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Abseits des Platzes ist es aufregend genug, so dass ein Spiel wie gegen den 1. FC Köln ganz wohltuend ist. Vor dem Fernseher dösen, nur bei zwei Aufregern aufwachen: Die Ruhrnachrichten berichteten davon, dass Sven Mislintat 2022 als Nachfolger von Michael Zorc bei Borussia Dortmund im Gespräch ist und dann das Tor des Tages von Sasa Kalajdzic nach einer wie immer bornösen Freistoß-Flanke von Sosa.

Letzte Woche noch kassierte der VfB gegen Hertha BSC den späten Ausgleich, so hatte Köln lediglich zwei Torchancen durch Emmanuel Dennis und Salih Özcan. Wobei der Lerneffekt aus dem Berlin-Spiel nicht allzu groß war: Auch wenn die Kölner sich insgesamt ziemlich harmlos präsentierten, wurde es gegen Ende doch noch knapp, auch weil Umschaltmomente nicht konsequent genug ausgespielt wurden und die Abwehr ein bisschen zu tief und sorglos stand. So eine Gurke wie von Berlin letzte Woche bekamen die Geißböcke aber zum Glück nicht hin. Aber einem schwachen Gegner wie Köln, auf den man mit einem Sieg den Vorsprung auf acht Punkte ausbauen kann, sollte man keine Gelegenheit für einen Glückstreffer geben. Selbst diese junge Mannschaft sollte eine solche Partie seriöser runter spielen. Aber et hätt noch immer jot jejange.

Damit kann das neue Traumduo gefeiert werden, das in der Tradition von Emiliano Insua und Simon Terodde performt: Sosa & Sasa. Bornas Flanken bestechen durch Timing, Schnitt und Präzision. Im Strafraum entledigt sich Kalajdzic seines Bewachers Rafael Czichos und verlängert den Ball lässig ins lange Eck. Sein mit den Händen geformtes Herz in Richtung des Kroaten zeigt: Es muss Liebe sein zwischen den beiden. Es ist Sosas sechster Assist und Kalajdzics zehntes Bundesligator. Auf beides haben sicher nicht viele vor der Saison gewettet und beide sind auf dem besten Weg Publikumslieblinge zu werden – oder sind es schon längst.

Beide haben schwere Zeiten hinter sich: Kalajdzic mit einem Kreuzbandriss und Sosa mit zwei sehr durchwachsenen Jahren beim VfB. Dem Österreicher wurde frühzeitig die Bundesligatauglichkeit abgesprochen, dem jungen Kroaten die Ernsthaftigkeit und Widerstandsfähigkeit. Jetzt schweben beide regelrecht durch die Spiele: Sosa mit großer Spielfreude, Selbstvertrauen und einem linken Fuß, den es in der Bundesliga nicht oft gibt. Und in der Defensive, wo einige in ihm noch einen Schwachpunkt sehen, packt er schonmal die rustikale Grätsche aus. So charmant Kalajdzic am TV-Mikro ist, so furchtlos wirft er sich in die Zweikämpfe, ist er der perfekte Zielspieler im Zentrum, der auch ins Kombinationsspiel eingebunden werden kann.

In wieweit ihr auf einen Verbleib Mislintats bis Ende seiner Vertragslaufzeit wetten wollt, überlasse ich Euch. Der VfB-Sportdirektor dementierte bei sky eine Ausstiegsklausel und damit ist das Thema eigentlich erledigt. Aber die Spekulationen werden uns weiter verfolgen und sie sind ein gutes Zeichen: Nur wer gut ist, weckt das Interesse anderer Clubs. Dasselbe gilt übrigens auch für unsere beiden Lieblinge Sosa & Sasa und natürlich auch für Silas und Orel Mangala und Gregor Kobel und Nicolas Gonzalez. Es ist ein Luxusproblem, denn die Alternative wäre, dass der VfB deutlich schlechter da stehen würde als jetzt.

Zum Weiterhören:
Rund um den Brustring wieder mit einer Promi-Ausgabe. Silvio Meissner ist am Mic und er ist dort so, wie man es vermuten kann: hochsympathisch.

Foto:
Imago