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·15. September 2022

Alles, was ihr zum 9. Spieltag wissen müsst

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Wieder einmal zwei richtungsweisende Matches im breiten Verfolgerfeld, zwei Aufsteiger, die sich unter höchst verschiedenen Vorzeichen begegnen, und ein Ultimatum, das undankbarer nicht sein könnte. Weckt das bereits den Appetit auf das neunte Kapitel der 3. Liga 2022/23? Wir nehmen das Wochenende unter die Lupe.

Die Ausgangslage

Vom dritten bis zum siebten Spieltag führte 1860 München die Tabelle an – dann folgte die Sternstunde der SV Elversberg, die Entzauberung des Spitzenreiters. Nun sind die Sechzger wieder als Verfolger gefragt, haben am Freitagabend im ungleichen Duell mit dem bis dato chancenlosen Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue die große Chance, vorzulegen. Die SVE kann im schwierigen Gastspiel beim Halleschen FC kontern. Dahinter gibt es, mal wieder, mehrere Verfolgerduelle: Waldhof Mannheim empfängt den SV Wehen Wiesbaden, dazu begegnen sich mit Dynamo Dresden und dem FC Ingolstadt zwei Zweitligisten der Vorsaison. Und auch der letzte Traditionsverein im Spitzenrennen, der 1. FC Saarbrücken, hat es mit dem Auswärtsspiel in Essen nicht leicht.

Eine Reaktion erfordert ist von der SpVgg Bayreuth. Dort gab es trotz des 0:6 gegen Saarbrücken einen Vertrauensbeweis für Trainer Thomas Kleine. Beim Aufsteigertreffen in Oldenburg sollte der Abstand zu den derzeit sieben Punkten besser platzierten Norddeutschen, die mit einer ähnlich klaren Außenseiterrolle ins Jahr gegangen waren, aber nicht weiter wachsen. Mit gleich vier Niederlagen in Folge kämpft Borussia Dortmund II, auch hier stand der Coach – Christian Preußer – bislang nicht zur Disposition. Die BVB-Talente reisen nun nach Zwickau. Und dürfen eine Heimelf erwarten, die nach dem Derbysieg in Aue beste Laune hat…

Fünf Spiele im Fokus

Rosts wohl letzter Anlauf: 1860 München gegen Erzgebirge Aue

Was aus dem Lager von Erzgebirge Aue in dieser Woche so zu vernehmen ist, klingt ganz stark nach einem Endspiel für Trainer Timo Rost. Mit ihm hatte der FCE schon verhältnismäßig viel Geduld, acht sieglose Partien sind für einen Zweitliga-Absteiger eigentlich untragbar. Doch die Idee, ihm das Auswärtsspiel beim vielleicht bestbesetzten Team der Liga noch zu gewähren, ist nichts anderes als überraschend. Klar: Ein Wechseleffekt kann auf Giesings Höhen schnell verpuffen, und glaubt nach den jüngsten Leistungen wirklich jemand an die sächsische Trendwende ausgerechnet bei den Löwen?

Nicht nur die Mannschaft, auch das Umfeld ist eine führungslose Teilchenmenge. Selten waren die Siegchancen im Vorfeld so klar verteilt wie in diesem Duell – und das, obwohl 1860 ja zuletzt in Elversberg auch massiv schwächelte. Diesem Kader aber ist eine Menge Wut im Bauch zuzutrauen, und noch dazu die Fähigkeit, daraus spielerische Glanzmomente zu kreieren. Und das auch, sollte Kapitän Stefan Lex aufgrund seiner Oberschenkelprobleme tatsächlich ausfallen.

Auch Kleine unter Druck: VfB Oldenburg gegen die SpVgg Bayreuth

Es gibt noch so manch weiteren Trainer, der zu dieser Saison einen neuen Posten in der 3. Liga antrat und an Ort und Stelle gehörig unter Druck steht. Christian Preußer vom BVB II gehört dazu, ebenso Christoph Dabrowski bei Rot-Weiss Essen. Und natürlich Thomas Kleine, zuständig für die Bayreuther, die unter Timo Rost aufgestiegen waren – dass sich diese beiden Parteien danach trennten, ist bis dato als Lose-Lose-Situation zu werten. Aus der 103-Tore-Offensive des Vorjahrs ist eine Etage höher genauso wenig übrig geblieben wie aus der besten Abwehrreihe der Regionalliga Bayern, die kürzlich gegen Saarbrücken eine Ladung Prügel bezog (0:6).

Kritikern der eigenen Bayern-Staffel kommt das gerade recht, sie können ja auch in den Norden verweisen, wo dem VfB Oldenburg die Akklimatisierung bislang so viel besser gelingt. Am Samstag fehlt Führungsspieler Robert Zietarski aufgrund der fünften Gelben Karte, die desaströse Bayreuther Abwehr muss sich aber von alleine fangen – sonst gibt es auch im fünften Anlauf keinen Auswärtspunkt.

Treffen der trägen Topfavoriten: Dynamo Dresden gegen den FC Ingolstadt

15 beziehungsweise 14 Punkte nach acht Spielen: Ein weitsichtiger Absteiger würde diese Auftaktbilanz sofort mitnehmen, bekäme er sie vor Saisonstart angeboten. Die unwägbarste Phase haben Dresden und Ingolstadt ordentlich gemeistert, Fragezeichen gibt es trotzdem. Zwar bewies die SGD mit drei Siegen am Stück zuletzt Formstärke, doch ein präziser Blick auf die Leistungen offenbarte zumindest auswärts in Aue (1:0) und Duisburg (1:0) noch deutliche Mängel. Die Siege waren im Zustandekommen nichts anderes als glücklich.

"Ich will nicht sagen, dass wir eine Spitzenmannschaft sind", sagte Stürmer Stefan Kutschke in Duisburg – und traf es damit ganz gut. Ingolstadt wird es ähnlich gehen: Das 1:0 über Mannheim nach zuvor vier sieglosen Spielen hebt die Laune etwas, glanzvoll war das Spiel nicht. Ist einer der Ex-Zweitligisten reif, um ganz oben attackieren? Dann muss er an diesem Samstag die Maske fallen lassen.

Bloß nicht wieder remis: SV Meppen gegen Viktoria Köln

Ein breiter und schon jetzt spannender Kampf im oberen Tabellendrittel, nicht minder turbulente Zeiten im Tabellenkeller – auch unser redaktioneller Fokus liegt natürlich meist an Nord- und Südpol des Klassements, nicht am Äquator. Genau dort begegnen sich der Zwölfte Meppen und der Neunte Köln nun. Beide haben zuletzt dreimal die Punkte geteilt, arbeiteten sich damit im Schneckentempo voran und deuten an, eine Saison jenseits der spannenden Zonen verbringen zu wollen.

Vor Anpfiff können die Kontrahenten dann noch klären, was ärgerlicher war: Der verspielte 2:0-Vorteil der Viktoria gegen Halle – oder die zwei vergebenen Führungen der Emsländer am Montag gegen Verl? Die Partien endeten jeweils 2:2, und ohne Treffer der klubinternen Torjäger Robin Meißner (Köln, drei Tore) und Marvin Pourie (Meppen, vier Tore). Trotzdem wird der Fokus auf diesen beiden Stürmern ruhen.

Bleibt der FCS eine Auswärtsmacht? Rot-Weiss Essen gegen den 1. FC Saarbrücken

Montagabend dann der Abschluss: Essen gegen Saarbrücken. Wann gab es dieses Duell eigentlich zuletzt? Auf die Antwort dürften nur vereinsnahe Experten kommen: 2009/10 siedelten sich beide Klubs in der Regionalliga West an, der FCS siegte im damaligen Georg-Melches-Stadion mit 2:1. Auch aktuell sprechen die Vorzeichen leicht für die Blau-Schwarzen: In vier Auswärtsspielen ist die Elf von Uwe Koschinat noch unbesiegt, kassierte in Osnabrück die einzigen beiden Gegentreffer auf fremdem Geläuf und fegte mit einem halben Dutzend Tore zuletzt nur so über die armen Bayreuther hinweg.

Mit der durchaus überraschenden Verstärkung auf Managementebene, der frühere Havelser Trainer Rüdiger Ziehl leitet ab sofort die Profiabteilung, geht es nun gen Ruhrgebiet – aber ohne den einmal mehr muskulär angeschlagenen Adriano Grimaldi. Was soll’s: Sebastian Jacob ist ja in bestechender Form. Spannend wird auch zu beobachten sein, wie Rot-Weiss ins Spiel geht: Zuletzt haperte es schwer in der eigenen Offensive. Die Fans verlangen eine Steigerung, sonst ist der Effekt des ersten Saisonsiegs nach zwei Wochen verpufft.

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