📉 Achtung Lewandowski! Für diese Golden-Shoe-Gewinner ging es bergab | OneFootball

📉 Achtung Lewandowski! Für diese Golden-Shoe-Gewinner ging es bergab

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Jan Schultz

Ganze 41 Tore hat Robert Lewandowski in der vergangenen Bundesliga-Saison erzielt, gestern wurde er daher mit dem Goldenen Schuh als erfolgreichster Torjäger Europas ausgezeichnet. Der Pole erhielt damit Einzug in eine illustre Runde.

Größen wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Thierry Henry gewannen diesen Titel zuvor schließlich ebenfalls. Die beiden Erstgenannten sicherten sich die Auszeichnung sogar schon beeindruckende sechs respektive vier Mal. Andere wiederum konnten nicht unmittelbar an ihre grandiosen Leistungen anknüpfen.

Im Folgenden schauen wir auf vier Profis, die Lewandowski ein warnendes Beispiel sein sollten – denn sie erlebten nach dem großen Triumph einen Leistungseinbruch. Dabei blicken wir allerdings nur auf die Gewinner seit 1997, denn seither wird der Goldene Schuh nach den heute geltenden Kriterien vergeben. Als Grundlage dienen die Daten von transfermarkt.de.

Nikolaos Machlas (1998)

Der Grieche gehört ohne Zweifel zu den weniger bekannten Gewinnern des Goldenen Schuhs. Dabei hat er im Laufe seiner 18-jährigen Profikarriere doch zahlreiche Tore geschossen. Genau genommen waren es 214 Buden für sechs verschiedene Vereine. Besonders erfolgreich war er auf seiner ersten Auslandsstation. 1996 verließ er Griechenland in Richtung Arnheim, wo er in seiner ersten Saison zunächst nur acht Ligatore erzielte. Eine Saison später platzte der Knoten, Machlas schlug in der Eredivisie gleich 34 Mal für Vitesse zu.

Mit 25 Jahren schien der Angreifer seine beste Zeit damals noch vor sich zu haben, eine Spielzeit später sank die Torquote aber beinahe um 50 Prozent auf 18 Treffer. In den folgenden Jahren ging seine Ausbeute immer weiter zurück, der Tiefpunkt war schließlich eine zwei-Tore-Saison für den FC Sevilla.


Kevin Phillips (2000)

Zur Jahrtausendwende verzückten klangvolle Namen wie Ronaldo, Rivaldo, Henry oder Raúl die Fußballwelt. Europas bester Torjäger aber wurde ein anderer: Phillips vom AFC Sunderland. In seiner knapp 20 Jahre währenden Karriere als Profi erzielte er zwar ’nur‘ 93 Erstligatore, ihm gelang aber eben auch eine echte Fabelsaison. Mit 30 Treffern stellte der Stürmer 1999/2000 all die großen Namen in den Schatten und sicherte sich den Goldenen Schuh.

Daran konnte er aber anschließend nicht mehr anknüpfen. Für die nächsten 30 Treffer in der Premier League benötigte Phillips drei weitere Spielzeiten. Dafür bewies er aber einen langen Atem, denn der Engländer beendete seine Karriere erst im Alter von 40 Jahren.


Mário Jardel (2002)

Der Brasilianer gehört zu den besten Torjägern, die je in Portugals höchster Spielklasse aktiv waren. In sechs Jahren wurde er fünf Mal Torschützenkönig, 1999 und 2002 sicherte er sich sogar den Goldenen Schuh. Während ihm beim ersten Mal ’nur‘ 36 Treffer reichten, schoss sich Jardel 2001/02 sogar mit 42 Buden an die europäische Spitze.

Trotz dieser individuell herausragenden Bilanz durfte er anschließend nicht mit zur Weltmeisterschaft, der WM-Titel blieb ihm also verwehrt. Die verpasste Teilnahme stellt zugleich einen Wendepunkt in der Laufbahn des damals 28-Jährigen dar. Denn in der darauffolgenden Spielzeit gelangen ihm nur noch elf Ligatore. Es folgten Wechsel nach England und Italien, in der Premier League und in der Serie A knipste Jardel aber nicht ein einziges Mal.


Francesco Totti (2007)

Der Italiener muss an dieser Stelle eigentlich nicht vorgestellt werden, zu erfolgreich war seine Karriere, zu ikonisch ist der Römer selbst. Wir lassen die Highlights dennoch kurz Revue passieren: Seinen Herzensverein führte Totti Anfang des Jahrtausends einmal zur Meisterschaft, 2006 wurde er mit der Squadra Azzurra Weltmeister, ein Jahr später stieg er mit 26 Treffern in der Serie A zu Europas erfolgreichstem Torjäger auf. Dabei war der Römer ja eigentlich nie ein klassischer Mittelstürmer, vielmehr pendelte der technisch so beschlagene Offensivmann zwischen der Zehn und der Neun.

Die letzten zehn Jahre seiner 2017 zu Ende gegangenen Laufbahn wollen wir an dieser Stelle keinesfalls schlechtreden, doch die Zahlen lügen nun einmal nicht. In den folgenden Spielzeiten reduzierte sich sein Trefferkonto parallel zu seiner Einsatzzeit deutlich. Bis einschließlich 2011 brachte er es immerhin stets auf auf eine zweistellige Anzahl an Ligatreffern, nie aber waren es mehr als 15. Die Formkurve zeigte bei Totti im Vergleich zur herausragend guten Saison 2006/07 also nach unten, er fiel aber sanft.


Diese vier Profis dienen Lewandowski als warnendes Beispiel. Seine Startbilanz in der Bundesliga – der Pole steht nach fünf Spieltagen bei sieben Treffern – lässt allerdings erahnen, dass er diese Saison keinesfalls nachlassen wird. Womöglich macht es der Bayern-Star folglich also vielmehr so wie zuvor schon Messi, Ronaldo oder Henry, indem er den zweiten Goldenen Schuh gleich hinterher gewinnt.