicht wieder einmal vor Augen gefĂŒhrt hĂ€tte, mit welchen Mitteln den Dortmundern beizukommen ist.

Denn auch gegen die schlecht in die Saison gestarteten Italiener ging die Mannschaft von Lucien Favre als Favorit in die Partie, nur um am Ende als Verlierer dazustehen. Lazio folgte dafĂŒr einer Anleitung, die schon zahlreiche Borussia-Gegner erfolgreich genutzt haben. Uns liegt diese Anleitung beinahe exklusiv vor. Kann Schalke den Anweisungen ebenfalls folgen, wartet am Ende auch fĂŒr sie der Sieg.



Hohes Pressing, großer Lohn

Von einer spielstarken Mannschaft wie dem BVB wĂŒrde man eigentlich nicht erwarten, dass sie unter Druck so sehr zu Fehlern neigt. Doch es zeigt sich immer wieder, dass dies eines der besten Mittel ist, um sie vor schier unlösbare Probleme zu stellen. Da Favre kein langes Holz sehen will, versuchen seine Spieler, auch auf engstem Raum die spielerische Lösung zu finden. Dabei leisten sie sich immer wieder kapitale FehlpĂ€sse, die zu Gegentoren fĂŒhren.

Die aktuell zusammengewĂŒrfelte Abwehrreihe hat noch mehr damit zu kĂ€mpfen. Vor allem der sowieso sehr fehleranfĂ€llige Thomas Meunier ist hier besonders anfĂ€llig. Auch Lazio hat Zuspiele auf den Rechtsverteidiger als Pressingsignal angesehen und so beispielsweise vor dem 1:0 einen Fehlpass erzwungen. Besonders bei gegnerischen AbstĂ¶ĂŸen und EinwĂŒrfen sollte Schalke also weit vorrĂŒcken und frĂŒh drauf gehen.


Mitte zu und alles wird gut

Wird der Ball nicht schon in der gegnerischen HĂ€lfte erobert, mĂŒssen die Königsblauen sich schnell fallen lassen und vor allem das Zentrum dicht bekommen. Dortmund hat nur wenige Kopfballungeheuer im Kader und versucht meist flach vor das gegnerische Tor zu kommen. Sind die Passwege nach innen zugestellt und der Gegner eng gestaffelt, neigen sie dazu, U-förmig um den gegnerischen Kasten herumzuspielen, bis sie eine LĂŒcke ausfindig machen. Verschiebt der Gegner dabei gut, gibt es kein Durchkommen.

Lucien Favre hasst unnötige Ballverluste und will keine RisikopĂ€sse sehen. Der Gegner soll mit Seitenverlagerungen geduldig auseinander gezogen werden. Dabei schlĂ€fert sich der BVB aber teilweise selbst ein und vergisst, dass die Kugel irgendwann auch mal tief gespielt werden muss, wenn man ein Tor schießen will.


Schnelles Umschalten

Lazio hat vorgemacht, wie es gehen kann. Nach eigenem Ballgewinn schalteten die Italiener schnell auf Angriff um und stießen in die teils riesigen Löcher, die die hoch aufgerĂŒckte und zuweilen unsortierte Borussia ihnen geboten hat.

Vor allem nach FehlpÀssen hatten Mats Hummels, Ɓukasz Piszczek und Thomas Delaney ihre liebe Not, die anrollenden Angriffe zu verteidigen. Auch beim 0:2 gegen Augsburg fingen sie sich den zweiten Treffer nach einem Konter, den Daniel Caligiuri im Netz unterbrachte.


HĂ€rte im Zweikampf

Die Dortmunder als Schönwetterfußballer zu bezeichnen, mag etwas hart sein, doch sie haben es definitiv nicht gerne, wenn es in den ZweikĂ€mpfen auf die Socken gibt. Mit Emre Can wurde letzten Winter extra noch jemand geholt, der eine gewisse AggressivitĂ€t mitbringt. Doch noch immer gibt es zu viele Spieler, die sich von einer gut getimten GrĂ€tsche den Schneid abkaufen lassen.

Doch selbst wenn sich der BVB dazu hinreißen lĂ€sst, ebenfalls auszuteilen, ergibt sich ein weiterer Vorteil fĂŒr Schalke. Bei den Niederlagen gegen Lazio und gegen Augsburg fing sich Dortmund jeweils ein Gegentor nach einem Standard. Sie könnten somit das Werkzeug sein, mit dem Königsblau selbst zum Torerfolg kommt. Um damit in letzter Instanz dann ausgerechnet im Derby die eigene Sieglosserie zu beenden.